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Medulloblastom (engl. medulloblastoma)

Bei einem Medulloblastom handelt es sich um einen sehr bösartigen Tumor (WHO-Grad IV), der vorwiegend bei Kindern auftritt. Er entspringt in den sogenannten Embryonalzellen des Kleinhirns und ist in der hinteren Schädelgrube lokalisiert. Obwohl der Tumor rasch wächst und die Tendenz hat sich über das Hirnwasser auszubreiten, ist seine Prognose bei konsequenter Behandlung in der Regel gut.

Das Medulloblastom ist der häufigste bösartige Tumor des Gehirns im Kindesalter. Die Erkrankung manifestiert sich meist vor dem 15. Lebensjahr, am häufigsten sind die Kinder zwischen fünf und acht Jahre alt. Jungen sind häufiger betroffen (Geschlechtsverteilung männlich :weiblich = 7 : 3).

Ursache

Bei Kindern ist der Kleinhirnwurm befallen, bei Erwachsenen die Kleinhirnhälften. Warum sich dieser Tumor bildet, ist weitgehend unklar. Eine familiäre Disposition kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden.

Symptome

Je nach Ausbreitungsort und Ausmaß des Tumors können sehr unterschiedliche Symptome auftreten. Dazu zählt (morgendliches) Erbrechen, das nicht auf Infekte oder Unverträglichkeiten zurückzuführen ist. Des Weiteren Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sowie ein schwankendes Gangbild. Eine Erhöhung des Hirndrucks führt zu länger andauernden Kopfschmerzen. Auch Symptome wie Lähmungserscheinungen, Koordinationsstörungen oder sprachliche Schwierigkeiten sind charakteristisch. Da der Tumor die Tendenz hat, sich über das Hirnwasser auszubreiten, können sich auch Metastasen im Rückenmark ansiedeln, was zu weiteren Ausfallerscheinungen (Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, unkontrollierte Muskelbewegungen) führen kann. Die Patienten erscheinen bisweilen lethargisch.

Diagnose

Die besten diagnostischen Aussagen (Lage, Größe, Ausdehnung) über den Tumor lassen sich mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) treffen. Aufgrund der Neigung des Medulloblastoms im Rückenmarkkanal Tochtergeschwülste zu bilden, wird auch der gesamte Spinalkanal mithilfe eines Kontrastmittels untersucht. Ergänzend gehört auch eine Untersuchung des Liquors (Gehirnwasser) auf Tumorzellen zum diagnostischen Standardprozedere.

Therapie

Die chirurgische operative Entfernung des Tumors stellt den ersten therapeutischen Schritt dar. Danach bessern sich häufig Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Da das Medulloblastom bisweilen Hirnwasserwege verlegt, kann eine externe Ableitung des Hirnwasserweges (externe Drainage) nötig sein.

Ein zweiter Therapieschritt sieht in Abhängigkeit vom Lebensalter eine Strahlentherapie des gesamten zentralen Nervensystems (Rückenmark und Schädel) vor. Diese Therapie trägt zu einer Erhöhung der Heilungschancen bei.

Da der Tumor empfindlich auf Chemotherapeutika reagiert, wird nachfolgend auch eine Chemotherapie empfohlen.

Verlauf und Prognose

Faktoren, welche die Prognose beeinflussen, sind:
  • die Ausdehnung des Tumors,
  • das Alter, in dem der Tumor auftritt,
  • die Ausbildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen),
  • das Auftreten von Rezidiven (nach fünf bis zehn Jahren).
Diese Größen sind individuell verschieden und sollten daher mit dem behandelnden Facharzt für eine Prognose besprochen werden!

Eine Heilung ist bei konsequenter Therapie möglich. So beträgt die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate bei einem nicht metastasierenden Medulloblastom bis zu 80%.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 19.06.2008


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