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Fieber

Als Fieber bezeichnet man die Erhöhung der Körpertemperatur auf über 38ºC. Kinder haben normalerweise eine Kerntemperatur zwischen 36,5ºC und 37,5º C. Von erhöhter Temperatur spricht man, wenn sie zwischen 37,6ºC bis 38º C liegt. Über 39ºC hat das Kind hohes Fieber. Fieber steigt selten über 41ºC.

Fieber ist eine gesunde Selbsthilfereaktion des Körpers, beispielsweise bei Infektionen. Bei höheren Temperaturen können sich die Infekterreger (Viren und Bakterien) weniger gut vermehren, die Tätigkeit verschiedener Abwehrzellen wird gesteigert und die Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen wird gefördert, die an der Immunantwort auf den Keim beteiligt sind.

Das Regulationszentrum für unsere Körpertemperatur befindet sich im Gehirn bzw. Zwischenhirn. Hier überwachen und steuern bestimmte Nervenzellen die Kreislauf- und Temperaturregulation. Die Aufrechterhaltung der Kerntemperatur wird durch verschiedene Mechanismen reguliert. Die Körperwärme wird im Muskel-, Fett- und Lebergewebe gebildet. Sie wird hauptsächlich über die Haut abgegeben. Bei Fieber wird die Durchblutung der Haut gesteigert, der Körper kann mehr Wärme abgeben. Ein weiterer Mechanismus, um die Temperatur herabzusetzen, ist das Schwitzen. Durch den Schweiß auf der Haut entsteht Verdunstungskälte. Die Körpertemperatur wird herabgesetzt.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern ist dieser Regulationsmechanismus noch nicht vollständig ausgebildet. Sie reagieren daher schneller und auch schon bei kleineren Gesundheitsstörungen mit Fieber als größere Kinder und Erwachsene. Sie haben auch schnell hohes Fieber. Dabei schwankt die Körpertemperatur außerdem noch nach Tageszeit. Am Morgen und im Schlaf ist sie meist niedriger (36º C) als in den frühen Abendstunden (38º C). Die Körpertemperatur ist bei Kindern sehr schnell auch durch folgende Faktoren im erhöhten Bereich:
  • körperliche Anstrengung (herumtoben),
  • Aufregung,
  • heißes Essen und Trinken,
  • Umgebungstemperatur (Sonneneinstrahlung, überheizte Räume, zu warme Kleider oder Bettzeug).
Zur Fieberentstehung kommt es durch verschiedene Faktoren. Das Wärmezentrum im Gehirn wird angeregt durch:
  • exogene Pyrogene; dies sind von außen kommende fiebererzeugende Substanzen wie Ausscheidungsprodukte, Bestandteile zerstörter Erreger und Gifte (Toxine) von Bakterien. Unterschiedliche Erreger reizen dabei das Wärmezentrum verschieden stark. Das Fieber ist bei bakteriellen Infekten meist höher als bei Virusinfektionen.
  • endogene Pyrogene; sie werden vom Körper selbst erzeugt und lösen Fieber aus. Körpereigene Abwehrzellen schütten Sie aus, wenn Erregerkontakt bestand. Bestandteile zerstörter Körperzellen wirken ebenfalls pyrogen, zum Beispiel wenn die Zellen von Viren befallen wurden oder durch Bakteriengifte geschädigt wurden.

Die Ursachen von Fieber sind vielfältig: Das Erkennen von Fieber ist bei Kindern oft schon rein äußerlich möglich. Sie haben ein heißes, gerötetes Gesicht, die Augen wirken müde, die Haut am Körper ist blass und kühl. Manche Kinder sind bei Fieber quengelig und sie leiden unter Appetitlosigkeit. Die Körpertemperatur kann an verschiedenen Orten gemessen werden:
  • im Mund unter der Zunge (oral oder sublingual); der gemessene Wert liegt 0,4º C unter der wirklichen Körpertemperatur,
  • unter der Achsel (axillar); die ermittelte Temperatur liegt ungefähr 0,2º C unter der Kerntemperatur,
  • im Enddarm (rektal); Die Körpertemperatur wird sehr genau ermittelt. (Tipp: Cremen Sie das Thermometer leicht an der Spitze ein. Viele Kinder empfinden diese Form der Fiebermessung als äußerst unangenehm und wehren sich entsprechend),
  • am Trommelfell im Ohr; diese Art der Fiebermessung ist am bequemsten und auch genau,
  • auf der Stirn; diese Methode ist auch sehr komfortabel und ist sogar im Schlaf möglich.
Ideal zum Fiebermessen sind digitale Geräte.

Den Fieberverlauf kann man auch auf folgende Weise abschätzen: Frieren bis hin zum Schüttelfrost sowie kalte Hände und Füße deuten einen weiteren Temperaturanstieg an. Schwitzen und Schweißausbrüche sowie warme Hände und Füße signalisieren, dass die Temperatur nicht weiter ansteigt oder sogar fällt.

Kinder mit Fieber müssen in folgenden Fällen sofort zum Arzt:
  • wenn das Fieber über 39ºC steigt,
  • bei Fieber während der ersten beiden Lebensmonate (auch schon bei 38,5ºC),
  • bei Fieber unter 38,5ºC, das ohne Besserungstendenz länger als drei Tage anhält,
  • bei Krämpfen, Apathie, Berührungsempfindlichkeit mit roten Hautflecken, die auf Druck nicht verschwinden (-> Hautblutung),
  • wenn weitere Krankheitszeichen, wie Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Durchfall, hinzukommen (Verdacht auf eine Infektionskrankheit),
  • wenn das Fieber mit einem Fieberkrampf einhergeht,
  • wenn eine Vorerkrankung (Krebskrankheit, Abwehrschwäche, Unterernährung) besteht, bei der die Fieberursache schnellstens abgeklärt werden muss.
Der behandelnde Arzt wird versuchen den Grund des Fiebers herauszufinden und ursächlich therapieren (Antibiotika bei bestimmten Infekten, Diazepam beim Fieberkrampf, usw). Ab 39º C belastet das Fieber den Stoffwechsel und den Kreislauf sehr stark und der Allgemeinzustand des Kindes ist so stark beeinträchtigt, dass das Fieber mit fiebersenkenden Zäpfchen, Säften, Tropfen oder Tabletten behandelt werden sollte. Sie enthalten bei Kindern den Wirkstoff Paracetamol (Achtung! Genaue Dosierung einhalten). Vor allem auch bei Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen, sollte rechtzeitig die Temperatur gesenkt werden.

Folgende Maßnahmen sind bei Fieber, unabhängig von der Höhe der Temperatur, hilfreich:
  • regelmäßiges und ausreichendes Trinken, um den erhöhten Flüssigkeitsverlust auszugleichen,
  • leichte Kleidung (kurze Hose und T-Shirt aus Baumwolle), leichtes Bettzeug,
  • kühlende Wadenwickel: kühle bis lauwarme Tücher, die in Wasser getränkt wurden, um die Waden wickeln, die Füße dabei frei lassen, die Wickel circa 20 Minuten wirken lassen und dann erneut machen. Diese Prozedur aber nur bei warmen Füssen anwenden,
  • absteigendes Vollbad: Ein Vollbad, dessen Temperatur circa 5º C unter der gemessenen Körpertemperatur liegt, herrichten. Das Wasser während des Bades langsam um weitere 5º C abkühlen. Die Badedauer sollte 10 bis 20 Minuten betragen.


Kinderkrankheiten Übersicht

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