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Hypochonder / Hypochondrie (engl. hypochondriasis)

Hypochonder sind körperlich gesund, haben aber dennoch ständig die Angst, krank zu sein. Das entsprechende Krankheitsbild wird als Hypochondrie oder Hypochondrische Störung bezeichnet. Die Hypochondrie gehört zu den so genannten somatoformen Erkrankungen, das heißt, es gibt für sie keinen medizinischen Befund. Es wird geschätzt, dass 5 bis 7% der Bevölkerung in Deutschland unter der Furcht vor einer unheilbaren Krankheit leiden. Es sind vermutlich alle Altersgruppen betroffen, wobei die Hypochondrie bei Männern und Frauen gleich häufig auftritt.

Wie kann sich das Krankheitsbild darstellen?

Hypochondrische Menschen vermuten hinter geringfügigen Körpersignalen schwere Erkrankungen. Charakteristisch ist auch die ständige Sorge vor einer unentdeckten, schweren Krankheit. Die Überinterpretation ihrer ständigen Selbstbeobachtungen führt zu häufigen Konsultationen des Arztes. Jedoch fördern auch ausführliche und wiederholte Untersuchungen keine körperlichen Ursachen der Beschwerden zu Tage. Gleichzeitig misstrauen die Hypochonder den Fähigkeiten ihres Arztes, was zum Aufsuchen von vielen Medizinern führt (Doktor-Hopping). Der einzelne Mediziner kann daher kaum noch beurteilen, ob der Hypochonder ihn ungewöhnlich oft aufgesucht hat.

Neben dem Selbstbeobachtungszwang und der ständigen Furcht vor einer schlimmen Krankheit leiden Hypochonder auch häufig unter Depressionen.

Bei anderen Ausprägungen der Hypochondrie beschäftigen sich die Betroffenen nicht ständig mit ihren möglichen Leiden. Für sie sind Gedanken, Berichte im Fernsehen oder Pressemitteilung von schlimmen Erkrankungen schon schrecklich. Sie vermeiden die Auseinandersetzung mit jeglicher Form von Krankheit.

Was sind mögliche Ursachen der Hypochondrie?

Oft leiden die Betroffenen auch schon vor ihrer Hypochondrie unter Ängsten. Kommt dazu die Erfahrung mit einer schweren Krankheit bei sich oder in ihrem näheren Umfeld, kann sich die Hypochondrie entwickeln. Auch dauernder Stress begünstigt die Krankheitsentstehung. Ursachen können auch innere Konflikte sein, die durch Angst oder Schuldgefühle entstehen. Die Konzentration auf körperliche Beschwerden stellt eine Flucht vor dem eigentlichen Problem dar.

Was weist auf die Hypochondrie hin?

Die Hypochondrie muss vor allem vom Betroffenen selbst oder seinem Umfeld erkannt werden. Hinweise auf die Erkrankung sind, dass der „Hypochonder“ auch nach ausführlicher Diagnose und angemessener Behandlung immer noch eine übermäßige Krankheitsangst hat. Halten die Ängste länger als ein halbes Jahr an und kommt es deshalb zu Problemen am Arbeitsplatz oder in der Ehe, so weist dies verstärkt auf eine Hypochondrie hin.

Was sind mögliche Behandlungsansätze?

Mit Psychotherapien (Gruppen- oder Einzelgesprächen) - eventuell in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung - wird heutzutage die somatoforme Erkrankung angegangen.

Der Patient lernt, dass harmlose Symptome nicht immer gleich die schlimmsten Krankheiten nach sich ziehen. Auch wird dem Patienten vermittelt, dass häufige Arztbesuche die vermeintlichen Krankheitssymptome nicht lindern.


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