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Muskelfaserriss (engl. muscle fiber rupture)

Ein Muskelfaserriss ist eine Muskelverletzung bei der es zum Zerreißen von Muskelgewebe kommt. Muskelzellen werden zerstört und an der Verletzungsstelle entsteht ein Bluterguss. Der Muskelfaserriss tritt bei chronischer oder akuter Überforderung eines Muskels auf. Ebenso können Schläge oder Stöße auf einen stark angespannten Muskel den Muskelfaserriss bewirken. Beide Verletzungsarten kommen beim Sport besonders häufig vor. Dabei ist ein gehäuftes Auftreten beim Fußball, Kurzstreckensprint, Handball, Tennis und Squash zu beobachten.

Welche weiteren Faktoren begünstigen das Auftreten eines Muskelfaserrisses?

Ein unzureichendes Aufwärmen vor der körperlichen Belastung, kalte Witterung oder auch eine Weiterbelastung bei Übermüdung fördern das Auftreten eines Muskelfaserrisses.

Wie macht sich der Muskelfaserriss bemerkbar?

Ein Muskelfaserriss macht sich durch plötzlich einschießende Schmerzen im Bereich der geschädigten Stelle bemerkbar. Es besteht Bewegungs-, Anspannungs-, Druck- und Dehnschmerz. An der betroffenen Stelle entwickelt sich ein Bluterguss. Bisweilen ist daher eine Beule über- oder unterhalb des Risses tastbar. Bei oberflächlichen Rissen kann der Bluterguss äußerlich erkannt werden. Sind große Muskeln von der Schädigung betroffen, so können bisweilen Einbuchtungen oder zusammengezogene Muskelabschnitte beobachtet werden.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Allein schon die Krankengeschichte des Verletzten gibt Aufschluss über die Verletzung (sportliche Betätigung in Verbindung mit plötzlich einsetzendem Schmerz im Muskelbereich). Bei der körperlichen Untersuchung ist häufig der Bluterguss tastbar und eventuell können oben beschriebene äußerliche Veränderungen festgestellt werden. Das genaue Ausmaß der Schädigung kann mit einer Sonografie oder Kernspin festgestellt werden. Ähnliche Symptome können auch ein Ermüdungsbruch, eine Sehnenruptur, eine Muskelprellung oder ein akuter Gefäßverschluss hervorrufen (Differntialdiagnose!).

Wie wird behandelt?
  • Wichtigste Maßnahme ist die Schonung des Muskels.
  • Verletzte Gliedmaße sollten möglichst hoch gelagert werden.
  • Eine 24-stündige Kältebehandlung soll den Bluterguss, der aufgrund der Muskelverletzung entsteht, möglicht klein halten. Zu denken ist hier an Kältepackungen, kühlende Sprays oder nasskalte Umschläge mit Arnikatinktur und Isopropylalkohol.
  • Falls nötig können leichte Schmerzmittel genommen werden. Gegen die Schmerzen hilft auch ein Entlastungsverband, der jedoch nur von medizinischem Personal angelegt werden sollte.
  • Wenn die Schwellungen abgeklungen sind (meist erst 72 Stunden nach der Verletzung), kann die Abheilung des Blutergusses mit Wärmebehandlungen und sanften Massagen unterstützt werden.
  • Während der Heilungsphase muss der Muskel in Bewegung gehalten werden, zum Beispiel durch leichte Bewegungsübungen in der Badewanne oder Krankengymnastik.
  • Die Anwendung von Reizstrom oder äußerlich aufgetragenen Salben wird nicht immer eindeutig positiv bewertet.
Die Heilungsdauer eines Muskelfaserrisses beträgt 3 – 16 Wochen. Sie ist abhängig vom Ort und Ausmaß der Verletzung. Als Folge des Muskelfaserrisses kann es zu Vernarbungen in der betroffenen Muskulatur kommen. Sie werden jedoch selten vom Betroffenen negativ wahrgenommen.

Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es?
  • Vor dem Sport immer gut aufwärmen,
  • Überbelastungen vermeiden,
  • geschwächte oder besonders beanspruchte Stellen mit einem Stützverband oder Stützstrumpf unterstützen,
  • regelmäßiges Konditionstraining.


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