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Leberzirrhose (engl. liver cirrhosis)

Die Leberzirrhose ist eine relativ häufige, chronische Lebererkrankung. Die Leberzellen sterben ab und es entsteht funktionsuntüchtiges, vernarbtes Bindegewebe. Bei diesem Prozess vergrößert sich die Leber zunächst. Dann schrumpft und verhärtet die Leber und ihre Oberfläche wird höckerig und knotig. Die Zerstörung der Leberzellen ist irreversibel, das heißt, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Die Folgen sind Funktionseinschränkungen der Leber mit vielfältigsten Auswirkungen, da die Leber das wichtigste Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des Köpers ist.

Beim Umbau des Lebergewebes kann es auch zu einer Behinderung des Blutflusses durch die Leber kommen. Die Auswirkungen sind ein Blutstau im Bauchraum und in der Speiseröhre. Es entstehen Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) und Bauchwassersucht (Aszites).

Bei der Hälfte der Erkrankungsfälle ist die Leberzirrhose auf langjährigen Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Erste Beschwerden treten nach dem dreißigsten, schwere Schäden nach dem vierzigsten Lebensjahr auf.

Welche Ursachen kann die Leberzirrhose haben?

Eine Leberzirrhose kann viele Gründe haben:

  • Die häufigste Ursache ist fortwährender Alkoholabusus. Dabei gelten ein täglicher Konsum von 60 Gramm Alkohol beim Mann und 20 bis 35 Gramm bei der Frau als Schädigungslimit. Dies entspricht etwa 0,75l Wein oder 1,5l Bier bei Männern und 0,25l Wein bzw 0,5l Bier bei Frauen. Alkohol verschlimmert auch Zirrhosen, die aus anderen Gründen entstehen.
  • 30 Prozent aller Leberzirrhosen lassen sich auf eine Hepatitis B oder C zurückführen.
  • Weitere Gründe können eine Herzschwäche, eine Entzündung der Gallengänge und eine Autoimmunhepatitis sein.
  • Auch bestimmte Betäubungsmittel, Reinigungsmittel oder Medikamente können die Leber irreversibel schädigen.
  • Weiterhin können angeborene Erkrankungen des Eisen- (Hämochromatose), Kupfer- (Morbus Wilson) und des Kohlenhydratstoffwechsels (Galaktosämie) zu einer Leberschrumpfung führen. Welche Symptome treten bei der Leberzirrhose auf?

    Oft nehmen die Erkrankten zunächst keine Symptome wahr. Bemerkbar macht sich die Erkrankung dann durch Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Leistungsminderung. Übelkeit, Verstopfung, schlechtes Vertragen von fettigen Speisen und Druck unter dem rechten Rippenbogen können hinzukommen. Über ein Drittel der Betroffenen nehmen stark ab. Bei Männern können sich Brüste entwickeln (Gynäkomastie), weil die Leber die weiblichen Hormone, die auch Männer bilden, nicht mehr verstoffwechselt. Die Hoden verkümmern, die Libido (sexuelles Verlangen) und die Potenz nehmen ab. Die Männer entwickeln einen weiblichen Behaarungstyp.

    Zahlreiche Veränderungen der Haut sind charakteristisch. Dazu gehören:
    • Gefäßspinnen oder Lebersternchen (Naevus araneus), kleine rötlich gefärbte Blutgefäße im Gesicht, am Nacken und den Händen;
    • ein Palmaerythem, eine fleckige Rötung der Handflächen, vor allem am Kleinfinger- und Daumenballen, auch an den Fingerspitzen;
    • Lacklippen, glänzend rote Lippen, die wie mit Lippenstift nachgezogen wirken.
    Ein offensichtliches Zeichen ist die Gelbfärbung der Augen und der Haut (Ikterus). Die Betroffenen spüren ein Kribbeln und taubes Gefühl in den Füßen und Fingern. Sie neigen auch zu blauen Flecken und Blutungen.

    Was sind mögliche Folgen und Komplikationen der Erkrankung?
    • Bauchwassersucht (Aszites). Sie entsteht durch Stauung im Pfortaderkreislauf und durch Störungen des Wasserhaushalts. Sie macht sich durch Schwellung des Bauches, Atemnot und Druckschmerzen bemerkbar.
    • Milzvergrößerung durch einen Mangel an Thrombozyten.
    • Äußere Hämorrhoiden;
    • Bewusstseinsveränderungen, Angstzustände und Desorientierung.
    • Blutungen aus der Speiseröhre. Ihre Ursache können Krampfadern (Ösophagusvarizen) in der Speiseröhre sein. Sie entstehen als Folge eines Umgehungskreislaufes um die gestaute Leber. Bei der Nahrungsaufnahme oder auch spontan können sie bluten. Blutspucken, Bluterbrechen und Bluthusten können Symptome für die Ösophagusvarizen sein. Blutungen aus der Speisröhre sind ein Notfall! Sie müssen umgehend in einem Krankenhaus verödet werden. Bis zu 50 Prozent aller Zirrhosekranken sterben an Varizenblutungen mit nachfolgendem Leberkoma.
    • Leberkrebs. Bei einer Leberzirrhose steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bösartiger Tumor der Leber entwickelt (fakultative Präkanzerose).
    Wie erfolgt die Diagnose?

    Die Leberzirrhose zeigt sich bei der ärztlichen Untersuchung (typischer Tastbefund, äußere Zeichen wie Hautveränderungen, usw). Blutproben können die Ursache und den Umfang der Leberschädigung feststellen, wobei das Finden der Auslöser oft sehr aufwendig sein kann. Typische Veränderungen zeigen sich bei einer Sonographie der Leber und bei einer Leberpunktion (Entnahme von Lebergewebe mit einer feinen Hohlnadel).

    Wie wird therapiert?

    Die Therapie der Leberzirrhose richtet sich nach dem Ausmaß der Schädigung und den zu Grunde liegenden Ursachen. Untergegangene Leberzellen bleiben für immer funktionsuntüchtig, aber bereits 15% gesunden Lebergewebes reichen aus, um die Leberfunktionen aufrecht zu erhalten. Hat der Schrumpfungsprozess noch nicht eingesetzt, so ist eine Therapie möglich.

    Bei einer Leberzirrhose, die durch Alkohol, Medikamente oder sonstige Giftstoffe verursacht wird, müssen die auslösenden Faktoren strikt gemieden werden. Eine gesunde Lebensweise und Alkoholverzicht sind auch bei anderen Erkrankungsursachen anzuraten. Die durch Hepatitis B und C hervorgerufenen Leberveränderungen werden durch Interferon und Ribavirin behandelt. Angeborene Veränderungen im Leberstoffwechsel werden durch spezielle Diäten und Medikamente behandelt. Bei einer Autoimmunhepatits werden Kortikoide und andere immunsupprimierende Medikamente eingesetzt.

    Ansonsten können nur die Folgeerscheinungen therapiert werden: Varizenblutungen können endoskopisch gestoppt werden, Bauchwassersucht und Elektrolytstörungen werden mit harntreibenden Mitteln behandelt. Bei einer fortgeschrittenen oder fortschreitenden Leberzirrhose bleibt nur noch der Ausweg einer Lebertransplantation. Ob die Transplantation erfolgreich ist, hängt auch von der Ursache der Erkrankung ab.


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