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Scheuermann-Krankheit (Morbus Scheuermann) - Adoleszentenkyphose (engl. Scheuermann´s disease)

Bei der Scheuermann-Krankheit oder dem Morbus Scheuermann handelt es ich um eine Wirbelsäulenerkrankung im Jugendalter. Es kommt zu Wachstumsstörung der Wirbelkörper im Brustbereich, seltener im Lendenwirbelsäulenbereich. Äußeres Anzeichen der Erkrankung ist ein Rundrücken, selten treten Schmerzen auf, die Beweglichkeit kann aber eingeschränkt sein. Die Scheuermann-Krankheit ist die häufigste Veränderung der Wirbelsäule im Jugendalter. Jungen sind ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Schätzungen zu Folge erkranken ungefähr 25 - 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen, jedoch sind die Symptome oft so gering ausgeprägt, dass die Krankheit nicht erkannt wird.

Ursache

Bei der Erkrankung kommt es zu Wachstumsstörungen im Grenzbereich zwischen Wirbelkörper und Bandscheibe. Der vordere Teil des Wirbelkörpers wächst keilförmig (statt kubisch). Die Bandscheiben verlagern sich dadurch und werden in den Wirbelkörper gedrückt. Hervorgerufen werden diese Wachstumsanomalien durch eine Gewebsschwäche und damit einer reduzierten Widerstandskraft der knorpeligen Wirbelabschlussplatten. Die Anlage der Scheuermann-Krankheit kann angeboren sein. Die Wirbelsäulenerkrankung manifestiert sich vor allem bei starker körperlicher Belastung, wie sie beim Ausüben von bestimmten Sportarten (Turnerbuckel) oder bei körperlicher Arbeit besteht. Weitere Faktoren, welche die Entstehung beeinflussen, sind eine schlechte Körperhaltung bei Kindern oder hormonelle Einflüsse in der Pubertät.

Symptome

Die Erkrankung beginnt meist unbemerkt, lediglich Bewegungseinschränkungen und eine schnelle körperliche Ermüdung weisen darauf hin. Schreitet die Erkrankung weiter voran (florides Stadium), so zeigt sich im Bereich der Brustwirbelsäule ein typischer Rundrücken. Die Schultern sind nach vorne gezogen und das Becken gekippt. Manifestiert sich der Morbus Scheuermann an der Lendenwirbelsäule, so resultiert daraus ein Flachrücken Vor allem später treten dann - neben der Fehlstellung der Wirbelsäule - auch Schmerzen auf. Sie ergeben sich aus Fehlbelastungen und Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule. Schließlich kommt es vor allem bei Drehungen des Oberkörpers zu Bewegungseinschränkungen. Beim Fortschreiten der Abnutzungserscheinungen treten Bandscheibenbeschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule in den Vordergrund, die durch heftige Schmerzen auf sich aufmerksam machen.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der ärztlichen Untersuchung und den evtl. schon vorhandenen Beschwerden des jungen Patienten gestellt. Der Rundrücken zeichnet sich bei einem sogenannten Rutschtest ab. Der Betroffene kniet und rutscht mit den Armen so weit nach vorne, bis die Arme und die Wirbelsäule eine gerade Linie formen. Ist bereits ein Rundrücken vorhanden, so kann keine gerade Linie gebildet werden. Auf seitlich aufgenommenen Röntgenbildern der Wirbelsäule sind oft typische Veränderungen der Wirbelsäule erkennbar, die eine eindeutige Diagnose zulassen.

Behandlung

Ziel der Behandlung des Morbus Scheuermann ist die Entlastung und Aufrichtung der Wirbelsäule sowie die Bewahrung ihrer Flexibilität. Bei leichteren Verlaufsformen ist dazu Krankengymnastik, bei der vorwiegend die Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt wird, ausreichend. Ist der Rundrücken jedoch bereits sehr ausgeprägt und es bestehen Rückenschmerzen, werden Korsetts oder andere orthopädische Hilfen eingesetzt, um den Rücken in eine günstige Position zu bringen. Bildet sich trotz aller Maßnahmen ein Buckel, so kann eine Operation Erleichterung bringen. Diese wird erst nach Abschluss des Wachstums durchgeführt. Außerdem sollte vor dem operativen Eingriff eine genaue Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen.

Verlauf

Die Prognose der Scheuermann-Krankheit ist vorwiegend positiv. Schwere Krankheitsverläufe sind selten. Oft wird die Erkrankung gar nicht erkannt, weil die Wirbelsäulenverkrümmung äußerlich nicht (sofort) sichtbar ist und keine Beschwerden bestehen. Nach Beendigung des Wachstums schreitet der Morbus Scheuermann nicht weiter voran.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 11.04.2008


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