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Pleuramesotheliom (engl. pleural mesothelioma)

Bei einem Pleuramesotheliom handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Brustfells. Der medizinische Begriff für Brustfell ist Pleura. Der maligne (=bösartige) Tumor geht dabei vom so genannten Mesothel, einer bestimmten einschichtigen Zellschicht (Deckzellschicht) der Pleura aus. In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 1000 Personen an einem Pleuramesotheliom. Dabei sind Männer dreimal häufiger betroffen als Frauen. Diagnostiziert wird die Erkrankung in den meisten Fällen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Anatomische Gegebenheiten

Das Brustfell (Pleura) muss man sich wie eine feine Haut vorstellen, welche die Innenseite des Brustkorbes überzieht. Die Pleura besteht aus zwei Blättern und einem dazwischen liegenden Spalt, der so genannten Pleurahöhle. Das innere Blatt des Brustfells umhüllt die beiden Lungenflügel und wird Lungenfell genannt. Es geht im Bereich des Lungenhilus (Lungenwurzel) in das Rippenfell über, das die Innenwände des Brustkorbs, die Oberseite des Zwerchfells und den Herzbeutel bedeckt. Der Raum zwischen Lungen- und Rippenfell wird Pleuraspalt genannt und ist mit einigen Millilitern Flüssigkeit gefüllt.

Was sind mögliche Ursachen des Tumors?

Der Tumor wird häufig durch Asbest verursacht. Gelingt der Nachweis, dass die Betroffenen Asbest oder Glasfaserstäuben ausgesetzt waren, wird das Pleuramesotheliom als Berufskrankheit anerkannt. Dies gestaltet sich jedoch oft schwierig, da zwischen dem Kontakt mit Asbest und dem Ausbruch der Krankheit 20 bis 40 Jahre vergehen können. Als weitere Auslöser werden auch Viren und radioaktive Strahlung diskutiert.

Was sind die Symptome?

Leitsymptome der Erkrankung sind schlecht lokalisierbare Schmerzen im Bereich des Brustkorbs, eine zunehmende Atemnot und bei etwa einem Drittel der Patienten Reizhusten. Gewichtsabnahme, Mattigkeit und Fieber sind Spätsymptome des Tumorleidens.

Wie breitet sich der Tumor aus?

Der Tumor umwächst die ganze Lunge und dringt in die oberflächlichen Bereiche des Lungengewebes ein. Er wächst auch in umliegende Organe, wie das Herz und das Zwerchfell, ein. Häufig tritt auch ein blutiger Pleuraerguss auf. Dabei handelt es sich um eine blutige Flüssigkeitsansammlung in der Pleurahöhle, die sich zwischen Lungen- und Rippenfell, sowie zwischen dem Zwerchfell und dem Lungenfell befindet. Häufig breitet sich der Tumor auch auf umliegende Lymphknoten oder über das Blut aus.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei der Diagnose sind bildgebende Verfahren, wie Röntgen des Thorax und Computertomographie, wichtig. Auf dem Röntgenbild lässt sich ein Pleuraerguss erkennen, der meist den Ausgangspunkt für die weitere Diagnostik darstellt. Mit Hilfe einer Punktion des Ergusses kann Pleuraflüssigkeit entnommen und auf maligne Zellen untersucht werden.

Die Computertomographie gibt Auskunft darüber, wie weit sich das Tumorleiden ausgedehnt hat (Infiltration der Brustwand, Einwachsen in die Lunge, usw.). Als weitere diagnostische Methode, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, gibt es die Thorakoskopie, eine Spiegelung des Brustkorbs. Dabei kann verdächtiges Gewebe entnommen und feingeweblich untersucht werden. Sie dient der Sicherung der Diagnose.

Wie wird behandelt?

Die Therapie richtet sich nach dem Ausbreitungsstadium des Tumorleidens. Die Aussicht auf eine dauerhafte Heilung kann heutzutage nur durch eine komplette Entfernung des Tumors erzielt werden. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, so zielt die Behandlung auf eine Reduktion des Tumors und eine Verlangsamung des Tumorwachstums ab. Eine zentrale Bedeutung hat auch die Linderung der tumorbedingten Beschwerden.

Zum Einsatz kommt oft eine Kombination aus operativer Entfernung des Geschwulst sowie Strahlen- und Chemotherapie. Zur Linderung der tumorbedingten Schmerzen werden verschiedene Schmerzmittel bis hin zu Morphinen eingesetzt.

Die Prognose für das Pleuramesotheliom ist häufig schlecht, da es sich um eine aggressive Tumorart handelt, die meist erst in einem späten Stadium diagnostiziert wird. Die mittlere Überlebenszeit liegt nach Auftreten der ersten Symptome daher bei 7 bis 16 Monaten.


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