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Sicca-Syndrom - Trockenes Auge

Sicca-Syndrom ist die medizinische Bezeichnung für das Phänomen des trockenen Auges. Die Bindehaut und die Hornhaut des Auges werden nicht ausreichend befeuchtet, eine Störung des Tränenfilms liegt vor. Die Zusammensetzung oder Menge seiner Bestandteile (Tränenflüssigkeit, Fett- und Schleimschicht) stimmt nicht. Die Folgen sind Lichtempfindlichkeit, Rötung, Brennen und Fremdkörpergefühl. Vorwiegende Ursachen des trockenen Auges sind Umweltfaktoren, wie Klimaanlagen, Bildschirmarbeit und trockene Luft. Das Sicca-Syndrom ist eine häufige Erkrankung.

Ursachen

Die Ursachen des Sicca-Syndroms sind vielfältig. Die häufigsten Auslöser für das trockene Auge sind Umweltfaktoren. Dazu zählen: heiße, trockene Umgebungsluft, Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, Tabakrauch, Stäube, Lösungsmitteldämpfe und das Tragen von Kontaktlinsen.

Die Produktion der Tränenflüssigkeit kann altersbedingt nachlassen oder das trockene Auge ist auf Hormonumstellungen oder Vitamin-A-Mangel zurückzuführen.

Weitere Ursachen können auch andere Erkrankungen sein, wie beispielsweise ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Störungen der Schilddrüsenfunktion oder Autoimmunerkrankungen, wie das Sjögren-Syndrom, der Lupus erythematodes oder die Sklerodermie. Schließlich sind auch Benetzungsstörungen der Binde- und Hornhaut aufgrund von Nervenschädigungen (Trigeminusneuralgie, Facialisparese) in Betracht zu ziehen. Selbst bestimmte Medikamente ("Pille", Beta-Blocker, Schlaf- und Beruhigungsmittel) können die Auslöser des trockenen Auges sein.

Symptome

Die Betroffenen leiden häufig unter Fremdkörpergefühl ("Sand in den Augen"), Brennen, Jucken und Lichtempfindlichkeit. Die Augen können morgens verklebt sein, sind gerötet und ermüden leicht. Durch die Symptome werden die Augen stark gereizt und fangen an zu tränen.

Diagnose

Die Diagnose des Sicca-Syndroms stellt der Augenarzt anhand der geschilderten charakteristischen Beschwerden und verschiedener Tests. Allein durch die Begutachtung der Augen mit der Spaltlampe, die einen vergrößernden Effekt hat, kann der Arzt Rötungen der Bindehaut und Trübungen der Hornhaut feststellen.

Weitere Untersuchungsmethoden, um die Augentrockenheit zu diagnostizieren, sind die Tränenaufrisszeit (Break-up time) und der Schirmer-Test. Zur Bestimmung der Tränenaufrisszeit wird die Tränenflüssigkeit angefärbt und zeitlich gemessen, wie schnell der Tränenfilm bei geöffnetem Auge aufreißt. Beim Schirmer-Test wird ein Löschpapierstreifen ins Unterlied eingelegt und dessen Befeuchtung durch die Tränenflüssigkeit nach fünf Minuten beurteilt. Behandlung

Nach Möglichkeit sollte die Ursache des trockenen Auges ermittelt und gezielt behandelt werden. Dies ist jedoch bei bestimmten Auslösern nicht immer möglich, deshalb bleibt oft nur die Option, die Symptome des trockenen Auges zu behandelt.

Zur Therapie stehen eine Reihe von Tränenersatzmitteln zur Verfügung. Eventuell muss der Betroffene ausprobieren, welches ihm am besten hilft. Menschen mit besonders empfindlichen Augen sollten darauf achten, dass ihre Tropfen keine Konservierungsmittel enthalten, die Allergien hervorrufen können. Auch für Kontaktlinsenträger gibt es geeignete Präparate.

In seltenen Fällen werden die Tränenpünktchen mechanisch blockiert, damit keine Tränenflüssigkeit mehr durch den Tränen-Nasen-Kanal ausgeschwemmt werden kann.

Verlauf

Trockene Augen können viele Aktivitäten begrenzen. Die Sehkraft wird normalerweise dadurch jedoch nicht beeinflusst. Nur in Ausnahmefällen kann es zu bleibenden Hornhautschäden kommen. Tipps
  • Betroffene sollten künstliche Tränen regelmäßig und häufig einträufeln. Welches Präparat am besten hilft, kann oft nur durch Ausprobieren ermittelt werden.
  • Zugluft, Tabakrauch oder sonstige reizende Stoffe sollten nach Möglichkeit gemieden werden.
  • Frische Luft lindert für gewöhnlich die Beschwerden.
  • In klimatisierten Räumen sollte auf ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden.
  • Bei der Bildschirmarbeit sind Pausen und bewusstes Blinzeln hilfreich.
  • Die Sehtüchtigkeit sollte bei Trockenheitsgefühl und Augenbrennen routinemäßig getestet werden, da auch eine unentdeckte Fehlsichtigkeit zu diesen Problemen führen kann.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 11.04.2008


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