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Prostatakarzinom (engl. prostate carcinoma)

Das Karzinom in der Prostata oder Vorsteherdrüse ist bei Männern die häufigste bösartige Tumorerkrankung. Das Heimtückische an dieser Krebserkrankung ist, dass es erst in einem fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden kommt. Bei den angebotenen Krebsvorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr kann die Erkrankung vor dem Auftreten von Symptomen erkannt werden. Sie ist dann optimal behandelbar und es bestehen gute Heilungschancen.

Der Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei ca. 30.000. Bei 50% der Männer über 80 Jahren sind sogar klinisch stumme Tumoren vorhanden, die keine Symptome verursachen und nur bei einer mikroskopischen Untersuchung von Prostatagewebe sichtbar werden.

Was sind die Ursachen des Prostatakarzinoms?

Trotz der Häufigkeit des Prostatakarzinoms sind seine Ursachen noch nicht vollständig bekannt.

Mehrere Faktoren werden für das gehäufte Auftreten verantwortlich gemacht:
  • Zum einen besteht eine gewisse erbliche Komponente. So steigt das Risiko zu erkranken, wenn nahe Verwandte wie, Vater oder Bruder, auch erkrankt sind. Der Zeitpunkt der Erkrankung ist auch früher.
  • Die Bildung des Prostatakarzinoms scheint auch altersabhängig zu sein. So steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit ab dem 50. Lebensjahr rapide an.
  • Das Krebswachstum wird zumindest teilweise vom männlichen Sexualhormon Testosteron angeregt. Die genaue Rolle der Hormone ist aber noch nicht geklärt.
  • Auch besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung von Prostatakrebs. Fettreiche, ballaststoffarme Kost mit viel Fleisch erhöht das Krebsrisiko.
Was sind die Symptome des Prostatakarzinoms?

Zu Beginn der Erkrankung verursacht der Krebs noch keine Beschwerden, da er im äußeren Abschnitt der Prostata entsteht und somit erst relativ spät auf die Harnröhre drückt, die in der Mitte der Prostata verläuft. Es entstehen erst im fortgeschrittenen Stadium ähnliche Symptome wie bei der gutartigen Prostatavergrößerung. Dies sind im Einzelnen: häufiges nächtliches Wasserlassen, Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, vermehrter Harndrang oder Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen.

Da ein Prostatakarzinom auch schon vor diesen Symptomen Metastasen in den Knochen, vor allem in den Wirbeln oder im Becken, bilden kann, kommt es zu Knochenschmerzen. Weitere Anzeichen für ein Prostatakarzinom können Gewichtsverlust, Blutarmut oder blutige Beimengungen im Urin oder in der Samenflüssigkeit sein.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnostik erfolgt zunächst über die so genannte rektale Tastuntersuchung. Dabei wird die Größe und Beschaffenheit der Vorsteherdrüse mit dem Finger vom Mastdarm aus abgetastet. Bei Verhärtungen oder unregelmäßigen höckerigen harten Oberfläche wird eine ultraschallgesteuerte Nadelbiopsie der Prostata erforderlich. Mit Hilfe der histologischen Untersuchung der Gewebeprobe kann die definitive Diagnose gestellt und der Tumortyp bestimmt werden.

Die Ausdehnung des Tumors und die Größe der Prostata sind bei einem speziellen Ultraschall durch den Enddarm (Transrektaler Ultraschall) erkennbar. Eine Blutuntersuchung mit Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA = Protein, welches vermehrt bei Prostatakrebsgebildet wird) kann über das Stadium des Tumors und über den Erfolg einer Behandlung Auskunft geben.

Der Tumor neigt dazu, Lymphknotenmetastasen oder - bei Ausbreitung über die Blutbahn - Metastasen im Skelett, der Leber oder Lunge zu bilden. Um die Tochtergeschwulste zu erkennen, werden folgende Untersuchungen eingesetzt: Röntgen der Lunge und eventuell des Skeletts, Skelettszintigraphie, CT (Computertomographie) des Bauches, Kernspintomographie.

Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie richtet sich nach der Art und dem so genannten klinischen Stadium der Erkrankung. Damit ist im Wesentlichen seine Ausbreitung (bsp. auf die Prostata begrenzt -> T2, die Prostatakapsel durchbrochen -> T3, Nachbarstrukturen, wie Blasenhals oder Rektum, betroffen -> T4, usw. ) gemeint. Hat der Tumor die Prostatakapsel noch nicht durchbrochen und hat noch keine Metastasen gebildet, so kann eine komplette Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) vollständige Heilung bringen. Dabei werden zwei

Operationsmethoden angewendet: offene Prostataentfernung oder laparoskopische Methode (minimal invasive Technik). Neben der Prostata werden die regionalen Lymphknoten ausgeräumt und die Samenbläschen und Endstücke der Samenleiter entfernt. Als Komplikation können Erektionsprobleme und Inkontinenz auftreten. Um diese Probleme weitestgehend zu vermeiden, wird versucht, das dünne Nervenband an der Rückseite der Prostata zu schonen.

Ebenfalls bei geringer Ausbreitung des Karzinoms steht eine lokale radioaktive Bestrahlung mit 125-Jod zur Verfügung. Dabei werden winzige radioaktive Strahler (Seeds) vom Damm her in die Prostata implantiert. Sie geben ihre Strahlung über einige Monate nur in die direkte Umgebung ab und sind daher nur für die Prostata(krebs)zellen schädlich. Die Operation kann ambulant erfolgen und bedarf nur einer Kurznarkose. Neben dieser Form der Bestrahlung ist auch eine externe Radiotherapie möglich. Ihr Nachteil liegt in der Häufigkeit und Dauer der Bestrahlung sowie der bisweilen stärkeren Beeinträchtigung der Potenz.

Eine unblutige Alternative bietet die so genannte HIFU-Methode (hoch intensiv fokussierter Ultraschall). Bei ihr sendet ein Ultraschallkopf im Enddarm energiereiche Wellen in Richtung Prostata, die das Drüsengewebe bei bis zu 100°C verkochen. Die Methode wird beispielsweise für Patienten mit einem heilbaren Tumor verwendet, die aber für eine Operation zu krank oder zu alt sind.

Jedes Verfahren birgt Vor- und Nachteile, die dem Betroffenen unterschiedlich wichtig sind. Welche Methode für den einzelnen die Richtige ist, muss mit dem behandelnden Mediziner besprochen werden. Vorerst ist der chirurgische Eingriff die Standardmethode.

Hat sich der Tumor bereits ausgebreitet und ist eine Heilung nicht zu erwarten, besteht mit einer Hormontherapie die Möglichkeit, das Tumorwachstum zu begrenzen und die Beschwerden zu lindern. Dabei wird die Produktion der männlichen Sexualhormone unterdrückt. Die Möglichkeiten umfassen die medikamentöse (GnRH-Antagonisten) oder chirurgische Kastration, Gabe von Antiandrogenen oder die Verabreichung von weiblichen Geschlechtshormonen. Nebenwirkungen der Hormontherapie können beispielsweise Erektionsprobleme, verminderte Libido, Hitzewallungen und verminderter Bartwuchs sein. Spricht das Tumorgewebe nicht auf die Hormontherapie an, so kann die Einnahme eines Zytostatikums (chemotherapeutische Maßnahme) Wirkung zeigen.

Metastasen in den Knochen können durch Bisphosphonate (Medikamente) oder mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Bei sehr alten Patienten, deren Tumor langsam wächst, die keinen aggressiven Tumortyp haben und deren Krebsgeschwulst die Prostata nicht verlassen hat, kann mit operativen Maßnahmen gewartet werden. Der PSA-Wert muss aber regelmäßig bestimmt werden.

Die Prognose ist abhängig vom Stadium der Erkrankung. Befindet sich der Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium, das heißt, er überschreitet nicht die Bindegewebskapsel und hat keine Metastasen gebildet, so liegt die Heilungsrate bei 90%, wenn eine radikale Prostatektomie erfolgt ist.


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