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Mumps (Parotitis epidemica)

Mumps (Parotitis epidemica) wird im Volksmund auch Ziegenpeter oder Wochendippel genannt. Mumps ist eine akute hochansteckende Viruserkrankung, die durch Töpfcheninfektion übertragen wird. Sie tritt aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit vor allem im Kindesalter auf und führt zu einer lebenslangen Immunität. Das hervorstechende Krankheitssymptom ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, welche die typischen dicken Backen verursacht. Eine gefürchtete Komplikation ist die Unfruchtbarkeit bei Jungen bei einer Erkrankung in der Pubertät oder im Erwachsenenalter, wenn die Keimdrüsen in Mitleidenschaft gezogen werden. Zur Prophylaxe steht eine Impfung zur Verfügung. Der Erreger ist das Mumps-Virus (Rabula inflans), das zur Familie Paramyxoviridae gehört. Es ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, also beispielsweise beim Husten, Spucken, Küssen oder Niesen oder durch Schmierinfektionen. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 6. und 15 Lebensjahr, aber auch ältere Jugendliche und Erwachsene können an dieser Virusinfektion erkranken. Dabei erkranken Jungen doppelt so oft wie Mädchen. Säuglinge unter 12 Monaten sind vor der Mumps-Infektion in der Regel geschützt, da sie noch über mütterliche Antikörper verfügen. Im Frühjahr und Winter tritt die Erkrankung häufiger auf. 70 bis 90% aller Erwachsenen haben Antikörper gegen das Mumps-Virus im Blut.

Die Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen, beträgt 14 bis 24 Tage.

Bereits sechs Tage vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome bis 14 Tage nach Auftreten der Drüsenschwellung ist der Erkrankte ansteckend.

Das Krankheitsbild stellt sich folgendermaßen dar:
Die Mumps-Erkrankung beginnt mit unspezifischen Symptomen, wie Müdigkeit, leichtem Fieber, Kopf-, Hals- oder Ohrenschmerzen sowie Gliederschmerzen. Erst danach kommt es zum charakteristischen Anschwellen der Ohrspeicheldrüse(n). Sie befindet sich vor dem Ohr. Die charakteristische Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse ist daher nicht nur in den Kieferwinkeln zu sehen, sondern die Wangen sind ebenfalls deutlich geschwollen ("typische Hamsterbacken"). Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse beginnt meist erst auf einer Seite. Nach 2-3 Tagen schwillt in der Regel auch die andere Seite an. Die Haut über der Ohrspeicheldrüse ist gespannt, die Umgebung geschwollen. Die regionalen Lymphknoten sind ebenfalls angeschwollen. Die Kinder klagen über Schmerzen beim Kauen, Schlucken und Drehen des Kopfes. Sie haben einen trockenen Mund. Der Druck auf den Gehörgang kann Ohrenschmerzen verursachen. Begleitend tritt kein, mäßiges oder hohes Fieber auf. Bei etwa 20% aller Erkrankten sind auch andere Drüsen betroffen, vor allem die Bauchspeicheldrüse, was heftige Bauchschmerzen verursachen kann (kein fettiges Essen geben!). Spätestens nach zwei Wochen, meist sogar schon nach 5 - 8 Tagen, sind die Kinder wieder beschwerdefrei.

Konsultieren Sie beim Auftreten der Krankheitssymptome baldmöglichst Ihren Arzt, damit er feststellt, ob es sich um Mumps oder eine andere Erkrankung der Ohrspeicheldrüse handelt. Suchen Sie Ihren behandelnden Mediziner vor allem auf, wenn Ihrem Sohn die Hoden stark schmerzen oder Ihre Tochter Unterleibsschmerzen hat. Wenden Sie sich unverzüglich an den Arzt, wenn sich der Zustand des Kindes nach zehn Tagen verschlechtert und es Kopfschmerzen und einen steifen Nacken hat (-> Hirnhautreizung, Gehirnentzündung).

Ihr Arzt wird die Krankheit durch die spezifischen Krankheitszeichen diagnostizieren. Zu Beginn der Erkrankung kann das Mumps-Virus auch im Speichel nachgewiesen werden. Ein eindeutiger Beweis für eine akute Mumps-Infektion ist der Nachweis bestimmter Antikörper (Klasse IgM). Eine bereits durchgemachte Infektion kann anhand des IgG bestimmt werden.

Für die Mumps-Erkrankung gibt es keine spezifische Therapie. Gegen das Fieber und die Schmerzen wird Ihr Arzt Ihnen für Ihr Kind paracetamolhaltige Medikamente verschreiben. Bei Hodenschwellungen wird er strengste Bettruhe verordnen. Der Arzt wird Ihnen raten Ihr Kind, wegen der Ansteckungsgefahr, erst fünf Tage nach Abschwellen der Drüsen in die Schule zu schicken.

Folgende nützliche Maßnahmen können Sie selbst ergreifen:
  • Legen Sie Ihrem Kind Umschläge auf die betroffenen Gesichtshälften. Probieren Sie aus, ob Ihrem Kind warme oder kalte Umschläge Linderung verschaffen. Sie können beispielsweise eine in ein Handtuch gewickelte Wärmflasche verwenden.
  • Geben Sie Ihrem Kind flüssige oder breiige Nahrung, die es leicht schlucken kann, eventuell mit einem Strohhalm.
  • Bieten Sie nur leichte oder fettarme Nahrung an, um die Bauchspeicheldrüse zu schonen.
  • Geben Sie Ihrem Kind wegen der Mundtrockenheit und dem Fieber viel zu trinken.
  • Achten Sie auf eine penible Mundhygiene (Zähneputzen, Gurgeln mit desinfizierenden Lösungen)
Folgende Komplikationen treten bei Mumps nicht selten auf:
  • Eine Hirnhautreizung oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Tränendrüsen und anderer Drüsen sind sehr häufige Folgen einer Mumpserkrankung.
  • Sehr selten verursacht Mumps eine Gehirnentzündung (Mumpsenzephalitis), die sogar lebensgefährlich sein kann. Ist der Hörnerv mit betroffen, kann sogar Schwerhörigkeit oder Taubheit die Folge sein.
  • Tritt Mumps in oder nach der Pubertät auf, so kann es zu einer Entzündung der Hoden kommen (Orchitis). Dies ist eine schmerzhafte Entzündung und Schwellung der Hoden, die bei beidseitigem Auftreten zur Sterilität führen kann. Bei Mädchen und Frauen kann es zu einer Eierstockentzündung kommen.
Zur Prophylaxe besteht die Möglichkeit einer Impfung mit einem Mumps-Lebendimpfstoff. Sie stellt einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung dar. Üblicherweise wird die erste Impfung zwischen dem vollendeten 11. und dem 14. Lebensmonat vorgenommen. Die zweite Impfung gegen Mumps sollte im zweiten Lebensjahr erfolgen, um einen zuverlässigen Schutz sicherzustellen. Sie kann aber bereits vier Wochen nach der ersten Impfung erfolgen. Meist wird mit Kombinationspräparaten geimpft, die auch vor den Infektionskrankheiten Masern und Röteln schützen.


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