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Leukoplakie - Weißschwielenkrankheit (engl. leukoplakia)

Mit Leukoplakie oder Weißschwielenkrankheit bezeichnet man weiße, nicht wegwischbare, flache oder etwas wuchernde Flecken auf der Schleimhaut, die keiner anderen Krankheit zugeordnet werden können (Definition nach WHO). Bei den weißen Flecken handelt es sich um Verhornungsstörungen des Schleimhautgewebes. Besonders häufig findet man die Leukoplakie in der Mundhöhle sowie an den Stimmlippen des Kehlkopfs; selten ist der Genitalbereich betroffen. Die Hauterscheinungen bereiten meist keine Beschwerden, stellen aber eine sogenannte Krebsvorstufe oder Präkanzerose dar. Das Risiko, das sich aus den weißen Flecken ein bösartiger Tumor bildet, ist erhöht. In den meisten Fällen gilt Tabakkonsum als der Hauptverursacher der Leukoplakie. Die Weißschwielenkrankheit tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Betroffen sind in Europa von einer Leukoplakie im Mundbereich circa 0,9 - 3,6 % der Bevölkerung. Männer häufiger als Frauen.

Ursachen

Auslöser der Erkrankung sind meist äußere Faktoren. Dabei wirken die irritativen Reize häufig über eine längere Zeit auf das Schleimhautepithel ein. Als mögliche Verursacher der Leukoplakie gelten:
  • Tabakkonsum in Form von starkem Rauchen oder Kautabak;
  • erhöhter Alkoholkonsum;
  • chemische oder mechanische Reize: Hierunter fallen beruflicher Umgang mit Chemikalien oder schlecht sitzende Prothesen sowie kariöse oder vorstehende Zähne.

Weitere Gründe, welche die Entstehung einer Leukoplakie begünstigen, sind:

  • schlechte Mundhygiene,
  • Eisenmangel,
  • Vitamin A- und B-Mangel,
  • hormonelle Störungen.

Symptome

Die weißlichen Flecken verursachen in der Regel keine Beschwerden. Entscheidendes Kriterium ist, dass sich die weißlichen Flecken nicht wegwischen lassen. Dies ist beispielsweise bei Pilzerkrankungen der Mundhöhle (Soor) nicht der Fall. Sie können auch an mehreren Stellen gleichzeitig im Mund- und Rachenbereich auftreten. Aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes können mehrere Stadien der Leukoplakie unterschieden werden. Bei einer einfachen Leukoplakie ist der Schleimhautfleck gleichmäßig weiß gefärbt, hat eine glatte Oberfläche und ist scharf begrenzt. Eine weiter fortgeschrittene Form stellt die sogenannte verruköse (= warzenartige) Leukoplakie dar, bei der die Oberfläche des Schleimhautflecks warzenartig rau ist. Schließlich kann sich die Begrenzung der Flecken unregelmäßig gestalten und innerhalb der weißen Zone entstehen rote Areale (erosive Leukoplakie). Werden die roten Areale immer größer und tritt die weiße Begrenzung schließlich in den Hintergrund spricht man von einer Erythroplakie.

Diagnose

Die weißen Flecken sind häufig ein Zufallsbefund bei einer ärztlichen oder zahnärztlichen Untersuchung. Die Diagnose erfolgt vornehmlich durch Augenschein des behandelnden Arztes. Letztendliche Gewissheit gibt eine Entnahme von Gewebe und ihre mikroskopische Untersuchung durch einen Pathologen. Zusätzlich wird häufig durch einen Abstrich eine Pilzinfektion ausgeschlossen, die auch weiße Flecken auf der Mundschleimhaut verursachen kann.

Behandlung

Zunächst sollte immer festgestellt werden, was zur Entstehung der Leukoplakie geführt hat. Auf jeden Fall sollte der auslösende Faktor beseitigt werden. Dies kann einen strikten Rauchverzicht, die Einschränkung des Alkoholkonsums und eine Gebisssanierung bedeuten. Eine zusätzliche Pilzinfektion (Soor) muss gleich mitbehandelt werden. Eventuell erfolgt eine hoch dosierte Vitamin-A-Therapie. Für gewöhnlich wird der betroffene Bereich chirurgisch entfernt. Dazu stehen mehrere Methoden zur Verfügung. So können die betroffenen Areale mittels eines Lasers, mit Hitze (Elektrokauter) und anschließender Kürettage (Abtragung mit einem Messer) oder durch Vereisung (Kryochirurgie) entfernt werden. Die Narkoseart (lokal Ô Vollnarkose) und der Ort des Eingriffs (ambulant Ô Krankenhaus) richtet sich nach der Größe des Bereichs, welcher entfernt werden muss. Da alle Formen der Leukoplakie eine Präkanzerose darstellen und auch alle nach einer Entfernung an anderen Stellen wieder auftauchen können, sollten regelmäßige ärztliche Nachkontrollen erfolgen.

Verlauf

Die einzelnen Formen der Leukoplakie haben ein unterschiedlich hohes Risiko, zu entarten. Bei der einfachen Leukoplakie, die auch die häufigste Form darstellt, beträgt das Risiko ein bis drei Prozent. Häufiger entarten die verruköse Form (ca. 20 %) und die erosiven Leukoplakien (bis zu 35 %).

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 19.06.2008


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