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Kardiomyopathie (engl. cardiomyopathy)

Als Kardiomyopathie bezeichnet man bestimmte angeborene oder erworbene Herzmuskelerkrankungen. Der Begriff Kardiomyopathie unterliegt einem gewissen Wandel. Früher verstand man darunter „Herzmuskelerkrankungen unklarer Ursache“. Heute wird der Begriff für „Herzmuskelerkrankungen, die mit einer Fehlfunktion des Herzens einhergehen“, verwendet. In der medizinischen Literatur findet sich gar eine Ausschlussdefinition der Erkrankung: Klinische Bezeichnung für alle Herzmuskelerkrankungen, die nicht bedingt sind durch:
  • Koronarsklerose (Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße),
  • Erkrankungen des Perikards (Herzbeutels),
  • arterielle oder pulmonale Hypertonie (arterieller Bluthochdruck oder Lungenhochdruck),
  • angeborene oder erworbene Herzfehler.
Wie erfolgt die Einteilung der Kardiomyopathien?

Bei der dilatativen (kongestiven) Kardiomyopathie (DCM) sind zunächst nur die linke Herzkammer, später alle Herzhöhlen, beträchtlich erweitert. Die Herzmuskulatur ist dabei nicht verdickt. Der Herzmuskel pumpt nicht mehr so stark wie er soll. Das Herz zieht sich nur noch schwach zusammen (= systolische Funktionseinschränkung). Diese Form der Kardiomyopathie tritt am häufigsten auf und kommt vor allem bei Männern vor. Die Beschwerden sind die einer Herzschwäche mit Atemnot und Herzjagen. Zunächst bestehen die Symptome nur bei starker körperlicher Anstrengung. Bei Fortschreiten der Erkrankung treten sie auch ohne körperliche Anstrengung auf. Brustschmerzen können hinzukommen. Herzrhythmusstörungen gehören ebenfalls zum Bild der DCM. Die häufigste Ursache der Erkrankung sind Herzmuskelentzündungen. Sie kann auch die Folge einer koronaren Herzerkrankung sein. Therapiert wird mit Medikamenten gegen die Herzinsuffizienz. Bei fortgeschrittener DCM kann eine Herztransplantation nötig sein.

Bei der hypertrophen Kardiomyopathie (HCM) ist die Muskulatur der linken Herzkammer verdickt. Aufgrund der Muskulaturverdickung ist der Einstrom des Blutes in die Herzkammer in der Erschlaffungsphase eingeschränkt. Die HCM kommt sporadisch vor. Es gibt jedoch Formen, die familiär gehäuft auftreten. Die Beschwerden bei der HCM sind Atemnot, Herzklopfen und Angina pectoris mit Enge- und Angstgefühl, Atembeklemmung und Schmerzen in der Brustmitte, die ausstrahlen können. Die Erkrankung wird medikamentös therapiert.

Die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM) ist durch eine Vermehrung der Herzmuskelmasse der Herzkammern charakterisiert. Hierbei ist vor allem die linke Herzkammer betroffen. Die Folge ist eine Behinderung (Obstruktion) des Blutflusses zu den großen Arterien. Weiterhin kann es zu einer Ausdehnung der Herzvorhöfe kommen, aufgrund des hohen Arbeitsdrucks in der linken Hauptkammer auch zu einer Schädigung (Insuffizienz) der Mitralklappe. Bei ausgeprägten Krankheitsbildern leiden die Patienten an Atemnot, Schwindel und kardialen Synkopen (Ohnmacht).

Die restriktive Kardiomyopathie (RCM) tritt selten auf. Die Herzkammern sind normal groß, die Vorhöfe jedoch stark erweitert. Der Einstrom des Blutes in der Erschlaffungsphase ist herabgesetzt. Die systolische Funktion bleibt erhalten. Die Patienten leiden unter Atemnot, rascher Ermüdbarkeit und Herzschwäche.

Was können die Ursachen der Kardiomyopathie sein?

Häufig sind die Ursachen der Erkrankung unklar. Faktoren, die eine Rolle spielen, sind: genetische Veranlagung, viral oder bakteriell verursachte Entzündungen des Herzmuskels, Alkohol, bestimmte Medikamente (bsp. Antidepressiva und Zytostatika) und Herztumore.

Was sind die möglichen Folgen und Komplikationen der Kardiomyopathie?

Kardiomyopathien sind oft sehr schwere Erkrankungen mit einer stark reduzierten Lebenserwartung. Es ist jedoch möglich, dass die Krankheit zum Stillstand kommen oder sich sogar bessern kann.

Wie erfolgt die Diagnose und Behandlung der Kardiomyopathie?

Die Diagnose einer Kardiomyopathie wird erst nach umfangreichen Untersuchungen (EKG, Echokardiographie, Röntgen, Herzkatheterisierung) gestellt. Andere mögliche Ursachen werden durch Fachärzte ausgeschlossen (beispielsweise Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen oder ein Herzinfarkt). Eine vollständige Heilung ist nicht möglich. Es können nur die Auswirkungen der Kardiomyopathie therapiert werden. Die Behandlung gestaltet sich oft sehr schwierig und erfordert umfassendes Spezialwissen. Therapiert wird je nach Beschwerdebild und Art der Kardiomyopathie mit unterschiedlichen Medikamenten (beispielsweise Entwässerungsmitteln, ACE-Hemmern, Betablockern oder Rhythmusmedikamenten). Lässt sich die Kardiomyopathie nicht mit Medikamenten einstellen und schreitet immer weiter fort, so bleibt nur die Herztransplantation, als letzter therapeutischer Ausweg.


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