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Leberkrebs - (Leberzellkrebs, malignes Hepatom, hepatozelluläres Karzinom, HCC)

Leberkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die in den Leberzellen selbst entsteht. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem primären Lebertumor. Es gibt verschiedene Formen dieser Erkrankung. Dazu zählen:
  • Das Cholangiokarzinom: Dieser Tumor wächst relativ langsam und entwickelt sich in der Deckschicht der Gallenkanäle in der Leber oder den Gallengängen außerhalb der Leber;
  • Das Hepatoblastom: Diese Krebsart kommt häufiger bei Säuglingen, eventuell bei kleineren Kindern vor;
  • Das Angiosarkom: Dabei handelt es sich um eine seltene Krebsart, die in den Blutgefäßen der Leber entsteht. Sie wird beispielsweise ausgelöst durch den Kontakt mit Vinylchlorid am Arbeitsplatz (PVC-Produktion) oder durch Kontakt mit Arsen.
  • Leberzellkrebs (Hepatom, hepatozelluläres Karzinom, HCC): Er stellt die häufigste Krebsart dar, die ihren Ursprung in der Leber selbst hat (weltweit fünfthäufigste Krebsform). Hauptursache für diese Erkrankung sind eine chronische Hepatitis oder eine alkoholbedingte Leberzirrhose. Bei Letzterem handelt es sich um einen narbigen Umbau der Leber, der einen Untergang von Leberzellen zur Folge hat.

Im Folgenden wird auf die häufigste Form - den Leberzellkrebs - eingegangen.

Hierzulande stellt der Leberzellkrebs eine relativ seltene Krebserkrankung dar. Etwa 6 000 Menschen erkranken jedes Jahr neu. . Weltweit jedoch sehen diese Zahlen ganz anders aus. Da stellt diese Tumorart die fünfthäufigste Krebsart dar und ist sogar die dritthäufigste durch einen Tumor bedingte Todesursache. Zurückzuführen ist dies darauf, dass dieser Krebs in Teilen Südostasiens und Afrikas die häufigste Tumorart darstellt.

Auch in Deutschland ist eine steigende Tendenz bei den Neuerkrankungen in den letzten Jahren zu verzeichnen. Männer erkranken häufiger als Frauen.

Ursachen und Risikofaktoren

Am häufigsten ist ein Leberzellkarzinom hierzulande die Folge einer Leberzirrhose. Diese entsteht aufgrund eines jahrelangen, chronischen Alkoholkonsums oder einer chronisch verlaufenden Infektion mit Hepatitis C oder B-Viren. Diese Erreger werden durch Körperflüssigkeiten (bsp. Blut-, Sperma- oder Scheidenflüssigkeit) übertragen (medizinisches Personal!) Weitere Risikofaktoren sind:
  • Nahrungstoxine, vor allem Aflatoxin, ein Giftstoff von Schimmelpilzen;
  • Angeborene Stoffwechselkrankheiten, wie die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), die Kupferstoffwechselkrankheit (Morbus Wilson) oder ein erblich bedingter Antitrypsin-Mangel;
  • Chemische Substanzen, wie bestimmte Lösungs- oder Pflanzenschutzmittel oder Insektizide;
  • Bestimmte Medikamente, wie männliche Sexualhormone (Anabolika) oder auch weibliche Hormone. Ein Risiko besteht vor allem bei unkontrollierter Einnahme oder in Verbindung mit einer bereits bestehenden chronischen Hepatits B oder C-Infektion.

Symptome

In den frühen Krankheitsstadien verursacht diese Krebsform meist keine Beschwerden. Sie wird daher oft recht spät entdeckt oder es handelt sich um einen Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung, die aus einem anderen Grund gemacht wurde. Die ersten Symptome sind meistens Bauchschmerzen, die auch in die rechte Schulter ausstrahlen können sowie Übelkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Eventuell tritt eine Gelbsucht auf. Im rechten Oberbauch kann eine relativ große Masse getastet werden.

Diagnose

Aus den Blutwerten können sich erste Hinweise auf die Diagnose ergeben. Bei Patienten mit Leberzellkarzinom sind die Blutwerte für Alphafetoprotein normalerweise hoch. Es ist auch möglich, dass die Werte für Kalzium, Fette und rote Blutkörperchen hoch sind, die Blutzuckerwerte aber niedrig. Bei der körperlichen Untersuchung kann der behandelnde Arzt auch manchmal eine deutlich vergrößerte Leber tasten. Dies ist ein Warnzeichen, vor allem wenn der Patient schon lange unter einer Leberzirrhose leidet. Apparative Untersuchungsmethoden, mit denen ein Leberzellkarzinom aufgedeckt werden kann, sind der Ultraschall, computertomografische Aufnahmen und auch eine spezielle Röntgenkontrastaufnahme (hepatische Arteriografie) der Leber. Eine Leberbiopsie, bei der aus der Leber eine Gewebeprobe für die mikroskopische Untersuchung entnommen wird, kann die Diagnose bestätigen.

Eventuell schließen sich auch noch eine Spiegelung des Magens oder des Darms an.

Therapie

Es gibt vielfältige Behandlungsmaßnahmen, die jedoch von der Ausdehnung und der Art des Tumors, dem Alter des Patienten und seinem allgemeinen Gesundheitszustand abhängig sind.

Wenn möglich wird der Leberkrebs operativ entfernt. Zu denken ist hier an eine Leberteilentfernung oder verschiedenste, örtliche, den Tumor zerstörende Verfahren (bsp. PEI = perkutane Ethanol-Injektion oder RFA = Radio-Frequenz-Ablation).

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Lebertransplantation möglich.

Zudem können Chemotherapeutika über eine bestimmte Vorrichtung in ein Lebergefäß gespritzt werden. Bei bestimmten Tumoren kann auch eine örtliche Bestrahlung der Leber von innen, die sogenannte selektive interne Radiotherapie (SIRT) angewendet werden.

Eine Verzögerung des Tumorwachstums scheinen bestimmte Medikamente - die sogenannten Tyrosinkinasehemmer - zu haben. Sie werden bsp. bei Patienten eingesetzt, bei denen eine operative Entfernung oder Abtragung des Tumors nicht mehr möglich ist.

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung steht eine effektive Schmerzbehandlung im Vordergrund.

Verlauf

Leberzellkrebs hat eine relativ geringe Tendenz Metastasen (= Tochtergeschwülste) auszubilden. Treten sie jedoch auf, so sind sie hauptsächlich in der Lunge, den Nebennieren, Knochen und im Gehirn lokalisiert.

Allerdings hat der Tumor die Tendenz nach einer erfolgreichen Behandlung wiederzukehren (= Auftreten von Rezidiven). Daher sollten die Patienten zu regelmäßigen Nachuntersuchungen gehen.

Die Prognose des Leberkrebses ist abhängig von der Art, der Größe und der Lokalisation des Tumors und auch davon, ob er sogar schon Metastasen gebildet hat. Entscheidendes Kriterium ist auch, ob der Tumor operativ noch behandelbar ist.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 19.06.2008


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