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Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur)

Das Schlüsselbein (Klavikula) ist ein kurzer (handlang), horizontal liegender Röhrenknochen über dem Brustkorb. Er ist jeweils mit dem Brustbein (=Sternum) und dem Schulterblatt (=Skapula) verbunden. Das Schlüsselbein stabilisiert die Schultern. Zum Bruch des Schlüsselbeins kommt es meist bei einem Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm. Selten ist eine direkte Gewalteinwirkung auf den Knochen - beispielsweise durch einen Schlag - die Ursache des Schlüsselbeinbruchs.

Der Bruch kommt im Kinder- und Jugendalter recht häufig vor. Prädestiniert sind ebenfalls Menschen, die Kontaktsportarten betreiben. Auch beim Ski-, Radfahren oder Reiten besteht eine erhöhte Gefährdung. Der Schlüsselbeinbruch ist ebenso recht häufig bei Neugeborenen zu beobachten. Bei ihnen bricht der Knochen beim Durchtritt durch den Geburtskanal. Eine Heilung erfolgt in diesem Fall innerhalb weniger Wochen von selbst.

Wie kann man einen Schlüsselbeinbruch erkennen?

Nach dem Bruch hängt der Arm auf der verletzten Seite schlaff herab. Der Betroffene hat Druck- und Bewegungsschmerzen und legt den Oberarm in Schonhaltung an. Die Schulter neigt sich dadurch nach vorn, der Kopf beugt sich zur Seite. An der Bruchstelle lassen sich eine sicht- und tastbare Schwellung beziehungsweise Stufenbildung im Verlauf des Knochens beobachten. Das Schlüsselbein erscheint bisweilen verkürzt. Werden bei dem Schlüsselbeinbruch Blutgefäße oder Nerven verletzt, so entsteht ein sichtbarer Bluterguss. In seltenen Fällen findet man eine offene Verletzung vor, bei der die Knochenbruchstücke die Haut durchspießen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Allein die typischen Symptome und Begleitumstände lassen meist schon einen begründeten Verdacht für einen Schlüsselbeinbruch zu. Um die genaue Bruchstelle, das Ausmaß und die Art des Bruchs festzustellen, erfolgt eine Röntgenuntersuchung. Ein CT ist eventuell bei Frakturen, die nahe am Brustbein liegen, nötig. Treten Verletzungen von Nerven und Blutgefäßen auf, so kann es zu Durchblutungsstörungen oder neurologischen Ausfällen im betroffenen Arm kommen. In diesen Fällen wird der Bruch dann operativ behandelt.

Wie erfolgt die Behandlung des Schlüsselbeinbruchs?

Häufig ist eine konservative Therapie mit einem so genannten Rucksackverband ausreichend. Er wird um beide Schultern gelegt und auf dem Rücken angezogen und gehalten. Die Schultern werden so zurückgehalten, das Schlüsselbein stabilisiert und die gebrochenen Enden des Schlüsselbeins können so zusammenwachsen und heilen. Die Tragedauer beträgt drei bis vier Wochen. Eine operative Einrichtung und Fixierung des Bruchs unter Vollnarkose geschieht bei offenen Brüchen, Gefäß- oder Nervenverletzungen oder starken Knochenverschiebungen. Dabei stehen auch wenig invasive Methoden (Titannagel) zur Verfügung. Bis zur völligen Verheilung (Verknorpelung, Verknöcherung) können acht bis zwölf Wochen vergehen. Die gleiche Belastbarkeit wie vor dem Bruch weist der Knochen allerdings erst nach ca. einem halben Jahr auf.


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