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Wasserbruch (engl. hydrocele)

Unter Wasserbruch oder Hydrozele versteht man eine klar begrenzte Flüssigkeitsansammlung in der Hodenhülle (Tunica vaginalis testis). Ein Wasserbruch kann sich primär während der Embryonalentwicklung bilden und tritt dann bei männlichen Neugeborenen auf. Ungefähr ein bis zwei Prozent der Jungen sind betroffen. Auch Entzündungen, Verletzungen oder Tumore im Genitalbereich können ursächlich für den Wasserbruch sein. Das Erkrankungsrisiko steigt für Männer ab dem 45. Lebensjahr an.

Was sind die Ursachen des Wasserbruchs?

Bei männlichen Säuglingen liegt die Ursache für die Erkrankung meist darin, dass die Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hodenhülle noch nicht verschlossen ist. Während der Embryonalentwicklung eines Jungen bilden sich die Hodenanlagen in der Bauchhöhle aus. Meistens schon vor der Geburt wandern die Hoden dann durch einen Teil des Bauchfells in den Hodensack hinein. Dieses kleine Stück des Bauchfells bildet eine kleine Spalte. Vor der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres schließt sie sich. Tritt dieser Verschluss nicht vollständig ein, so kann es sein, dass Flüssigkeit aus dem Bauchraum in den Hodensack gelangt und dieser anschwillt. Die angeborene Hydrozele bildet sich in der Regel innerhalb der ersten drei bis vier Lebensmonate spontan zurück.

Eine Hydrozele wird in späteren Lebensjahren auch oft durch Entzündungen der Hoden oder Nebenhoden hervorgerufen. Auch Verletzung des Hodens oder Hodenkrebs können zu Wasseransammlungen im Hoden führen. Manchmal ist die Ursache der Erkrankung auch nicht bekannt. Bei der erworbenen Hydrozele handelt es sich um ein Ungleichgewicht zwischen der gebildeten Hodenhüllenflüssigkeit und deren Wiederaufnahme in den Körper. Die Hydrozele bildet sich in diesem Fall, wenn mehr Flüssigkeit gebildet wird als vom Körper resorbiert wird.

Welche Beschwerden treten bei einem Wasserbruch auf?

Der Wasserbruch ist normalerweise für den Patienten schmerzlos. Mit zunehmender Flüssigkeitsansammlung kommt es zu Druck- und Schweregefühl in den Hoden. Ist die Hydrozele sehr groß, können Beschwerden beim Sitzen oder Gehen auftreten.

Wie wird die Hydrozele diagnostiziert?

Allein durch Abtasten der Hoden und des Hodensacks kann die Hydrozele häufig schon vermutet werden. Der Hodensack ist durch die Flüssigkeitsansammlung sehr prall und die Haut gespannt. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss geben. Nur in seltenen Fällen wird noch eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. Die Untersuchungen sind für den Patienten schmerzlos. Bei Schwellungen der Hoden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um gefährliche Erkrankungen, wie Hodenkrebs, auszuschließen.

Wie wird eine Hydrozele behandelt?

Der angeborene Wasserbruch wird bei Kindern meist erst nach dem ersten Lebensjahr operativ behandelt. Bis dahin kommt es häufig zu einem spontanen Rückgang der Hydrozele. Ist eine Hydrozele sehr klein und beeinträchtigt den Patienten nicht, so ist eine Behandlung nicht unbedingt erforderlich. Ist die Wasseransammlung im Hoden jedoch so groß, dass sie Beschwerden verursacht oder kosmetisch für den Patienten nicht tragbar ist, so wird der Wasserbruch operativ entfernt.

Bei der Operation wird durch einen Schnitt im Hodensack die Hydrozele freigelegt. und die Hodenhüllen eröffnet. Die angesammelte Flüssigkeit wird abgesaugt und die überschüssigen Hodenhüllen entfernt. Die Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hodenhülle wird unterbrochen. Die abgesaugte Flüssigkeit wird dann auf Bakterien oder Krebszellen hin untersucht. Nur in seltenen Fällen kann es nach dem chirurgischen Eingriff zu Rückfällen kommen.


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