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Plötzlicher Kindstod (engl. sudden infant death syndrome -> SIDS)

Unter plötzlichen Kindstod oder Krippentod versteht man das unerwartete und nicht ursächlich erklärbare Versterben eines Kindes im ersten Lebensjahr. Der plötzliche Kindstod ist die häufigste Todesursache von Säuglingen nach der ersten Lebenswoche. Meist trifft es Kinder zwischen dem 1. und 5. Lebensmonat. Ebenso fällt eine jahreszeitliche Häufung auf: Im Winter sind doppelt so viele Todesfälle zu beobachten wie im Sommer. In Deutschland ist ungefähr eines von 1000 Lebendgeborenen betroffen (Verhältnis von Jungen zu Mädchen 3:2). In 60 Prozent der Fälle sterben die Kinder während des Nachtschlafs, vor allem in den frühen Morgenstunden.

Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen des plötzlichen Kindstods sind nicht geklärt. Es wird vermutet, dass es sich um eine schlafbezogene Atemstörung handelt. Eine gewisse genetische Disposition wird diskutiert. Bei vorhandener Veranlagung bewirken äußere oder innere Faktoren den verminderten Atmungsantrieb und letztendlich den Kindstod.

Welche Risikofaktoren sind bekannt?

Risikofaktoren, die bei der Mutter liegen, sind folgende:
  • Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft oder sonstiger Drogenmissbauch,
  • Alter der Mutter unter 20 Jahren,
  • Das Risiko steigt auch mit zunehmender Anzahl der Geburten der Mutter,
  • Funktionsstörungen der Plazenta (= Mutterkuchens).
Risikofaktoren, die das Kind direkt betreffen:
  • Bauchlage des Kindes während des Schlafens,
  • Überwärmung oder Auskühlung während des Schlafes,
  • Infektionen der oberen Atemwege,
  • Tabakrauch-Exposition.
Auch ein sehr niedriges Geburtsgewicht (< 2000 Gramm) ist kritisch. Zudem haben Geschwisterkinder, eines am plötzlichen Kindstod verstorbenen Säuglings, ein erhöhtes Risiko. Stillen und Gummisauger reduzieren das Risiko.

Wie stellt sich das Krankheitsbild dar?

Die Kinder wirken zunächst unauffällig und schlafen ganz friedlich. Dann wird das Kind blass oder läuft blau an. Der Herzschlag verlangsamt sich und die Muskeln erschlaffen. Die Atmung setzt aus. Es gibt auch Fälle, bei denen das Aussetzen der Atmung sofort erkannt wird und die wiederbelebt werden können (= augenblicklich lebensbedrohliches Ereignis = ALE) oder spontan wieder zu atmen anfangen. Diese Kinder haben ein wesentlich erhöhtes Risiko am plötzlichen Kindstod zu sterben. Für diese Kinder ist ein Überwachungsmonitor geeignet, mit dem das Kind beim Schlafen überwacht werden kann.

Was kann vorbeugend gemacht werden?

Rauchen Sie nicht während der Schwangerschaft und nach der Geburt ihres Kindes. Die Gefahr des plötzlichen Kindstod ist bei Raucherinnen doppelt so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Ab der 10. Zigarette pro Tag verdreifacht sich das Risiko. Sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung ihres Babys. Legen Sie das Baby zum Schlafen auf den Rücken. Wichtig ist eine luftdurchlässige Matratze und keine überflüssigen Kissen, Deckchen oder Babynester im Bett. Legen Sie ihr Baby so hin, dass es mit den Füßen am Bettende liegt und nicht unter die Bettdecke (keine dicken Federbetten benutzen!) rutschen kann. Geeignet sind Kinderschlafsäcke oder Baumwolldecken und Naturfaser-Produkte. Das Kind sollte beim Schlafen nicht zu warm oder kalt angezogen sein. Der Raum, in dem das Baby schläft, sollte nicht überheizt sein. Die ideale Zimmertemperatur liegt bei 18°C.

Kontaktieren Sie bei einer Erkältung rechtzeitig den Arzt. Auch sollten Sie ihn aufsuchen, wenn Sie den Eindruck haben, dass sich ihr Kind nicht wohl fühlt. Ein fieberndes Kind sollte nicht wärmer eingepackt werden, sondern im Gegenteil eher leichter eingewickelt werden, damit Wärme entweichen kann. Stillen Sie – wenn irgend möglich – anstatt die Flasche zu geben. Häufig kontrovers wird die Empfehlung diskutiert, das Baby im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer schlafen zu lassen. Es gibt Hinweise darauf, dass das Risiko des plötzlichen Kindtods durch diese Maßnahme vermindert wird. Informieren Sie sich, zum Beispiel in einem Kurs für Erste Hilfe am Kind, über Herz-Lungen- Wiederbelebung und Notbeatmung bei einem Säugling und Kind.


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