Gesundheit Lexikon
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Tetanus-Impfung (Wundstarrkrampf)

Wie wird Tetanus ausgelöst? Wie kann man sich anstecken?

Tetanus oder Wundstarrkrampf ist eine lebensgefährliche Erkrankung des Nervensystems. Auslöser sind die Stoffwechselgifte (Toxine), die das Bakterium Clostridium tetani ausscheidet. In den Körper gelangt diese Bakterienspezies über offene Wunden (auch Schürfwunden) oder Schnitte, in die verunreinigte Erde von Gärten oder Feldern gelangt.

Die Bakterien und ihre Dauerformen – die Sporen - sind weltweit verbreitet. Sie finden sich im Erdreich, im Straßenstaub und auf jedem auf der Erde befindlichen Gegenstand. Eine weitere Infektionsquelle sind Tierfäkalien (Pferde, Rinder und andere). Besonders gefährdet sich zu infizieren sind daher, Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind und regelmäßig mit Tierdung in Berührung kommen. Eine Übertragung ist aber auch bei Verbrennungen, oder Bissverletzungen durch Hunde, Wildtiere oder Schlangen möglich.

Grundvoraussetzung für die Keimvermehrung, ist das Abschneiden des entsprechenden Wundgebietes von der Sauerstoffversorgung. Clostridien sind sogenannte Anaerobier. Sie vermehren sich in Abwesenheit von Sauerstoff.

Für die Krankheitserscheinungen sind ihre beiden Gifte verantwortlich. Das Tetanolysin zerstört die Blutkörperchen und führt zur Gewebsnekrose, das Tetanospasmin hemmt bestimmte Schaltstellen (Synapsen) im Gehirn, wodurch die gefürchteten Lähmungen und Muskelkrämpfe auftreten. Antibiotika helfen gegen die Bakterien, aber es gibt kein Gegenmittel gegen die beiden krankheitsauslösenden Bakterientoxine!

Wie sieht das Erkrankungsbild aus? Was sind die Komplikationen?

Die Inkubationszeit beträgt drei bis 28 Tage. Die Dauer hängt von der gebildeten Toxinmenge ab. Je größer diese ist, desto kürzer ist die Inkubationszeit und umso höher ist die Sterblichkeit.

Die Erkrankung selbst beginnt meist mit Starr- und selten Schüttelkrämpfen. Die Temperatur ist dabei nur mäßig erhöht. Anfangs treten häufig Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes auf und das Kauen funktioniert nicht richtig. Charakteristisch ist das sardische Grinsen (Risus sardonicus). Schließlich sind die Rücken- und Nackenmuskulatur so stark betroffen, bis sie steif werden, der Mund kann gar nicht mehr geöffnet werden und eine Zwerchfelllähmung tritt ein.

Komplikationen sind Wirbelbrüche und Frakturen der langen Knochen, Lungenentzündungen und der Tod durch Ersticken.

Eine durchgemachte Tetanus-Erkrankung hinterlässt keine Immunität! Es muss trotzdem geimpft werden.

Wie kann behandelt werden?

Die Behandlungsmöglichkeiten sind äußerst eingeschränkt. Mit intensivmedizinischen Maßnahmen (bsp. künstliche Beatmung) kann die Sterblichkeit auf 10 bis 20 Prozent gesenkt werden. Jedoch kommt es auch bei den Überlebenden zu Defektheilungen.

Weitere Behandlungsmaßnahmen ist die Gabe von Immunglobulinen, Antibiotika, muskelentspannenden Mitteln und Beruhigungsmitteln. Betroffene Gewebebezirke werden ausgeschnitten.

Die effektivste Maßnahme gegen die Erkrankung ist die präventive Impfung!

Wie sieht es mit der Ansteckungsfähigkeit aus?

Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt, da die Krankheitserscheinungen nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch die von ihnen gebildeten Toxine ausgelöst werden.

Wie verbreitet ist Tetanus?

Die Sporen (= Dauerformen) der auslösenden Bakterien finden sich auf der ganzen Welt. Die Krankheit kann daher überall auftreten. In Populationen, in denen intensiv geimpft wird, kommt es selten zu Erkrankungen (Deutschland 10 bis 20 Fälle pro Jahr). Nach Schätzungen der WHO sterben aber weltweit jährlich eine Million Menschen an dieser tückischen Krankheit.

Alles „rund" um die Tetanus-Impfung“

Impfempfehlung: Die Tetanus-Impfung wird von der STIKO (Ständigen Impfkommission) für Kinder und Erwachsene empfohlen. Besonders wichtig ist ein aktueller Impfschutz für ältere Menschen mit gestörten Durchblutungsverhältnissen, Diabetiker und Personen mit Erkrankungen der Hautoberfläche (offenes Bein, Ulcus cruris)

Impfstoff: Der Impfstoff ist ein Toxoidimpstoff. Er besteht aus dem abgeschwächten Gift des Tetanus-Bakteriums. Er wird meist als Kombinationsimpfstoff angeboten. Abstände zu anderen Impfungen müssen nicht eingehalten werden.

Impfhäufigkeit: Bereits ab dem 2. Lebensmonat kann mit der ersten Impfung begonnen werden. In vierwöchigem Abstand erfolgen idealerweise die nächsten beiden Impfungen der Grundimmunisierung (3. und 4. Lebensmonat). Mit einem Mindestabstand von mindestens sechs Monaten wird die 4. Impfung der Grundimmunisierung verabreicht (11 – 14 Monate altes Kind). Mit dem Schulbeginn erfolgt eine weitere Auffrischimpfung. Sie sollte möglichst nicht früher als fünf Jahre nach der letzten Tetanus-Impfung durchgeführt werden. Die nächste Auffrischung erfolgt im jugendlichen Alter (9 – 17 Jahren). Um den Impfschutz auch im Erwachsenenalter aufrecht zu erhalten, sollte alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung erfolgen. Liegt die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurück, aber es erfolgte schon einmal eine Grundimmunisierung, so ist eine einmalige Impstoffgabe ausreichend.

Besonderheit: Nach Verletzungen besteht für Ungeimpfte oder Menschen mit fraglichem Impfschutz die Möglichkeit einer passiven Immunisierung. Es werden bereits gebildete Immunglobuline gespritzt. Die Erkrankung bricht dadurch nicht aus oder verläuft zumindest in abgeschwächter Form.

Impfreaktionen: Bei bis zu 20 Prozent der Geimpften kommt es an der Injektionsstelle zu Schmerzen, Rötungen und Schwellung. Selten beobachtet man eine Temperaturerhöhung, Mattigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 30.10.2009


Impfungen

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