Gesundheit Lexikon
A B C D E
F G H I J
K L M N O
P Q R S T
U V W X Y
Z          


Nierensteine (engl. kidney stones)

Nierensteine sind krankhafte, feste Gebilde, die durch Kristallisation gelöster Mineralien des Harns entstehen. Sie können sich in den Tubuli der Niere (= dünne Kanälchen der Nieren), im Nierenbecken oder in den ableitenden Harnwegen (siehe auch Blasensteine) bilden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Nierensteinleiden oder Nephrolithiasis. Die Steine sind in der Größe sehr variabel. Das Ausmaß reicht von Reiskorn-, Linsen- und Erbsengröße bis zum Ausgussstein oder Korallenstein, der mehrere Zentimeter erreichen kann und das ganze Nierenbecken ausfüllt. In 80% der Fälle treten die Nierensteine nur einseitig auf. Das Nierensteinleiden ist eine Erkrankung des Erwachsenenalters, die gehäuft zwischen dem 20. und 40 Lebensjahr in Erscheinung tritt. Etwa 5% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland sind erkrankt. Männer sind ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Wie entstehen die Nierensteine?

Die Nierensteinbildung ist noch nicht völlig geklärt. Die Steine bestehen aus bestimmten Substanzen wie Calciumsalzen, Harnsäure, Magnesiumammoniumphosphat, Cystein, u.a. Diese Stoffe liegen normalerweise im Harn in gelöster Form vor. Ist ihre Konzentration dort so hoch, dass ihr Löslichkeitsprodukt überschritten wird, so kristallisieren sie aus. An dem Kristallisationskeim lagern sich immer neue Schichten an. Der Stein nimmt an Größe zu. Die Gründe, warum es zu einem verstärkten Auftreten bestimmter Substanzen im Urin kommt, sind vielfältig.

Was können die Auslöser der Nierensteinbildung sein?

Faktoren, welche die Steinbildung begünstigen, sind:
  • mangelnde Flüssigkeitszufuhr; ausreichendes Trinken wirkt dagegen vorbeugend.
  • Ernährung: eher ungünstig wirken sich eine protein- und fettreiche Ernährung aus; bei kohlenhydratreicher, protein- und fettarmer Ernährung mit reichlich Flüssigkeitszufuhr sind Steine selten.
  • Immobilisation, zum Beispiel bei Knochenbrüchen;
  • starkes Schwitzen;
  • Störungen des Calcium- und Harnsäurestoffwechsels.
Was sind die Symptome bei einem Nierensteinleiden?

Harnsteine, die in der Niere lokalisiert sind, können völlig symptomlos sein. Manchmal verursachen sie einen dumpfen Schmerz in der Flankengegend und es tritt etwas Blut im Urin auf. Akute Beschwerden können bei einer Steinwanderung auftreten. Verlässt der Stein die Nieren und bleibt im Harnleiter, der Verbindung zwischen Niere und Blase stecken, so kann es zu einer Nierenkolik kommen. Die Kolik ist durch heftige, anfallsartige, krampfartige Schmerzen gekennzeichnet. Die Häufigkeit und Dauer (Minuten bis Stunden) der Anfälle ist sehr unterschiedlich. Der Schmerz beginnt meist in der Flankengegend und strahlt in den Unterbauch, die Genitalien und sogar in die Oberschenkelinnenseiten aus. Die Bauchdecke kann im Oberbauch gespannt sein, Übelkeit und Erbrechen können die Kolik begleiten. Schüttelfrost bei unwesentlichem Temperaturanstieg ist ebenso zu beobachten. Gelangt der Stein schließlich in die Blase und durch die Harnröhre nach außen, so ist deutlich Blut im Urin zu erkennen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Manchmal verursachen die Steine auch keine Schmerzen und blockieren stattdessen unbemerkt den Harnleiter. Dadurch kommt es zum Harnstau, wodurch der Druck im Nierenbecken steigt. Das Nierenbecken wird gedehnt und Nierengewebe zerstört. Die Nierenfunktion lässt immer mehr nach. Ein weiterer Effekt der Abflussbehinderung ist die erhöhte Infektionsgefahr der Harnwege und Nieren mit Bakterien. Die Infektion der Nieren macht sich durch Fieber, Rückenschmerzen im Bereich der Nieren und Beschwerden beim Wasserlassen bemerkbar. Im ungünstigsten Fall kann es zu einer Zerstörung der Nieren mit Nierenversagen kommen.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Hinweise auf das Nierensteinleiden ergeben sich meist schon aus der Krankengeschichte (Ernährungsgewohnheiten, bereits erfolgte Nierenkoliken, usw,). Bei der körperlichen Untersuchung kann häufig ein Druckschmerz in der Nierengegend festgestellt werden. Dieser Schmerz ist ein Hinweis auf einen Harnstau. Bei der Harnanalyse lassen sich meist Blut und weiße Blutkörperchen feststellen. Die Blutprobe wird auf bestimmte Substanzen wie Kalzium, Harnsäure und Kreatinin getestet. Die Nierenfunktion und Risikofaktoren für die Steinbildung können aus den Blutwerten bestimmt werden. Die Größe, die Anzahl und die Lokalisation der Steine erfolgt mit bildgebenden Verfahren, wie Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen der Nieren.

Wie wird behandelt?

Die Therapie der akuten Nierensteinkolik erfolgt zunächst mit krampflösenden Schmerzmitteln. In den meisten Fällen gehen die Steine spontan von selbst ab. Dieser Vorgang kann – neben den entkrampfenden Arzneien - durch reichlich Flüssigkeitszufuhr und schüttelnde Bewegungen unterstützt werden. Bei einem ausgeprägten Harnstau oder sehr großen Steinen, bei denen kein Spontanabgang auftritt, erfolgt eine operative Entfernung. Eine besonders schonende Methode ist die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie. Bei ihr werden die Steine von außen durch Schallwellen zertrümmert. Die Fragmente werden dann mit dem Urin ausgeschieden. Möglich ist in einigen Fällen auch das Auflösen der Steine durch Medikamente.


Lexikon Übersicht
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z


Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von medhost.de kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Selbstbehandlung durchzuführen.

Medhost ¦ Startseite - Newsletter - Impressum - Disclaimer - Kontakt - Sprache ¦ Deutsch - English
1999 - 2007 Copyright Promeus AG, Alle Rechte vorbehalten