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Schilddrüsentumoren (engl. tyroid tumors) -> Schilddrüsenkarzinom (engl. tyroid carcinoma)

Schilddrüsentumoren oder –geschwülste sind Gewebewucherungen der Schilddrüse. Die meisten Schilddrüsentumoren sind gutartig. Es handelt sich dabei meist um hormonell inaktive oder hormonproduzierende Knoten, die so genannten Adenome. Nur 3% der Schilddrüsenknoten sind bösartig. Bei den bösartigen Schilddrüsentumoren (Malignomen) ist das Schilddrüsenkarzinom die häufigste Form (95%). Das Schilddrüsenkarzinom ist im Vergleich zu Karzinomen anderer Organe selten und macht nur 1% aller Karzinome aus. Frauen sind 2-3mal häufiger betroffen als Männer. Pro Jahr kommt es zu drei Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Meistens entstehen die Tumore im Alter zwischen 25 und 50 Jahren.

Was können die Ursachen des Schilddrüsenkarzinoms sein?

Die genauen Ursachen bei der Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms sind nicht bekannt. Umweltfaktoren, wie chronischer Jodmangel, sind jedoch mit einem gesteigerten Risiko für ein Schilddrüsenkarzinom assoziiert (Faktor ca. 2,3). Eine Zunahme der Häufigkeit von Schilddrüsenkarzinomen durch ionisierende Strahlen ist erwiesen. Nach externer Bestrahlung der Halsregion oder radioaktiver Kontamination - zum Beispiel nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl – erhöht sich die Häufigkeit eines Schilddrüsenkarzinoms bei Kindern und Jugendlichen um das 4- bis 45fache. Besonders kritisch ist die Exposition vor dem 4. Lebensjahr. Folgekrankheiten des Jodmangels, wie Schilddrüsenvergrößerungen (Struma) und Knotenbildungen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit an einem Schilddüsenkarzinom zu erkranken. Metastasen anderer Tumorerkrankungen können zu einem Schilddrüsenmalignom führen. Krebserkrankungen der Lunge, der Brust, des Magens, der Haut und der Nieren können in die Schilddrüse streuen

Welche Formen des Schilddrüsenkarzinoms gibt es?

90 Prozent der Schilddrüsenkarzinome gehen von den Thyreozyten (Schilddrüsenzellen oder Follikel bildende Zellen) oder den C-Zellen, die Calcitonin bilden, aus. Die Karzinome der Thyreozyten werden in follikuläre, papilläre und undifferenzierte Karzinome unterteilt. Die Karzinome, die auf bösartige Veränderungen der C-Zellen zurückzuführen sind, heißen medulläre Karzinome oder C-Zellkarzinome. Bei medullären Karzinomen scheint eine genetische Disposition zu bestehen, da sie familiär gehäuft auftreten.

Die einzelnen Formen unterscheiden sich auch in ihrer Prognose, dem Erkrankungsalter und hinsichtlich ihrer Entstehungsursache. Die Heilungschancen beim papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom sind im Allgemeinen gut. Über 80% der Patienten sind zehn Jahre nach Feststellung der Erkrankung noch am Leben. Das undifferenzierte Schilddrüsenkarzinom, das vor allem bei älteren Patienten auftritt, ist sehr aggressiv und schwer zu behandeln. Die Heilungsaussichten sind geringer. Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt 10 bis 15%:

Welche Symptome können bei Schilddrüsentumoren auftreten?

Wachsen einzelne Knoten oder ein bereits bestehendes Struma (=Kropf oder vergrößerte Schilddrüse) sehr schnell, ist der Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom groß. Die Knoten in der Schilddrüse schmerzen meist nicht und sind von derber Konsistenz. Die Schilddrüsenfunktion wird durch das Karzinom meist nicht verändert. Weitere Krankheitszeichen sind Schluckschwierigkeiten und chronische Heiserkeit, wenn die zum Kehlkopf verlaufenden Nerven geschädigt sind. Begleitend kann auch chronischer Durchfall auftreten, der mit Gewichtsverlust, Müdigkeit und Abgeschlagenheit einhergeht. Treten Schmerzen auf, so strahlen sie vom Hals in die Ohren aus. Im Spätstadium der Erkrankung kommt es zu Lymphknotenschwellungen im Halsbereich.

Welche diagnostischen Verfahren werden angewendet?

Der Ultraschall ist bei der Tumordiagnostik sehr wichtig. Ein echoarmer Knoten gibt einen Hinweis auf einen bösartigen Tumor. Bei einem Verdacht auf einen Tumor sollte auch eine Szintigraphie durchgeführt werden. Besonders kalte Knoten (= Gewebe, das kein Jod aufnehmen kann) können bösartig sein. Um das Knotengewebe beurteilen zu können, wird häufig eine Gewebeentnahme mit einer feinen Nadel (Feinnadelpunktion) vorgenommen. Meistens werden mehrere Verfahren angewendet, um die Diagnosesicherheit zu erhöhen. Der Tumor kann durch jede einzelne Methode oder auch einen Tastbefund gefunden werden.

Wie wird das Schilddrüsenkarzinom therapiert?

Die Primärtherapie besteht immer in einer operativen Entfernung des bösartig erkrankten Tumorgewebes. Häufig muss die ganze Schilddrüse entfernt werden. Im Anschluss daran wird eine Radiojodtherapie durchgeführt, um mikroskopisch kleines, bösartiges Gewebe zu beseitigen, welches bei der Operation nicht erfasst wurde. Auch jodspeichernde Metastasen können so behandelt werden. Danach ist lebenslanger Hormonersatz nötig. Die Schilddrüsenhormone werden durch Medikamente substituiert. Je nach Tumorart und bei weiterem Wachstum des Karzinoms müssen Zytostatika, Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt werden.

Wie sieht die Prognose bei Schilddrüsenkarzinomen aus?

Der Verlauf der Erkrankung ist von vielen Faktoren abhängig. Eine Rolle spielen das Erkrankungsalter, der Tumortyp, das Geschlecht und das Tumorstadium. Beschränkt sich der Tumor auf die Schilddrüse, sind die Heilungschancen sehr gut. Die Lebenserwartung ist geringer, wenn sich der Tumor ausbreitet.


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