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Vergiftung (engl. poisoning, intoxication)

Als Vergiftung oder Intoxikation werden krankhafte oder gestörte Funktionen im menschlichen Körper bezeichnet, die durch die Wirkung eines Gifts (= Toxins) entstehen. Ein Toxin kann jede Substanz sein, die eine Krankheit auslösen oder zum Tod führen kann. Das Krankheitsbild bei einer Vergiftung wird als Toxikose bezeichnet. Sind mehrere Stoffe für die Vergiftung verantwortlich, so spricht man von einer Misch- oder Polyintoxikation.

Wovon hängt die Giftigkeit einer Substanz ab?

Gifte können geschluckt, eingeatmet, über die Haut aufgenommen oder injiziert werden. Manche entfalten ihre toxischen Eigenschaften erst, wenn sie im Körper verstoffwechselt werden. Toxine wirken auf verschiedenste Strukturen im menschlichen Körper.

Einige Gifte wirken schon in geringen Mengen toxisch, andere müssen dem Körper in hohen Konzentrationen beigebracht werden. Entscheidend für die Toxizität einer Substanz kann auch die Einwirkungshäufigkeit und Einwirkungsdauer sein. Die Giftigkeit kann auch von der Art abhängen, wie eine Substanz in den menschlichen Körper gelangt. So sind manche Stoffe unschädlich, wenn sie gegessen werden, jedoch wirken sie tödlich, wenn sie direkt in die Blutbahn injiziert werden.

Wie giftig eine Substanz wirkt, hängt auch von individuellen Merkmalen der betroffenen Personen ab. So gibt es Stoffe (beispielsweise Alkohol), die bei Säuglingen und Kindern bereits in niedrigen Konzentrationen toxisch wirken, bei Erwachsenen jedoch in der gleichen Menge harmlos sind. Auch Vorerkrankungen von Patienten können bei der Giftwirkung eine entscheidende Rolle spielen.

Welche Formen von Vergiftungen gibt es?

Es werden akute und chronische Vergiftungen unterschieden.

Akute Vergiftungen entstehen meist aufgrund versehentlicher (= akzidenteller) oder beabsichtigter (Selbstmordversuch!) Aufnahme von giftigen Substanzen. Dazu zählen Arzneimittel, Haushalts- und Arbeitsstoffe, Nahrungs- und Genussstoffe (siehe auch Lebensmittelvergiftung), Pflanzen, tierische Gifte und andere. Eine chronische Vergiftung entsteht durch lang dauernde Einwirkung (= Exposition) gegenüber Umweltchemikalien oder Nahrungsgiften. Vor allem in der Arbeitsmedizin stellt diese Vergiftungsform ein Problem dar. Auch die dauernde Überdosierung von Medikamenten kann zu chronischen Vergiftungserscheinungen führen.

Welche Umstände und Symptome können auf Vergiftungen hindeuten

Ein Verdacht auf eine Vergiftung besteht insbesondere wenn:
  • junge, bisher gesunde Menschen unerwartet versterben;
  • Kinder ohne bekannte Vorerkrankungen plötzlich krank werden;
  • mehrere Personen gleichzeitig erkranken;
  • Personen leicht Zugang zu Giften haben;
  • die betroffene Person rauschgiftsüchtig ist.
Chronische Vergiftungen machen sich häufig zuerst durch unspezifische Symptome bemerkbar. Dazu zählen: Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Wesensveränderungen.

Wie werden Vergiftungen behandelt?

Die Notfallmaßnahmen richten sich nach der Art des Giftes. Medizinische Laien sollten auf jeden Fall den Rat eines Giftnotrufs oder Giftinformationszentrums (Adressen finden sich bei den Notrufen) einholen. Bei akuten Vergiftungen müssen die Vitalfunktionen aufrechterhalten werden. Erst-Hilfe-Kenntnisse, vor allem der Herz-Lungen-Wiederbelebung sind dabei nützlich. Jedoch sollte man auch an den Selbstschutz denken! Handschuhe oder die Beatmung über einen Safar-Tubus sind beispielsweise bei Kontaktgiften angebracht. Einfache entgiftende Maßnahmen können das ausgiebige Spülen mit Wasser bei Haut- und Augenverletzungen sein oder das Erbrechenlassen durch Brechmittel wie Ipecacuanha, Kochsalzlösungen oder Apomorphin. Keinesfalls sollten die Patienten erbrechen, wenn sie beispielsweise ätzende oder schaumbildende Substanzen oder organische Lösungsmittel (beispielsweise Benzin) eingenommen haben. Ebenso sollte das Erbrechen in der Schwangerschaft, bei Bewusstlosigkeit oder Kreislaufinsuffizienz unterbleiben.

Weitergehende Maßnahmen können die Magenspülung und die Verabreichung von Aktivkohle oder abführenden Mitteln sein. Für einige Gifte stehen spezielle Gegengifte (Antidote) zur Verfügung.

Methoden der schnellen Giftelimination sind beispielsweise:
  • Blutreinigungsverfahren (Hämodialyse, Hämoperfusion, Plasmapherese);
  • focierte Diurese (= Steigerung der Urinmenge);
  • focierte Ventilation: Durch eine Steigerung der Ventilation, die beispielsweise durch Kohlendioxid angereichertes Atemgas provoziert, können Lösungsmittel oder halogenierte Kohlenwasserstoffe schneller ausgeschieden werden.


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