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SARS - Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom (engl. Severe Acute Respiratory Syndrom)

Bei SARS oder dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom handelt es sich um eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die mit schweren grippeähnlichen Symptomen einhergeht und in 11 % der Erkrankungsfälle tödlich endet. Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte SARS in den Jahren 2002 und 2003, als sich die Lungenseuche epidemieartig - von Südchina ausgehend - verbreitete. Als Krankheitserreger wurde ein Virus aus der Familie der Coronaviren identifiziert, das bis dahin nicht bekannt war. An SARS erkrankten bei dieser Epidemie nach Angaben der WHO 8.422 Menschen, von denen 916 verstarben. Krankheitsfälle gab es in über 30 Ländern, wobei China am stärksten betroffen war. Hauptsächlich zeigten sich die Symptome bei Erwachsenen, Kinder waren nur selten betroffen.

Krankheitserreger / Übertragung / Inkubationszeit

Der Erreger von SARS ist ein Virus aus der Familie der Coronaviren (RNS-Virus). Bis zu der Epidemie 2002/2003 wurde der Erreger noch nicht beim Menschen als Krankheitskeim identifiziert. Sein Erbgut ist inzwischen vollständig aufgeschlüsselt. Vermutlich entwickelte sich der SARS-Erreger aus einem bis dahin für Menschen ungefährlichen Corona-Virus in Tieren. Durch eine spontane Veränderung des Erbguts erlangte das Virus die Fähigkeit, menschliche Zellen zu infizieren. Die Übertragung auf den Menschen wurde durch zwei Faktoren im Ursprungsland Südchina (Provinz Guangdong) begünstigt: die hohe Bevölkerungsdichte und das in dieser Region traditionell enge Zusammenleben von Tieren und Menschen. Als ursprüngliches Reservoir der Erkrankung wird die Zibetkatze, eine Schleichkatze, vermutet, die in China auch verspeist wird. Die Übertragung des Erregers findet über eine Tröpfcheninfektion statt. Ansteckend sind Personen, bei denen bereits Symptome auftreten. Angenommen wird auch, dass sich der Erreger über größere Distanzen in der Luft, durch das Trinkwasser oder auch über Fäkalien und Klimaanlagen verbreiten kann. Außerdem scheint der Erreger eine große Überlebensfähigkeit zu besitzen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und zehn Tagen, wobei durchschnittlich fünf Tage üblich sind. Längere Inkubationszeiten sind wahrscheinlich auch möglich.

Lungeninfektion

Hauptangriffsziel der SARS-Viren ist die Lunge. Die Viren binden an das Protein ACE2 (Angiotensin-Conversions-Enzym Typ 2) an der Zelloberfläche und gelangen darüber in die Zellen der Lunge, wo sie sich vermehren und diese schädigen. Zudem wird bei der Infektion ACE2 derart verändert, dass es nicht mehr ein blutdrucksteigerndes Hormon - das Angiotensin II abbauen kann. Die Konzentration des Hormons Angiotensin II in der Lunge steigt an. Die Folge ist ein Flüssigkeitsaustritt aus den Blutgefäßen in die Lunge. Ein akutes Lungenversagen tritt ein.

Symptome

Zu den ersten Symptomen gehören Fieber, Unwohlsein, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Das Fieber kann zu Beginn der Erkrankung auch fehlen. Auch Hals- und Muskelschmerzen können beobachtet werden. Dazu kommen ein anfangs trockener Husten, Atemnot und Durchfall (wässrig, ohne Blut und Schleim). In schweren Fällen entwickelt sich eine rasch voranschreitende Atemnot mit Sauerstoffbedarf. 20 % der Betroffenen benötigen eine Intensivbehandlung.

Diagnose

Richtungsweisend bei der Diagnose sind die Symptome in Verbindung mit einem Aufenthalt in Endemiegebieten. Auf dem Röntgenbild der Lunge oder im CT zeigen sich drei bis vier Tage nach Krankheitsbeginn, oft noch vor Auftreten der Lungenbeschwerden, typische Veränderungen (fleckenförmige Konsolidierung, generelle interstitielle Infiltrate, usw.). Ebenso können im Blutbild Veränderungen auftreten, wie ein Mangel an Lymphozyten (= weiße Blutkörperchen) oder Thrombozyten (= Blutplättchen). Zudem kann oft ein Anstieg von bestimmten Enzymen (Laktat-Dehydrogenase und Kreatinkinase) beobachtet werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Erreger direkt nachzuweisen (Schnelltest, Immunfluoreszenztest).

Behandlung

Eine direkte Medikamentation gegen das SARS-Virus gibt es derzeit nicht. Vorwiegend versucht man daher, die Symptome zu behandeln. Aufgrund der leichten Ausbreitung der Erkrankung werden die Betroffenen nach Möglichkeit unter Isolationsbedingungen im Krankenhaus behandelt. Da neben der viralen Erkrankung auch häufig bakterielle Zweitbesiedelungen der Lunge auftreten, wird mit Antibiotika (Breitbandantibiotikum -> Levofloxacin) therapiert. Zudem werden bei schwer Erkrankten Ribavirin (antivirales Mittel) und Methylprednisolon (Kortisonpräparat) kombiniert verabreicht.

Prognose

Bei dieser Erkrankung variiert der Krankheitsverlauf erheblich. Es sind milde Verläufe ebenso wie tödlich endende Erkrankungen möglich. Bei den meisten Patienten bessern sich nach sieben bis zehn Tagen die Symptome von allein.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.03.2008


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