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Zervixkarzinom (engl. cervical carcinoma)

An der Gebärmutter (Uterus) können verschiedene Arten von bösartigen Tumoren auftreten. Der Gebärmutterkrebs entsteht aus dem Gebärmutterkörper selbst. Man spricht dann von einem so genannten Corpuskarzinom. Ist der untere Teil der Gebärmutter betroffen, so handelt es sich um ein Zervixkarzinom oder Gebärmutterhalskrebs.

Die beiden Tumorarten – Corpuskarzinom und Gebärmutterhalskrebs – sind in vielerlei Hinsicht verschiedenartig und werden daher getrennt behandelt. Der Altersgipfel für das Frühstadium des Zervixkarzinoms (Carcinoma in situ) liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, die fortgeschrittene Erkrankung betrifft hauptsächlich Frauen ab dem 40. Lebensjahr. Im Frühstadium ist die Erkrankung zu nahezu 100% heilbar! Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Krebsvorsorgeuntersuchung, die ab dem 20. Lebensjahr jeder Frau angeboten wird.

Die Erkrankungshäufigkeit ist je nach geographischer Lage unterschiedlich. In Deutschland erkranken circa 16 von 100.000 Frauen pro Jahr neu an dieser Krebsform. Damit zählt das Zervixkarzinom zu den häufigsten bösartigen Tumoren bei Frauen.

Wo genau tritt der Gebärmutterhalskrebs auf?

Der Gebärmutterhals liegt zwischen dem Gebärmutterkörper und der Scheide. Das untere Ende des Gebärmutterhalses heißt Portio und ragt in die Scheide hinein. In der Mitte des Zervix (Gebärmutterhalses) verläuft der Zervixkanal, der an einem Ende in die Gebärmutterhöhle mündet und sich am anderen Ende zur Scheide öffnet. Karzinome können sich nun am Portio (Portiokarzinom) oder im Zervixkanal (Zervixhöhlenkarzinom) befinden.

Welche Risikofaktoren gibt es bei Gebärmutterhalskrebs?

Als Hauptursache für die Entstehung des Zervixkarzinoms wird die Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) angesehen. Die Viren können verschiedene Hauterkrankungen wie Feigwarzen oder Hautwarzen auslösen. Einige Untergruppen der Papillomaviren sind ursächlich für das Zervixkarzinom. Das Virus wird überwiegend beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Daher steigt das Risiko zu erkranken bei Frauen an, die häufig wechselnde Geschlechtspartner haben. Deutlich weniger häufig erkranken Frauen, deren Partner beschnitten sind. Die Ursache hierfür ist, dass beschnittene Männer nicht so oft an bestimmten Typen des HPV erkranken und diese dann auch nicht weiter übertragen können.

Als weitere Risikofaktoren für die Erkrankung werden angesehen: Was sind die Symptome bei Gebärmutterhalskrebs?

Das Heimtückische an der Erkrankung ist, dass im Frühstadium keine Krankheitszeichen auftreten. Später können dann Blutungen, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr vorkommen. Auch unspezifische Bauch- und Kreuzschmerzen sind bereits späte Anzeichen eines Zervixkarzinoms. Erst wenn der Krebs sehr groß geworden ist und auf die umliegenden Organe übergreift, können beispielsweise Blutungen aus der Harnblase oder starke Rückenschmerzen auftreten.

Wie erfolgt die Diagnose des Zervixkarzinoms?

Da sich Symptome erst in späten Stadien der Erkrankung einstellen, kommt der Vorsorgeuntersuchung eine wichtige Bedeutung zu. Dabei wird der Teil des Gebärmutterhalses betrachtet und abgetastet, der in die Scheide hineinragt. Dann wird ein so genannter Papanicolaou-Abstrich (PAP-Test) vorgenommen. Die entnommenen Gewebepartikel werden unter dem Mikroskop beurteilt. PAP I ist der Normalbefund.

Bei einem Verdacht auf ein Zervixkarzinom werden weitere Gewebeproben entnommen, eventuell eine diagnostische Konisation durchgeführt. Darunter versteht man die Entnahme von kegelförmigen Gewebeproben aus dem Gebärmutterhals. Bestätigt sich der Verdacht und es liegt ein Zervixkarzinom vor, so folgen weitere Untersuchungen um die Ausbreitung des Tumors festzustellen. Dazu gehören unter anderem: Ultraschalluntersuchungen, Röntgen der Lunge und des Beckens sowie Spiegelung von Darm und Blase.

Wie wird das Zervixkarzinom behandelt?

Welche therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden, hängt entscheidend vom Stadium der Erkrankung ab. Dabei muss unterschieden werden, ob es sich um Vorstufen des Tumors handelt oder ob bereits Nachbarorgane, wie die Blase, der Darm oder Knochen befallen sind. Des Weiteren ist entscheidend, ob sich bereits Metastasen in den Beckenlymphknoten gebildet haben oder andere Organe wie Lunge oder Leber betroffen sind.

In den Vorstadien der Erkrankung ist eine engmaschige Kontrolle solange nötig, bis sich die Zellunregelmäßigkeiten von selbst zurückgebildet haben. Weiten sich die Zellveränderungen aus, so können die veränderten Areale mit einem Laser abgetragen oder kegelförmig ausgeschnitten werden (Konisation). Bei weiter fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung wird die Gebärmutter und eventuell umgebende Strukturen (Bandapparat, Scheidenmanschette) entfernt. Alternativ und ergänzend zu den operativen Methoden kommt eine Strahlentherapie häufig kombiniert mit einer Chemotherapie zum Einsatz. Bei einem Rezidiv (Tumorrückfall) kann ebenfalls mit der Strahlentherapie behandelt werden.

Welche prophylaktischen Maßnahmen gibt es?

Da die Erkrankung von den sexuell übertragbaren Papillomaviren mitverursacht wird, ist die Verwendung von Kondomen bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern angesagt. Daneben beugt der Sexualpartner am besten vor, indem er seinen Penis täglich wäscht. Die jährliche Vorsorgeuntersuchung ist einer der Hauptpfeiler, um dieser Krebsform prophylaktisch zu begegnen. Neueste Forschungen beschäftigen sich mit der Erprobung eines Impfstoffs gegen die krankheitsauslösenden Papillomaviren. Der Impfstoff gegen das Virus soll zunächst 2006 auf den amerikanischen Markt kommen.


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