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Japanische Enzephalitis, japanische B-Enzephalitis, Encephalitis japonica (engl. Japanese encephalitits)

Die Japanische Enzephalitis ist eine viral verursachte Gehirn- und Gehirnhautentzündung, die jedoch nicht nur in Japan vorkommt. Weitere Verbreitungsgebiete sind wasser- und sumpfreiche Regionen in China, Indien, Pakistan, Nepal, Burma, Nord-Thailand, Ostsibirien, Guam und Nord-Ost-Australien.

Eine Infektion mit dem Virus führt nicht immer zum Ausbruch der Erkrankung. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Japanische Enzephalitis in 95 % der Fälle mit geringen oder gar keinen Symptomen. Schwere Krankheitsverläufe treten vornehmlich bei Kindern unter 15 Jahren und alten Menschen auf. Manifestiert sich die Erkrankung mit voller Symptomatik einer Gehirn- und Gehirnhautentzündung, so kommt es häufig zu bleibenden Schäden, welche die Psyche oder die Nerven betreffen.

Pro Jahr werden ungefähr 35 000 bis 50 000 Erkrankungsfälle erfasst. Die Erkrankungszahlen liegen aber wahrscheinlich höher. In circa 10 000 Fällen endet die Infektion tödlich.

Erreger, Infektionsweg, Inkubationszeit

Der Erreger ist ein Flavivirus (RNA-Virus). Die Infektion erfolgt über Stechmücken (Familie Culicidae, Culex-Arten). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Auf ungefähr 200 nicht infizierende Mückenstiche fällt ein infizierender Stich.

Das natürliche Reservoir des Virus sind Vögel und Haustiere, vor allem Schweine. Die Erkrankung tritt daher in ländlichen Gebieten häufiger auf.

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne, die zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung liegt, beträgt 5 - 15 Tage.

Symptome

Die Erkrankung beginnt mit Fieber, Kopfschmerzen sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach zwei bis vier Tagen treten hohes Fieber, Nackensteife, Lichtempfindlichkeit und Krämpfe auf. Schließlich kommt es zu Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen, die bis hin zum Koma führen können. Nach dem 10. Krankheitstag beginnt meist die Entfieberung. Eine bereits durchgemachte Infektion verleiht gute Immunität und minimiert die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Krankheitsausbruchs bei Wiederinfektion.

Diagnose

Wegweisend sind die Symptome und ein Aufenthalt in den entsprechenden Verbreitungsgebieten. Eine genaue Diagnose kann durch den Nachweis (PCR, Virusanzucht) von Virusbestandteilen aus dem Nervenwasser (Liquor) oder Blut erfolgen. Der Nachweis spezifische Antikörper gegen das Virus sind aus einer Blutprobe ab dem 8. - 10. Krankheitstag möglich.

Behandlung

Eine spezielle Therapie gegen das Virus gibt es nicht, die Behandlung orientiert sich an den Symptomen. Behandlungsmaßnahmen sind beispielsweise Bettruhe sowie schmerzlindernde oder beruhigende Medikamente. Bei schweren Verläufen kann eine intensivmedizinische Betreuung notwendig werden.

Vorbeugung

Da bei Ausbruch der Erkrankung nur noch versucht werden kann, die Beschwerden zu lindern und bleibende Schäden zu verhindern, ist eine entsprechende Prophylaxe sehr wichtig. Sie sollte besonders bei Kindern und älteren Menschen bei Reisen in ländliche Gebiete während der Regenzeit erfolgen.

Ein Schutz vor Mückenstichen kann durch Moskitonetze, Schutzkleidung usw. getroffen werden. Zudem gibt es eine zuverlässige Impfung gegen das Virus, die jedoch in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Der Impfstoff kann jedoch in Internationalen Apotheken bezogen werden. Zum Aufbau eines zuverlässigen Impfschutzes muss vier Wochen vor Reiseantritt mit der Immunisierung begonnen werden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 19.06.2008


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