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Zwerchfellbruch (engl. hiatus hernia)

Der Zwerchfellbruch wird in der Medizin auch als Hiatushernie bezeichnet. Bei dieser Erkrankung werden Magenteile oder der gesamte Magen in den Brustraum verlagert. Normalerweise trennt das Zwerchfell den Brustraum vom Bauchraum. Die Speiseröhre tritt durch eine kleine Öffnung im Zwerchfell (Hiatus oesophageus) in den Bauchraum. Bei einer Hiatushernie ist diese Durchtrittsstelle erweitert und Teile des Magens können so in den Brustraum gelangen. Die genaue Ursache für die Hiatushernie ist unbekannt. Allerdings steigt die Häufigkeit mit zunehmendem Alter. So sind ungefähr 60% der über 60jährigen betroffen. Dies lässt die Vermutung zu, dass Verschleißerscheinungen des Bindegewebes im Bereich der Speiseröhrenöffnung ursächlich für die Erkrankung sind.

Welche Formen der Hiatushernie werden unterschieden?

Die häufigste Form des Zwerchfellbruchs ist mit ca. 90% die Gleithernie. Sie wird auch als axiale oder gastroösophageale Hernie bezeichnet. Bei dieser Hernieform verlagert sich der Mageneingang (Kardia) durch die Zwerchfelllücke in den Brustraum. Eine weitere Form der Hiatushernie ist die paraösophageale oder rollende Hernie. Hier befindet sich der Mageneingang in der normalen Position im Bauchraum, jedoch wölbt sich der Magenfundus (= oberer Abschnitt des Magens) in den Brustraum. Die Durchtrittsöffnung ist wieder der Hiatus oesophageus (siehe oben). Es gibt auch noch Misch- und Sonderformen (bsp. Upside-down-Magen) der oben genannten Hernien.

Was sind die Symptome bei einer Hiatushernie?

Bei etwa 90% der Betroffenen treten keine Beschwerden auf. In den meisten Fällen wird die Hernie zufällig bei einer Magenspiegelung entdeckt. Nur etwa ein Zehntel der Betroffenen leiden an den Symptomen der Refluxkrankheit. Dazu zählen beispielsweise: Sodbrennen, Schluckbeschwerden und Rückfluss von bitterer und saurer Flüssigkeit bis in den Rachen und Mund.

Bei der paraösophagealen Hiatushernie ist auch eine anfängliche Beschwerdefreiheit möglich. Häufig stellen sich jedoch Symptome wie Aufstoßen, Druckgefühl im unteren Bereich des Brustkorbs und manchmal unregelmäßiger Herzschlag ein. Im so genannten Komplikationsstadium der Erkrankung können massive Schmerzen im Oberbauch und in der Brust auftreten. Wegen schwerwiegender möglicher Komplikationen, wie Magengeschwüren, Magenwanddurchbrüchen, Blutungen und Einklemmungen wird diese Form der Hiatushernie immer operativ behandelt.

Welche Verfahren helfen bei der Diagnosestellung?

Im Prinzip dienen zwei Verfahren dazu, die Hiatushernie zu diagnostizieren:

Beim Röntgenbreischluck wird der Oberbauch des Patienten geröntgt, nachdem er ein Kontrastmittel eingenommen hat. Der Patient liegt bei dieser Untersuchung leicht mit dem Kopf nach unten, damit sich das Röntgenkontrastmittel in den oberen Magenbereichen verteilt, der eventuell im Brustraum liegen. Zudem wird der Erkrankte aufgefordert die Bauchmuskeln anzuspannen. Mit Hilfe einer Magenspiegelung (siehe Gastroskopie) kann die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm direkt betrachtet werden.

Wie wird die Hiatushernie behandelt?

Bei der Gleithernie wird den Patienten empfohlen, häufiger kleinere Mahlzeiten zu essen und mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen. Außerdem sollten sie auf Nikotin und säurehaltige Getränke verzichten. Um die Magensäure zu neutralisieren können Antazida eingenommen werden. Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker vermindern die Säureproduktion im Magen. Die operative Therapie besteht darin, den Magenmund wieder in den Bauchraum zu ziehen und eine Manschette aus Magengewebe um den untersten Teil der Speisröhre zu nähen. Die Operation kann laproskopisch erfolgen.

Die paraösophageale Hernie wird auch ohne Auftreten von Beschwerden operativ behandelt, da gefährliche Komplikationen auftreten können. Der operative Eingriff ist eine so genannte transabdominale Gastropexie. Dabei werden die falsch liegenden Magenanteile wieder vollständig in den Bauchraum zurückgezogen und der Magen an der vorderen Bauchwand angenäht. Eine erneute Verlagerung des Magens in die Brusthöhle soll so verhindert werden.


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