Gesundheit Lexikon
A B C D E
F G H I J
K L M N O
P Q R S T
U V W X Y
Z          

Gesundheit Thema auf medhost.de finden!



Virusdiarrhoe - virusbedingte Darminfektion (Virusdurchfall)

Darmerkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, machen in den Industrieländern bis zu 70% aller infektiösen Durchfallerkrankungen aus. Problematische Auswirkungen der Durchfälle können sich vor allem bei Kindern, immungeschwächten Menschen oder Senioren zeigen. In Entwicklungsländern tragen diese Darminfektionen wesentlich zur hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit bei.

Auslösende Viren

Verschiede Viren können Durchfälle auslösen:
  • Rotaviren: Sie verursachen vorwiegend bei Kindern unter fünf Jahren heftige Durchfälle und sind die häufigsten viralen Durchfallerreger in diesem Alter. Das Virus tritt saisonal gehäuft in den Wintermonaten auf.
  • Adenoviren: Der Verdacht auf diese Infektion fällt bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen auch ein Atemwegsinfekt zu beobachten ist.
  • Norwalk-Virus: Die Infektion mit diesem Keim kann in jedem Alter auftreten, wobei die Infekthäufigkeit abhängig vom Lebensalter ist. Die Viren stellen bei Säuglingen und Kleinkindern nach den Rotaviren die zweithäufigste Ursache für Durchfallerkrankungen dar. Bei Schulkindern verursachen sie ca. 30% der nicht bakteriellen Diarrhöen, bei Erwachsenen 50-65%. Gefährdet sind vor allem Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten oder leben. Der Infektionsgipfel liegt im Winter.
  • Andere Viren: Eine Besonderheit stellt u.a. das Zytomegalie-Virus dar, welches bei immunsupprimierten Menschen zu Durchfallerkrankungen führen kann. Die Behandlung erfolgt über spezielle antivirale Mittel.

Ansteckung

Die Übertragung der Viren erfolgt vorwiegend fäkal-oral, nachdem sie mit dem Stuhl ausgeschieden wurden. Ebenso können die Viren über verunreinigte Lebensmittel und Getränke in den Organismus gelangen. Kontaminierte Gegenstände sind ein weiterer Ansteckungsherd. Bisweilen erfolgt die Infektion auch über Speicheltröpfchen von einem Menschen auf den anderen.

Die Inkubationszeiten für die viralen Erkrankungen liegen zwischen einigen Stunden bis zu wenigen Tagen, bei Rotaviren beispielsweise bei 24 bis 48 Stunden.

Symptome

Meist beginnt die Durchfallerkrankung ganz plötzlich. Es kommt zu Übelkeit, Bauchkrämpfen und explosionsartigem Erbrechen, das 4 bis 5 Tage anhalten kann. Die Stühle sind wässrig und oft von einem typischen üblen Geruch begleitet. Daneben kann Fieber auftreten (bis zu 39?C). Die starken Flüssigkeitsverluste führen zu Schwächegefühl. Es besteht die Gefahr der Dehydrierung. Meist nach fünf Tagen tritt Besserung ein.

Diagnose

Die typischen äußeren Anzeichen und das Arzt-(Eltern)-Patientengespräch führt meist schon zu einer Verdachtsdiagnose. Der Nachweis der einzelnen Viren kann mit verschiedenen diagnostischen Tests (PCR, Enzymimmunessay) erfolgen.

Behandlung

Je nach Heftigkeit der Durchfallerkrankung und dem Ausmaß der Dehydrierung wird im Krankenhaus oder zu Hause therapiert. Spezielle Medikamente gegen die Viren gibt es nicht, die Behandlung erfolgt daher symptomatisch. Hauptsächliches Augenmerk liegt darin, den Flüssigkeits- und Mineralverlust auszugleichen. Je nach Schwere der Erkrankung erfolgt dies oral (= über den Mund) mit speziellen Glukose-Minerallösungen (WHO-Lösung) oder über einen Tropf. Bei starken Durchfällen und Erbrechen können auch Medikamente gegen diese Beschwerden gegeben werden. Bei Kindern die Medikamentengabe immer mit dem behandelnden Arzt abstimmen! Zur Regeneration der Darmflora eignen sich bei Kindern bestimmte Hefen oder Muttermilch (speziell Kolostrum -> erste Muttermilch).

Vorbeugung

Gegen Rotaviren gibt es bereits eine Schluckimpfung, die je nach Impfstoff zwei- bis dreimal innerhalb des ersten Lebensjahres verabreicht wird. Die Impfung ist bereits bei Säuglingen ab der 6. Lebenswoche anwendbar.

Zur Vorsorge gehört auch eine gute Hygiene. Wichtig ist das Händewaschen nach jedem Toilettenbesuch und vor dem Essen sowie eine saubere Toilette. Um die Ausbreitung in Gemeinschaftseinrichtungen zu vermeiden, sollten Einmalhandtücher und Seifenspender verwendet werden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 5.11.2007


Lexikon Übersicht
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z


Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von medhost.de kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Selbstbehandlung durchzuführen.

Medhost ¦ Startseite - Newsletter - Impressum - Disclaimer - Kontakt - Sprache ¦ Deutsch - English
1999 - 2007 Copyright Promeus AG, Alle Rechte vorbehalten