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Unterzucker (engl. hypoglycemia)

Mit Unterzucker oder Hypoglykämie wird in der Medizin eine zu geringe Konzentration von Glukose (Traubenzucker) im Blut bezeichnet. Die Blutzuckerwerte gehen unter den altersentsprechenden Wert. Die Unterzuckerung führt häufig zu vegetativen Symptomen, wie beispielsweise Zittern, Herzklopfen und Hungergefühl und/oder neurologischen Ausfällen.

Wie wird der Blutzuckerspiegel reguliert?

Insulin, ein in der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, sorgt dafür, dass der Körper Zucker aufnehmen kann. Wird nun zu viel oder zu wenig Insulin freigesetzt, kann dies schwere Folgen für den Zuckerstoffwechsel haben. Zu viel Insulin verursacht einen niedrigen Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie), zu wenig Insulin einen hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie).

Bei der Verdauung von Kohlehydraten entsteht im Körper der Einfachzucker Glukose, der an das Blut abgegeben wird. Die Bauchspeicheldrüse, speziell ihre Langerhans-Inseln, werden dann angeregt Insulin in das Blut abzugeben. Das Insulin unterstützt die Aufnahme von Glukose in die Zellen. Dort wird der Zucker entweder sofort verstoffwechselt oder gespeichert.

Bei der insulinbedingten Zuckerkrankheit Typ 1 (Diabetes mellitus) sind die insulinproduzierenden Zellen zerstört. Die Glukose wird nicht in die Zellen aufgenommen, verbleibt im Blut und wird mit dem Urin ausgeschieden. Schwäche, Hunger, Durst und Gewichtsverlust sind die Folgen. Der Betroffene benötigt Insulin, um die Glukose verwerten zu können. Insulin kann heutzutage synthetisch hergestellt und von den Diabetikern bedarfsgerecht gespritzt werden.

Der menschliche Körper besitzt nun auch Regelmechanismen, um auf einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel zu reagieren. Normalerweise kann der menschliche Körper seinen Energiebedarf über Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette decken. Nur das Gehirn deckt seinen Energiebedarf ausschließlich mit Glukose. Bei einer beginnenden Unterzuckerung reagiert es daher mit einem Adrenalinausstoß. Dieser Botenstoff führt zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Der Herzschlag wird schneller, damit das Blut schneller fließt. Gleichzeitig stellt die Bauchspeicheldrüse ihre Insulinproduktion ein und die Leber wird zu einer höheren Freisetzung von Glykogen, der Speicherform der Glucose, veranlasst. Glukagon, ein weiteres Hormon der Bauchspeicheldrüse, wird vermehrt aktiv und bewirkt unter anderem den Abbau von Glykogen zu Glucose.

Wann genau spricht man von Unterzucker?

Der Grenzwert der Glukosekonzentration für Kinder und Erwachsenen im Blut beträgt 50mg/dl. Jeder Blutzuckerwert unter 40 mg/dl wird als Hypoglykämie angesehen. Dies ist unabhängig davon, ob dabei die typischen Symptome auftreten. Bei Blutzuckerwerten von 40mg/dl bis 50mg/dl spricht man von Unterzuckerung, wenn gleichzeitig cerebrale Symptome auftreten. Ab 60mg/dl besteht keinesfalls eine Unterzuckerung, auch wenn bestimmte Symptome darauf hindeuten.

Was sind die Ursachen der Unterzuckerung?

Häufige Ursache für die Hypoglykämie ist die falsche Dosierung von Medikamenten, wie Insulin, Sulfonylharnstoffen oder Metformin (selten). Dies ist insbesondere der Fall, wenn Diabetiker das blutzuckersenkende Insulin überdosieren. Aber auch völlig gesunde Menschen können an einer Hypoglykämie leiden. Dies ist beispielsweise nach starken körperlichen Anstrengungen der Fall, wenn vorher keine Kohlenhydrate, beispielsweise in Form von Kartoffeln oder Getreideprodukten, aufgenommen wurden.

Die Unterzuckerung kann auch die Folge einer zu starken Glukoseverwertung sein. Patienten mit Insuliomen (= gutartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse) oder Neugeborene diabetischer Mütter sind davon betroffen. Eine verminderte Glukoseproduktion, die zur Hypoglykämie führt, findet sich bei Leberfunktionsstörungen und Alkoholvergiftungen.

Was sind die Symptome der Hypoglykämie?

Nicht jede Hypoglykämie ist von Symptomen begleitet. Es können jedoch neurologische Ausfälle auftreten. Dies sind beispielsweise: Koordinationsstörungen, Sehen von Doppelbildern, manchmal Apathie, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen bis hin zum hypoglykämischen Schock. Eventuell können psychotische Zustände mit Erregbarkeit und Wutausbrüchen beobachtet werden.

Zudem kommt es zu vegetativen Symptomen, für welche die Adrenalinausschüttung verantwortlich ist. Dies sind im Einzelnen: kalter Schweiß, Zittern, Hungergefühl, Herzklopfen, Blässe der Haut und Blutdruckerhöhung.

Wie wird die Unterzuckerung behandelt?

Die Gabe von Kohlenhydraten, insbesondere von Traubenzucker, kann eine akute Unterzuckerung kurzfristig beenden. Zuckerhaltige Getränke oder andere Nahrung dürfen nur bei völligem Bewusstsein gegeben werden! Auf jeden Fall muss umgehend der Rettungsdienst verständigt werden! Der behandelnde Notfallmediziner kann intravenös eine Glukoselösung verabreichen. In der Regel führt dies zum Verschwinden der hypoglykämischen Symptome.


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