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Gehirntumor (engl. brain tumor)

Gehirntumoren sind seltene bösartige Erkrankungen des Gehirns. Man unterscheidet zwei Arten von Gehirntumoren. Die primären Hirntumoren bilden sich aus verschiedenen Zellarten des Gehirns (bsp. Neuroepithel, Ganglienzellen, Meningen, Nervenscheiden oder hypophysärem Gewebe), die sekundären Hirntumoren sind Metastasen (=Tochtergeschwülste) aus anderen Organen oder gehen von den das Gehirn umgebenden Knochen aus. Da die Zellen, aus denen sich ein Gehirntumor bilden kann, sehr unterschiedlich sind, gibt es auch unterschiedliche Tumorarten (Gliome, Meningeome, Hypophysenadenome und Neurinome). Die Aggressivität des Tumors ist davon abhängig, aus welchen Zellen er sich gebildet hat. Seine Heilungschancen hängen von der Tumorart und der genauen Lokalisation ab.

Der Anteil aller Gehirntumoren an der Gesamtheit von Tumorerkrankungen beträgt 7 -9%. Männer sind von der Erkrankung etwas öfter betroffen als Frauen. Gehirntumore kommen in jedem Alter vor, es gibt jedoch eine Krankheitshäufung zwischen dem 3. bis 12. Lebensjahr und dem 40. bis 70. Lebensjahr.

Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Gehirntumors sind unklar. Diskutiert werden genetische und hormonale Faktoren, sowie onkogene Viren (= Tumorviren), exogene Kanzerogene (von außen kommende, kreberzeugende Substanzen) und Gehirnverletzungen.

Was sind die Symptome bei Gehirntumoren?

Die auftretenden Beschwerden hängen von der Größe, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Lokalisation des Tumors ab. Jedoch weisen die Beschwerden nicht immer direkt auf die Erkrankung hin.

Zu den häufigsten Symptomen zählen: Welche diagnostischen Maßnahmen werden durchgeführt?

Die diagnostischen Verfahren dienen dazu, die Lage, Ausbreitung, Tumorart und den Grad der Erkrankung festzustellen. Nach Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) gibt es vier Grade der Erkrankung. Tumore vom Grad I wachsen sehr langsam und werden als gutartige (benigne) Tumore bezeichnet. Grad-II-Tumore wachsen etwas schneller, werden aber dennoch als halb-gutartig (semibenigne) angesehen. Tumoren vom Grad III breiten sich schnell im Gehirn aus und sind bösartig. Die aggressivsten Geschwülste wachsen sehr schnell (Grad IV).

Folgende Untersuchungen können für eine genaue Diagnosestellung herangezogen werden:
  • Die Lokalisation und häufig auch die Tumorart können mit Hilfe der Computertomographie (CT) des Kopfes oder der Kernspintomographie bestimmt werden.
  • Ist die Tumorart nach dieser Untersuchung nicht eindeutig bestimmbar, kann es notwendig sein, eine Gewebeprobe (stereotaktische Biopsie) zu entnehmen.
  • Ob der Tumor auch Blutgefäße befallen hat, kann mit der digitalen Subtraktionsangiographie festgestellt werden.
  • Für die Therapieplanung kann die Messung der Gehirnströme (EEG) sinnvoll sein.
  • Um die Ausbreitung des Tumors zu bestimmen, kann eine Entnahme von Liquor (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) mittels Lumbalpunktion nötig sein. Eine Probe dieser Flüssigkeit wird mit einer Nadel im Bereich der Lendenwirbel entnommen.
  • Blutuntersuchungen mit Bestimmung spezieller Tumormarker geben Aufschluss über den Verlauf der Erkrankung.
Welche Behandlungsmethoden werden eingesetzt?

Die Behandlungsmethoden richten sich nach der Tumorart, der Lokalisation und der Aggressivität des Tumors (Tumorgrad). Einen gewissen Einfluss hat auch das Alter des Patienten. Bei sehr vielen Tumorarten wird eine vollständige, operative Entfernung des Tumors angestrebt. Es kann jedoch vorkommen, dass der Tumor an einer ungünstigen Stelle liegt oder in wichtige Teile des Gehirns hineingewachsen ist. Auch eine vollständige Entfernung mehrer Tumore ist meist nicht durchführbar. Dann wird er nur soviel Tumorgewebe wie möglich entfernt, was aber auch schon zu einer Erhöhung der Heilungschancen beiträgt. Wächst ein Tumor nach der Operation weiter, so können die Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt werden. Bestimmte Tumore der Hirnanhangdrüse, so genannte Hypophysenadenome, können auch hormonell behandelt werden.

Wie sehen die Heilungschancen aus?

Generell gilt: Je früher ein Tumor erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Entscheidend für die Prognose sind aber auch der Aggressivitätsgrad, der Entstehungsort des Tumors, die Qualität der Behandlung und der Gesundheitszustand und das Alter des Patienten. So liegt die Lebenserwartung bei Tumoren vom Grad I nicht unter denen der normalen Bevölkerung. Eine Einschränkung der Lebensqualität, beispielsweise in Form von verminderter Leistungsfähigkeit ist möglich. Bei Tumorarten vom Grad II bestehen Heilungschancen von 50 bis 80%. Die Krankheitsverläufe bei Patienten mit Grad-III-Tumoren sind sehr unterschiedlich. Liegt ein Tumor vom Grad IV vor, so beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate fünf Prozent.


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