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Gallenblasenkrebs

Der Gallenblasenkrebs oder das Gallenblasenkarzinom ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der von der Gallenblasenschleimhaut ausgeht. Karzinome des Gallenwegsystems (Gallenblase und Gallengänge) sind eher selten und machen nur ca. 1% aller Krebserkrankungen aus. Der Gallenblasenkrebs manifestiert sich in der Regel erst nach dem 60. Lebensjahr. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Anatomische Verhältnisse

Zum Verdauungssystem gehören Mund, Magen, Dick- und Dünndarm, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Leber, Gallenblase und Dünndarm sind über Gallengänge miteinander verbunden. Zum Gallengangsystem gehören die in der Leber (intrahepatischen) und außerhalb der Leber (extrahepatischen) befindlichen Gallengänge. Die in der Leber gebildete Galle(nflüssigkeit) wird in die intrahepatischen Gallengänge abgegeben und über den Ductus hepaticus communis (extrahepatischer Gallengang) in die Gallenblase geleitet und dort gesammelt. Man muss sich, die unter der Leber liegende Gallenblase, als eine sackförmige Ausstülpung des Gallengangs vorstellen. Sie ist acht bis zwölf Zentimeter lang und hat ein Fassungsvermögen zwischen 30 bis 100 Milliliter. Die Gallenflüssigkeit wird durch Wasserentzug in der Gallenblase eingedickt und bei Nahrungsaufnahme aus der Gallenblase über den Ductus choledochus in den Zwölffingerdarm geleitet. Die Aufgabe der Galle ist Fettverdauung. (Achtung: häufig wird Galle mit der Gallenblase gleichgesetzt. Das ist falsch, gemeint ist die Gallenflüssigkeit!).

Was sind die Risikofaktoren für die Entstehung von Gallenblasenkrebs?

Als Risikofaktoren werden diskutiert:
  • gutartige Gallenblasenpolypen (> 0,5 Zentimeter), die entarten können.
  • die „Porzellangallenblase“, deren Innenwand völlig verkalkt ist. Sie ist die Folge langwieriger Entzündungen der Gallenblase und gilt als Krebsvorstufe. Eine prophylaktische Entfernung der Gallenblase wird bei dieser Erkrankung vorgeschlagen.
  • Gallensteine. 80 Prozent aller Patienten mit Gallenblasenkrebs haben auch Gallensteine, jedoch nur circa ein Prozent der Menschen mit Gallensteinen erkranken auch an Gallenblasenkrebs.
Was sind die Symptome eines Gallenblasenkrebses?

Symptome treten meist erst auf, wenn der Krebs schon weiter fortgeschritten ist. Eines der ersten Krankheitszeichen ist eine schmerzlose Gelbsucht (Ikterus). Die Haut und das Augenweiß verfärben sich gelb, da sich Galle im Körper ablagert. Quälender Juckreiz der Haut, Entfärbung des Stuhls und Dunkelfärbung des Urins lassen ebenso auf einen Gallenstau schließen. Weitere Krankheitszeichen können Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen sein. Es treten Schmerzen im oberen rechten Bauch auf. Fettreiche Nahrung wird nicht vertragen.

Wie wird der Gallenblasenkrebs diagnostiziert?

Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt in einigen Fällen eine vergrößerte Gallenblase tasten, außerdem Gelbsucht und Fieber feststellen. Ebenso kann die Leber vergrößert und der Bauchraum aufgebläht sein. Weitere Untersuchungen haben das Ziel, den Tumorverdacht zu bestätigen sowie Sitz, Ausdehnung und eventuelle Metastasenbildung (häufig sind Lebermetastasen) abzuklären.

Zum Einsatz kommen die Sonographie des Bauches, die Computertomographie (CT) des Bauchraums sowie die Magnetresonanztherapie (MRT, MRC). Die Gallenblase und die Gallengänge werden über ein Endoskop angesehen (ERC). Dabei kann eine Gewebeprobe entnommen werden, der Gallenfluss, wenn nötig, wieder in Gang gebracht werden. Tumormarker und Blutparameter (bsp. Alkalische Phospathase, Bilirubin zeigen Gallenstau an) werden ermittelt.

Wie erfolgt die Behandlung des Gallenblasenkarzinoms?

Im Frühstadium des Karzinoms kann die vollständige Entfernung der Gallenblase, eventuell mit einer Teilresektion der Leber, noch zur Heilung der Erkrankung führen. In einem späteren Stadium der Erkrankung ist die Operation allerdings nicht mehr heilend, sondern eine palliative Maßnahme, das heißt sie dient der Linderung von Beschwerden und der Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Die Chemotherapie und Strahlentherapie spielen derzeit noch eine untergeordnete Rolle in der Behandlung.

Was ist die Prognose bei einem Gallenblasenkrebs?

Die Prognose steht bei einem Gallenblasenkrebs eher schlecht. Der Tumor wird meist so spät entdeckt, dass ein vollständiges Entfernen oft nicht mehr möglich ist. Nur etwa fünf Prozent der Erkrankten leben nach der Diagnosestellung noch länger als fünf Jahre. Konnte der Krebs vollständig entfernt werden, so steigt die 5-Jahresüberlebensrate auf 10 bis 60 Prozent.


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