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Verspannung (engl. myogelosis)

Im medizinischen oder psychologischen Sprachgebrauch umschreibt der Begriff „Verspannung“ ein schlechtes Zusammenwirken und eine gestörte Koordination von Muskelgruppen, Gliedern oder anderen Faktoren.

Verspannungen des Bewegungsapparates sind durch eine andauernde Anspannung einzelner oder ganzer Muskelgruppen über die normale Anspannungsstärke hinaus (= Hypertonus) gekennzeichnet. Dieser Hypertonus kann von Schmerzen begleitet werden. Dies muss aber nicht der Fall sein. Bei starken Muskelverspannungen verkürzen sich die Muskeln extrem und fühlen sich hart an. Daher kommen auch die Begriffe Muskelhärte oder Hartspann (medizinisch: Myogelose). Die betroffenen Muskeln oder Muskelgruppen sind dann häufig als schmerzhafte Knötchen oder Wulst zu tasten.

Was sind mögliche Ursachen von Muskelverspannungen?

Ursächlich für Muskelverspannungen können sein:
  • psychische Anspannung und Stress;
  • monotone, unphysiologische Bewegungsabläufe;
  • Fehlbelastungen der Wirbelsäule;
  • schlechte Körperhaltung;
  • unzureichendes Aufwärmen vor dem Sport;
  • ungenügend ausgeprägte Muskulatur, vor allem am Bauch und Rücken;
  • Muskelverletzungen.
Welche Beschwerden treten bei Muskelverspannungen auf?

Die beiden Hauptbeschwerden sind Schmerzen und daraus resultierend oft Bewegungseinschränkungen. Eine Muskelverspannung wird von den sensiblen Nervenfasern als Schmerzreiz wahrgenommen, an das Gehirn weitergeleitet und bewusst wahrgenommen.

So äußern sich Verspannungen der Rückenmuskulatur als tief sitzender Schmerz in der Lendenwirbelsäule. Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur bewirken Schmerzen im Nacken, in der Schulter und sogar in den Armen. Selbst Kopfschmerzen können die Folge von Verspannungen sein. Da die Schmerzintensität vom Dehnungszustand der betroffenen Muskeln abhängig ist, erklären sich Bewegungseinschränkungen bei den Betroffenen. Bei weit ausholenden Bewegungen werden die Muskeln stark gedehnt. Diese Dehnung wird als schmerzhaft empfunden. Bei starken Muskelverspannungen sind selbst kleinste Bewegungen qualvoll.

Da die Schmerzintensität vom Dehnungszustand der betroffenen Muskeln abhängig ist, nimmt man automatisch die Körperhaltung ein, bei der die Schmerzen am geringsten sind. Oft bewirkt diese Schonhaltung eine Fehlhaltung und die Muskelverspannung wird dauerhaft verstärkt (= Teufelskreis der Muskelverspannung).

Was kann bei Muskelverspannungen helfen?

Bei akuten Verspannungen wirken Wärmeanwendungen oft gut bis sehr gut. Dies können warme Bäder mit Kräuterzusätzen, Saunabesuche, warme Güsse, feuchtwarme Kompressen, Wärmepflaster, Heizkissen, Wärmestrahler oder Fangopackungen sein. Ebenso entspannend sind Massagen und Dehnungsübungen.

Um den Schmerz-Verspannungskreislauf zu durchbrechen, können für einen kurzen Zeitraum, Antiphlogistika (= schmerz- und entzündungshemmende Medikamente), sowie Myotonolytika (= Medikamente, die Muskelverspannungen verringern oder lösen) ärztlich verordnet werden. Auf Dauer helfen nur eine bessere Körperhaltung und eine gezielte Kräftigung der betroffenen Muskulatur. Sind psychische Belastungen die Auslöser der Verspannungen, so können eine Psychotherapie oder eine Änderung der Lebensweise hilfreich sein.


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