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Osteoporose (engl. osteoporosis)

Die Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine Erkrankung des Skelettsystems. Die Erkrankung zeichnet sich durch eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion aus. Die Knochen werden schwach und brüchig. Die Folge ist eine erhöhte Frakturanfälligkeit (= die Neigung zu Knochenbrüchen). Man unterscheidet zwei Formen der Osteoporose: die primäre und die sekundäre Osteoporose. Die häufigere Form ist die primäre Osteoporose. Sie wird nach dem Zeitpunkt des Auftretens in die postklimakterische (nach den Wechseljahren) und in die Altersosteoporose unterteilt. Die sekundäre Osteoporose tritt als eine Folge von Stoffwechselerkrankungen oder hormonellen Störungen auf. Krankheiten, die die Osteoporose auslösen oder verstärken können sind beispielsweise: Diabetes mellitus, Cushing-Syndrom (Überfunktion der Nebennieren) und Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyroidismus). Andere mögliche Ursachen sind Essstörungen und bestimmte Medikamente, wie Schilddrüsenhormone oder über längere Zeit eingenommene Kortikoide. Die Osteoporose kann auch auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum zurückgehen.

In Deutschland erkranken ungefähr 30% aller Frauen nach den Wechseljahren an primärer Osteoporose. Bei Männern kommt es zur Altersosteoporose ab circa dem 70. Lebensjahr. Man geht davon aus, dass in Deutschland jede(r) Zehnte an Knochenschwund erkrankt.

Was sind die Ursachen der (primären) Osteoporose?

Ab dem 40. Lebensjahr beginnt der altersbedingte Abbau der Knochen. Frauen verlieren bis zu ein Drittel ihrer Knochenmassen, Männer etwas weniger. Entscheidend für das Knochengerüst im Alter ist es daher auch, wie stabil die Knochen waren, als der Abbau begann und wie schnell er vorangeht. Der Verlust an Knochenmasse ist am stärksten bei Knochen, die über einen hohen Anteil an schwammartigem Knochengewebe (Spongiosa) verfügen. Dies ist bei der Hüfte, den Wirbelknochen und den Handgelenken der Fall. Die Knochen verlieren Kalzium und Phosphat sowie Bindegewebe. Sie werden porös und anfällig für Knochenbrüche.

Faktoren, die zu einem verminderten Knochenaufbau führen, sind:
  • genetische Ursachen,
  • Bewegungsmangel,
  • ungenügende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D,
  • Östrogenmangel (beispielsweise bei verzögerter Pubertät oder wenn die Östrogenproduktion der Eierstöcke bei den Frauen in den Wechseljahren abnimmt; bei Männern entwickelt sich die Abnahme der Sexualhormone schleichend -> Beginn der Erkrankung oft erst jenseits des 70. Lebensjahres).

Welche Krankheitszeichen sind charakteristisch für die Osteoporose?

Häufig verläuft die Krankheit zunächst symptomlos, jedoch nimmt die Körpergröße langsam ab. Die Brustwirbelsäule krümmt sich nach vorne und es kommt zu einer gebeugten Haltung. Eine Kyphose oder ein so genannter „Witwenbuckel“ entsteht. Treten Knochenbrüche und Verformungen der Knochen auf, sind starke Schmerzen die Folge. Betroffen sind vor allem die Wirbelknochen, der Oberschenkelhals und die Handgelenke. Dauerschmerz und Bewegungseinschränkungen sind weitere Folgen der Osteoporose. Nach mehrjährigem Krankheitsverlauf sind etwa ein Drittel der Patienten auf fremde Hilfe angewiesen, um den Alltag zu bewältigen.

Wie erfolgt die Diagnose der Osteoporose?

Es ist schwierig die Osteoporose in einem frühen Stadium zu erkennen. Die fortgeschrittene Erkrankung kann anhand von Röntgenaufnahmen meist gut diagnostiziert werden. Eine weitere Methode, um die Diagnose zu sichern ist die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie). Unabdingbar für die Diagnosestellung ist jedoch eine genaue Anamnese des behandelnden Arztes. Vorerkrankungen, Stürze und genetische Belastung müssen abgeklärt werden.

Wie kann der Knochenschwund behandelt werden?

Osteoporose ist nicht heilbar. Therapeutisch wird versucht den weiteren Verlust von Knochenmasse zu unterbinden, Knochenbrüche und andere Komplikationen werden behandelt. Kalzium-, Vitamin D-, Fluorid- und Biphosphonatpräparate können helfen, weitere Verluste an Knochenmasse zu verhindern. Frauen in den Wechseljahren können mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden. Östrogentabletten stoppen den Mineralverlust der Knochen. Weitere Medikamente, die eingesetzt werden, sind beispielsweise Präparate, welche das Hormon Kalzitonin beinhalten. Es verhindert den Mineralverlust der Knochen und fördert den Aufbau der Knochendichte. Kalzitonin lindert, bei einem Großteil der Patienten mit Osteoporose der Wirbelsäule, die Schmerzen. Es muss täglich in Form von Nasenspray oder einer Injektion dem Körper zugeführt werden.

Zur Stimulation des Knochenaufbaus wird auch die Magnetfeldtherapie (pulsierende elektromagnetische Felder) angewendet.

Die beste Maßnahme gegen Osteoporose ist die Vorbeugung. Kalziumreiche Ernährung (ca. 1 g/Tag), regelmäßiger Sport, gemäßigter Alkoholkonsum und Verzicht auf Tabak können das Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder verzögern. Auch der Verzicht auf Fertiglebensmittel spielt eine gewisse Rolle. Ihr Phosphatgehalt verringert den Kalziumgehalt des Blutes. Wichtig sind Sport und kalziumreiche Ernährung in der Jugend, da sie den Ausgangswert der Knochendichte bestimmen.


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