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Makuladegeneration (engl. macular degeneration)

Bei der Makuladegeneration kommt es zu krankhaften Umbauprozessen und Einlagerungen von Abbauprodukten am gelben Fleck (Macula lutea). Die Macula lutea liegt im Zentrum der Netzhaut (Retina) des Auges. Sie ist die Stelle mit der größten optischen Auflösung (Schärfe). Hier befindet sich auch der Abschnitt mit der besten Lichtaufnahme, die Fovea centralis.

Die Makuladegeneration zeichnet sich durch Sehstörungen aus, bei denen zunehmend das zentrale, scharfe Sehen beeinträchtigt ist. Bei der Erkrankung ist die Degeneration (Abbau) auf das Areal der Macula beschränkt, es handelt sich um eine lokale Netzhautdegeneration. In Deutschland sind ungefähr zwei Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen. Ein Großteil der Betroffenen leidet an einer altersabhängigen Makuladegeneration, das heißt die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit fortschreitendem Alter zu. Bereits 20 Prozent der 65- bis 74jährigen zeigen Frühformen der degenerativen Netzhauterkrankung.

Was können die Ursachen der Makuladegeneration sein?

Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch nicht bekannt. Eine gewisse genetische Prädisposition scheint eine Rolle zu spielen. Es gibt Anhaltspunkte, dass ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Rauchern, Arteriosklerose, Lichtexposition (UV) und geringen Serumkonzentrationen von Betacarotinoiden besteht. Bei jungen Menschen können Disco-Laser die Ursache der Makuladegeneration sein.

Was sind die Symptome der Makuladegeneration?

Das äußere (periphere) Gesichtsfeld und die Orientierungsmöglichkeit bleiben bei dieser Erkrankung erhalten. Auch im Dunklen sehen die betroffenen Personen für gewöhnlich gut. Die Degeneration der Macula lutea bewirkt aber eine zunehmende Verschlechterung:
  • der Sehschärfe,
  • der Lesefähigkeit,
  • des Farbsehens,
  • des Kontrastempfindens,
  • der Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lichtverhältnisse; dadurch kommt es zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit.
Fixiert der Erkrankte einen bestimmten Gegenstand, so sieht er ihn nicht mehr deutlich. Redet der Betroffenen beispielsweise mit einem Gesprächspartner, so kann er ihn sehen, jedoch kann er die Gesichtszüge oder Mimik seines Visavis nicht erkennen. Eine völlige Erblindung tritt jedoch auch nicht im Spätstadium der Erkrankung ein.

Welche Formen der Makuladegeneration gibt es?

Die häufigste Form ist die altersabhängige Makuladegeneration. Sie wird auch mit AMD abgekürzt. Der Name kommt daher, weil die Erkrankungswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter wächst. Bei der AMD werden zwei Formen unterschieden: Die "trockene“ Form entsteht durch eine Unterversorgung der Netzhaut in dem Areal der Macula lutea. Das Pigmentepithel der Netzhaut bildet sich zurück. Sie ist die häufigere Form der AMD (circa 80%) und schreitet langsam voran. Die "feuchte“ Form der AMD betrifft circa 20% der Augen. Sie ist gekennzeichnet durch einen schnellen, dramatischen Verlauf. Bei ihr kommt es zu Gefäßneubildungen an der Netzhautgrenze und in der Folge zu Abhebungen der Netzhaut und des Pigmentepithels. Im Endstadium ist eine spezifische Narbenbildung zu beobachten.

Die juvenile (jugendliche) Makuladegeneration kann bereits bei jungen Menschen vorkommen. Sie ist sehr selten und stellt eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche Netzhauterkrankungen mit ähnlichen Merkmalen dar.

Alle Ausprägungsformen der Makuladegeneration können zu einer fortschreitenden Verschlechterung des Sehvermögens führen.

Wie erfolgt die Diagnose einer Makuladegeneration?

Der Augenarzt kann die Erkrankung bei einer Spiegelung des Augenhintergrunds feststellen. Die Farbstoff-Gefäßdarstellung der Netzhaut erlaubt die Unterscheidung der einzelnen Ausprägungsformen der AMD. Bei dieser Untersuchungsmethode wird eine Farbstofflösung in die Armvene gespritzt und seine Ausbreitung mit einer Augenhintergrundkamera beobachtet.

Wie wird die Makuladegeneration behandelt?

Die Behandlung ist von der Ausprägungsform der Erkrankung abhängig. Die trockene AMD kann derzeit nicht direkt therapiert werden. Unterschiedliche Meinungen bestehen darüber, ob die gezielte Therapie mit Spurenelementen oder Vitaminen den Erkrankungsverlauf hinauszögert oder schädlichen Einfluss hat. Die feuchte Form der AMD kann mit Laserkoagulation behandelt werden. Jedoch ist für die Anwendung der Laserchirurgie die Lage der Gefäßneubildungen entscheidend. Andere Methoden sind beispielsweise die photodynamische Therapie oder die Makularotation. Aber auch diese Behandlungsmethoden sind nur für einen bestimmten Patientenkreis sinnvoll und werden in der Wirkungsweise unterschiedliche beurteilt.

Um die Lesefähigkeit der Patienten zumindest für eine gewisse Zeit wieder herzustellen, können vergrößernde Sehhilfen eingesetzt werden. Je nach Bedarf stehen Lupen, Lupenbrillen oder Fernsehlesegeräte zur Verfügung.


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