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Venen (engl. veins)

Venen sind dünnwandige Blutgefäße, die das Blut zum Herzen transportieren. Die Venen des Körperkreislaufs führen sauerstoffarmes Blut von den Körpergeweben zum Herzen zurück. Die venösen Blutadern erscheinen bläulich, da sich mit einer veränderten Sauerstoffkonzentration die Farbe des Blutes ändert. Das venöse Blut erscheint dunkler als das arterielle. Der Blutdruck in den Venen ist wesentlich niedriger als in den Arterien (= Blutgefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg in den Körper leiten).

Die Venolen, die kleinsten Venen, beginnen am venösen Ende der Kapillaren. Die Blutkapillaren sind die kleinsten Verzweigungen des Blutgefäßsystems, in denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen dem Blut und den Geweben stattfindet.

Die Größe der Venen nimmt zum Herzen hin zu. Viele – aber nicht alle Venen – bilden Klappen aus, die als einseitige Ventile fungieren. Sie erlauben den Blutfluss zum Herzen hin, jedoch nicht in die entgegengesetzte Richtung. Die Funktionsweise der Venenklappen kann man selbst an manchen Venen des Handrückens beobachten. Streicht man die venösen Blutgefäße in Richtung Fingerspitzen aus, so bleiben sie leer, da das Blut nicht vom Arm her nachfließen kann.

Durch die Venenklappen wird also ein Blutrückstau in den Venen verhindert. Dies ist besonders wichtig in den Körperregionen, an denen der Blutstrom die Schwerkraft überwinden muss, wie beispielsweise in den Armen und Beinen. In den Beinen fließt das venöse Blut in den tief liegenden Venen. Hier werden die Venen durch die Kontraktion (=Zusammenziehen) angrenzender Muskeln zusammengedrückt (= Muskelpumpe), und das Blut wird durch die Venenklappen in Richtung Herz geleitet. Danach fließt das Blut aus den oberflächennahen Beinvenen in die nun entleerten tieferen Venen. Der Druck in den oberflächlichen Venen lässt nach.

Was sind typische Erkrankungen der (Bein-)Venen?

Erste Symptome einer Venenerkrankung sind Schwellungen in der Knöchelgegend (Ödeme) und Schweregefühl in den Beinen. Die Beschwerden treten hauptsächlich abends auf. Es handelt sich um unspezifische Symptome, das heißt auch andere Erkrankungen können sie hervorrufen.

Nicht als Erkrankung, sondern als ein kosmetisches Problem werden Besenreiser angesehen. Besenreiser sind sichtbare, dicht unter der Haut verlaufende, erweiterte kleinste Venen. Sie scheinen durch die Haut als hellrote Gefäßbäumchen, dunkelblaue Äderchen oder rötliche Flecken. Sie können ein Hinweis für tiefer liegende Krampfadern oder eine Abflussstörung sein und sollten daher ärztlich untersucht werden. Als mögliche Behandlungsmethoden kommen die Einspritzung von Verödungsmitteln oder Farbstofflaser in Betracht.

Krampfadern oder Varizen sind erweiterte und geschlängelte Venen. Insuffiziente (= ungenügend leistungsfähige) Venenklappen können einen Blutrückstau provozieren und die Bildung der Krampfadern begünstigen. Oberflächliche Krampfadern sind mit bloßem Auge gut sichtbar oder fühlbar. Sie schlängeln sich im Unterhautfettgewebe am Bein entlang. Varizen in den tiefen Beinvenen können nur mit speziellen bildgebenden Verfahren erkannt werden.

Eine weitere Erkrankung der venösen Blutgefäße ist die so genannte Phlebitis oder Venenentzündung. Die Blutader und das umliegende Gewebe schmerzen, sind gerötet, geschwollen und fühlen sich heiß an. Die genauen Ursachen von Venenentzündungen sind bis heute nicht geklärt. Als mögliche Ursachen werden eingedrungene Krankheitskeime, mechanische Reizung der Vene(n) oder Autoimmunprozesse diskutiert.

Eine gefürchtete Erkrankung der Venen ist die Thrombose. Es handelt sich dabei um ein Blutgerinnsel, welches sich in den Venen bildet und an der Venenwand festsetzt. Gefährlich wird das Blutgerinnsel dann, wenn es sich löst und in die Lunge gelangt. Dort kann es dann zu einer Lungenembolie kommen.

Jahrelange Rückflussstörungen im venösen System können schließlich zu einem „offenen Bein“ oder Ulcus cruris führen. Damit meint man schlecht heilende, tiefe Geschwüre an den Unterschenkeln oder Füßen. Die Wunden sind offen, nässen meist, können übel riechen und bestehen oft über einen längeren Zeitraum. Der Heilungsprozess der Unterschenkelgeschwüre erfordert viel Geduld.

Welche diagnostischen Verfahren kommen bei Venenerkrankungen zum Einsatz?

Mehrere bildgebende Verfahren sind bei der Diagnose von Venenerkrankungen möglich. Die Phlebographie ist eine Röntgenuntersuchung der Venen. Sie dient für gewöhnlich der Erkennung von Thrombosen. Normalerweise sind Venen auf Röntgenbildern nicht sichtbar, weil die elektromagnetische Strahlung durch sie hindurchtritt. Mit Hilfe eines Röntgenkontrastmittels, das in die Venen injiziert wird, sind die venösen Blutgefäße jedoch auf einer Röntgenaufnahme (Phlebogramm) darstellbar.

Mit Hilfe der Doppler-Sonographie, einem speziellen Ultraschallverfahren, kann die Fließgeschwindigkeit in den Blutgefäßen ermittelt werden. Die Methode basiert darauf, dass die Schallwellen, die von den roten Blutkörperchen reflektiert werden, je nach Strömungsgeschwindigkeit eine tiefere oder höhere Frequenz haben als die vom Ultraschallgerät gesendeten. Die Menge und die Geschwindigkeit des Blutstroms sowie Verschlüsse und Blockierungen im Blutkreislaufsystem können so ermittelt werden.


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