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Meningeom - auch Meningiom (engl. meningioma)

Bei einem Meningeom handelt es sich um einen gutartigen, langsam wachsenden Hirnhauttumor. Er geht von den sogenannten Meningen aus. Dies sind die Hirnhäute. Sie umschließen das Gehirn und das Rückenmark. Typisch für den Tumor ist sein verdrängendes Wachstum. Er drückt dadurch auf das Gehirngewebe und führt langsam zu Beschwerden; bisweilen kann er in den Schädelknochen einwachsen. Eine bösartige Entartung ist möglich. Das Meningeom macht 25 % aller Tumoren aus, die innerhalb des Schädels lokalisiert sind. Bevorzugt tritt dieser Tumor zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Pro Jahr erkranken etwa sechs von 100 000 Einwohnern.

Anatomie und genauer Ursprung des Tumors

Die Hirnhäute umgeben das gesamte zentrale Nervensystem, also das Gehirn und das Rückenmark. In den Hirnhäuten und zwischen ihnen verlaufen Blutgefäße. Von außen (Schädeldecke) nach innen (Gehirn) finden sich folgende Hirnhäute und Zwischenräume: Harte Hirnhaut (Dura mater) - Subduralraum - Spinngewebshaut (Arachnoidea) - Subarachnoidalraum - weiche Hirnhaut (Pia mater).

Ein Meningiom hat seinen Ursprung, wenn es am Kopf auftritt, in den Deckzellen der Spinngewebshaut (Arachnoidea). Im Bereich der Wirbelsäule geht er von einer bestimmten bindegewebigen Struktur (Ligg. denticulata) aus. Diese verbindet dort die harte Hirnhaut (Dura mater) und die weiche Hirnhaut (Pia mater). Histologisch (= feingeweblich) können 14 verschiedene Tumortypen unterschieden werden.

Ursache

Die genaue Ursache des unkontrollierten Zellwachstums (Menge und Größe) ist nicht bekannt. Die meisten Meningeome entstehen spontan. Bestrahlungen des Gehirns, die beispielsweise aufgrund anderer Erkrankungen durchgeführt werden, stellen - vor allem bei Kindern - ein höheres Risiko dar, zu erkranken.

Symptome

In der Regel entwickeln sich die Symptome bei dieser Tumorart langsam. Sie hängen auch davon ab, wo der Tumor lokalisiert ist. Eines der ersten Symptome sind Kopfschmerzen, die immer häufiger in Erscheinung treten und an Stärke zunehmen. Zudem können epileptische Anfälle beobachtet werden. Charakteristisch sind Wesensveränderungen unterschiedlichster Ausprägung. Trauriges wird als lustig erlebt oder die Betroffenen werden ungewöhnlich aggressiv oder extrem freundlich. Zu diesem Spektrum zählen auch Antriebslosigkeit und Teilnahmslosigkeit. Schließlich können sich die Patienten nicht mehr selbst versorgen.

Weitere Krankheitszeichen sind Lähmungserscheinungen, die beispielsweise die Beine betreffen. Zudem kann der Sehsinn, das Gehör oder das Geruchsempfinden beeinträchtigt sein.

Treten die Meningeome im Bereich der Wirbelsäule auf, so kommt es zu einer Enge im Wirbelkanal (Spinalkanalstenose). Schlimmstenfalls führt dies zu einer Querschnittslähmung.

Diagnose

Die Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden und die Schilderung von Angehörigen, die über Wesensveränderungen des Betroffenen berichten, geben erste Hinweise auf die Diagnose. Weitere Untersuchungen, die folgen können, sind ein EEG (Elektro-Enzephalo-Gramm) und bildgebende Verfahren wie ein CT (Computertomografie) oder ein MRT (Magnet-Resonanztomografie). Typischerweise wachsen die Meningeome von außen (Schädeldecke) in Richtung Gehirn. Für gewöhnlich lassen sie sich vom umgebenden Gewebe gut unterscheiden. Sie sind häufig rundlich, können aber auch flächig wachsen oder es treten mehrere auf. Multiples Auftreten ist charakteristisch für den Morbus Recklinghausen (genetisch bedingte Erkrankung, die zu Tumorbildungen der Haut und des zentralen Nervensystems führt).

Behandlung

Derzeitige Therapie der Wahl ist die radikale chirurgische Entfernung des Tumors, die zu einer Heilung des Patienten führt. Auch bei erneut auftretenden Tumoren, einem Ereignis, das bei 15 % der Erkrankten vorkommt, steht eine erneute Operation im Vordergrund. Eine Strahlentherapie wird bei bösartigen (= malignen) Tumoren in Erwägung gezogen. Bei ausgedehnten oder inoperablen Tumoren oder bisweilen auch als vorbereitende Maßnahme vor einer Operation kann eine sogenannte Embolisation durchgeführt werden. Dabei verschließt man die Gefäße, die den Tumor versorgen. In den Anfangsstadien befindet sich die Behandlung von (inoperablen, hormonabhängigen) Meningeomen mit dem Antiprogesteron Mifepriston (RU 486). Extrem langsam wachsende Tumoren, die keine Beschwerden hervorrufen und beispielsweise bei älteren Patienten auftreten, können auch nur langfristig beobachtet werden.

Prognose

Falls der Tumor vollständig entfernt werden konnte, ist die Prognose sehr gut. Bei 15 % aller Erkrankungsfälle, bei denen die Totalentfernung geglückt ist, kommt es aber zu einem Wiederauftreten des Meningioms. Im Allgemeinen hat der Tumor wegen seines langsamen Wachstums eine gute Prognose.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 15.06.2008


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