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Hautkrebs

Bei Hautkrebs handelt es sich um bösartige Wucherungen bestimmter Hautstrukturen. Es werden drei Arten unterschieden:
  • Die meisten Hautkrebse sind Basaliome. Sie wachsen sehr langsam und bilden keine Metastasen. Man spricht daher von semimalignen („halbbösartigen“) Tumoren.
  • Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) entwickelt sich aus einer durch Licht provozierten Verhornungsstörung, der Aktinischen Keratose. Das Spinaliom wächst häufiger als das Basaliom von der Hautoberfläche in die Tiefe des Körpers. In späteren Stadien neigt dieser Hautkrebs zu Metastasen.
  • Das maligne Melanom wächst sehr schnell und entwickelt schon sehr früh Metastasen aus. Im Folgenden wird auf diese Krebsart eingegangen.

Was ist charakteristisch für das maligne Melanom?

Das maligne Melanom wird auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet. Bei dieser Krebsform handelt es sich um eine hochgradig bösartige (maligne) Entartung der Pigmentzellen (Melanozyten). Die Hauptursache des malignen Melanoms ist in übermäßiger UV-Bestrahlung (Sonnenbrände!) zu suchen. Der Tumor neigt früh dazu, Metastasen über die Blut- und Lymphbahnen zu streuen. Er gilt daher als besonders gefährlich. Selten geht das maligne Melanom auch von den Schleimhäuten, der Aderhaut des Auges oder den Hirnhäuten (-> Hirntumore) aus.

Wie häufig tritt das maligne Melanom auf und wer ist besonders betroffen?

Hellhäutige Menschen sind besonders gefährdet. In Mitteleuropa gibt es jedes Jahr circa 10 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. In Australien und den Südstaaten der USA beträgt die Neuerkrankungsrate 30-45/100.000. Weltweit nimmt die Zahl der Ersterkrankungen pro Jahr zu. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit ist bei dunkelhäutigen Menschen um 1/6 reduziert. Frauen erkranken häufiger als Männer.

Was sind die Symptome und Beschwerden bei einem malignen Melanom?

60 Prozent aller Melanome gehen von Leberflecken (Nävus, pl. Naevi) aus. Warnzeichen können daher schnelle Größenzunahme, Zunahme der Pigmentierung (blauschwarze Verfärbung) oder ein ausgefranster Rand des Pigmentflecks sein. Die Oberfläche des Nävus kann höckerig werden. Es können kleine Knötchen in unmittelbarer Nähe des Leberflecks auftreten (regionäre Metastasierung), die benachbarten Lymphknoten anschwellen. Häufig schmerzen oder jucken die betroffenen Hautstellen auch. Bei dunkelhäutigen Menschen geht die Erkrankung oft von Stellen aus, die nicht so stark pigmentiert sind, wie beispielsweise Handflächen oder Schleimhaut.

Welche Arten (Subtypen) des malignen Melanoms gibt es?

Vier wichtige Subtypen des malignen Melanoms werden unterschieden. Die einzelnen Unterarten variieren in ihrem Aussehen, Wachstum und ihrer Metastasierungsneigung. Sie haben daher unterschiedliche Prognosen. Die Einteilung erfolgt nicht durch bloßen Augenschein. Eine histologische Untersuchung am entfernten Tumor sichert die Diagnose.

1. Oberflächlich spreitendes Melanom (SSM)
Diese Form des malignen Melanoms kommt am häufigsten vor. Der Tumor wächst langsam und breitet sich zunächst horizontal auf der Haut aus. Erst nach einem Zeitraum von zwei bis vier Jahren wächst er vertikaler Richtung und bildet Erhabenheiten. Dieser Subtyp des malignen Melanoms ist unregelmäßig pigmentiert und hat unscharfe Ränder. Typisch sind depigmentierte (helle) Inseln in der Mitte des Melanoms. Besonders am Rücken oder an den Beinen kommt der Tumor vor.

2. Noduläres Melanom (NM)
Das noduläre Melanom ist die aggressivste Form des malignen Melanoms und hat die schlechteste Prognose. Es wächst von vornherein in vertikaler Richtung und metastasiert sehr schnell über die Lymph- oder Blutbahnen. Seine Färbung ist braun bis tiefschwarz, die Oberfläche kann glatt oder krustenbedeckt sein. Es blutet sehr leicht. Der Tumor ist vor allem am Rücken, an der Brust oder an den Extremitäten lokalisiert. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr.

3. Lentigo-maligna-Melanom (LMM)
Zunächst erfolgt das horizontale Wachstum eines mehrere Zentimeter großen, ungleichmäßig pigmentierten Flecks (Lentigo maligna). Erst nach circa 15 Jahren erfolgen Tiefenwachstum und der Übergang in das Lentigo-maligna-Melanom. Dieses Melanom ist zu 90 Prozent im Gesicht bei Menschen höheren Alters anzutreffen. Wegen des langsamen Wachstums ist die Prognose gut.

4. Akral-lentiginöses Melanom (ALM)
Vom Erscheinungsbild ist es dem Lentigo-maligna-Melanom sehr ähnlich. Es wächst jedoch schneller und aggressiver. Eine Blutungsneigung ist vorhanden. Die bevorzugten Orte des Tumors sind die Extremitäten oder Schleimhäute. Vor allem dunkelhäutige Menschen sind betroffen.

Welche Kriterien sind wichtig für die Prognose und Therapie?

Für die Therapie und die Prognose sind folgende Kriterien entscheidend: Tumordicke, Eindringtiefe, Subtyp, Tumorlokalisation (Kopfhaut, Schleimhaut, Netzhaut eher ungünstig), Metastasierungsgrad und das Geschlecht. Frauen haben eine bessere Prognose. Die Farbtiefe des Melanoms hat in der Regel keinen Einfluss auf die Prognosestellung. Wird der Tumor in einem sehr frühen Stadium erkannt und behandelt, ist die Chance auf Heilung sehr gut. Regelmäßige Selbstbeobachtung und Vorsorgeuntersuchungen sind daher sehr wichtig.

Wie erfolgt die Behandlung des malignen Melanoms?

Der Tumor wird, mitsamt den darunter liegenden Hautschichten und einer Sicherheitszone von 1 bis 3 Zentimeter, chirurgisch entfernt. Biopsien werden bei Verdacht auf ein malignes Melanom, wegen der Streuung über die Blutbahn, nicht entnommen.

Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, kann eine Chemo- oder Immuntherapie durchgeführt werden. Diese Therapien bieten oft eine zeitweilige Besserung, nicht unbedingt aber völlige Heilung. Auch bei Hochrisikomelanomen gehören diese Behandlungsmethoden, neben der chirurgischen Entfernung des Tumors, zur Therapie. Röntgenbestrahlung wird palliativ eingesetzt.

Nachuntersuchungen müssen bei Hautkrebspatienten unbedingt erfolgen, da bei Melanomen häufig Spätmetastasen zu beobachten sind.


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