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Fibromyalgiesyndrom (engl. fibromyalgia)

Die Fibromyalgie oder das Fibromyalgiesyndrom – kurz FMS – ist eine nicht-entzündliche Erkrankung mit chronischen, schmerzhaften Weichteilbeschwerden. Es werden zwei Formen unterschieden: Bei der primären Fibromyalgie handelt es sich um eine extraartikulär (außerhalb der Gelenke) auftretende rheumatische Erkrankung, deren Ursache unklar ist. Die sekundäre Fibromyalgie kommt begleitend zu anderen Krankheiten, wie entzündlich-rheumatischen (rheumatoiden Arthritis), infektiösen oder bösartigen Erkrankungen, vor.

FMS tritt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, wobei die Erkrankung am häufigsten um das 35. Lebensjahr beginnt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Ein familiär gehäuftes Auftreten wird beobachtet.

Was sind die Ursachen der Fibromyalgie?

Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. In der Krankengeschichte der Patienten finden sich jedoch häufig Erkrankungen, die mit chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates einhergehen (z.B. ein Bandscheibenvorfall). Bei einer Fibromyalgie kommt es zu einer Verselbstständigung des Schmerzempfindens und Ausbreitung über den ganzen Körper. Vor allem die Muskulatur und die Sehnenansätze schmerzen, ohne dass ein objektiver Befund (beispielsweise eine Entzündung) zu finden wäre. Ein Erklärungsansatz für die Erkrankung ist eine mögliche Veränderung der Regulation der Schmerzempfindungssysteme im Gehirn. So finden sich bei Fibromyalgiepatienten veränderte Konzentrationen von Botenstoffen (Serotonin, Tryptophan) und der Substanz P (Schmerztransmittersubstanz).

Was sind die Symptome der Fibromyalgie?

Das Hauptsymptom sind starke Schmerzen in den Muskeln und an den Sehnenansätzen. Es sind sowohl Arme und Beine als auch der Rumpf betroffen. Die Patienten haben häufig das Gefühl, die schmerzenden Weichteile seien geschwollen, ohne dass ein objektiver Befund festzustellen wäre. Die Schmerzen verstärken sich durch Kälte, Stress, körperliche Überbelastung und Ruhe. Eine Besserung bringen Wärme und mäßige Aktivität. Gleichzeitig leiden die Patienten auch oft unter Depressionen. Weitere Allgemeinsymptome sind Müdigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit. Begleitsymptome wie Morgensteifigkeit, Lähmungserscheinungen, Spannungskopfschmerz, Reizmagen und Reizdarm können bestehen.

Wie wird die Fibromyalgie diagnostiziert?

Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung und von Labor- und Röntgenuntersuchungen gestellt. Charakteristisch sind die ausgedehnten Schmerzen, die mindestens drei Monate bestehen und sowohl in beiden Körperhälften, als auch ober- und unterhalb der Hüfte auftreten. Bei der körperlichen Untersuchung reagieren die so genannten Fibromyalgie-Druckpunkte auf Druck sehr schmerzhaft. Es handelt sich um 18 Druckpunkte, die sich vor allem in der Nähe von Gelenken und am Rumpf befinden. Die Muskeln selbst sind kaum druckschmerzhaft. Bei der primären Fibromyalgie finden sich keine auffälligen Laborwerte (BKS, Leukozyten, Rheumafaktor, Kreatinkinase) oder Veränderungen im Röntgenbild.

Wie sieht die Therapie bei Fibromyalgie aus?

Da die genaue Ursache der Erkrankung noch nicht bekannt ist, gibt es keine direkte Behandlung. Die Therapie muss sich an den individuellen Beschwerden orientieren. Nicht jede Therapiemaßnahme wirkt bei jedem Betroffenen gleich gut. Im Wesentlich umfasst die Behandlung spezifischen Antidepressiva (medikamentöse Behandlung), physikalische Anwendungen und psychotherapeutische Betreuung.

Gering dosierte Antidepressiva (Amitriptylin, Maprotilin) bewirken häufig einen besseren Schlaf. Die damit verbundene Entspannung führt zu einer verbesserten Schmerzsituation. Schmerzmittel und Antirheumatika sind sehr häufig völlig unwirksam.

Die physikalischen Therapien zielen auf eine Muskelentspannung und Muskelkräftigung ab. Krankengymnastik und Massagen können Linderung bringen, jedoch reagieren nicht alle Patienten positiv auf diese Maßnahmen. Weiterhin wird im Rahmen einer Fibromyalgiebehandlung auch Kälte-, Wärme- und Elektrotherapie empfohlen. Die psychotherapeutische Therapie kann ein individuelles Schmerzbewältigungsprogramm oder eine Gesprächstherapie umfassen. Es kann auch auf Techniken wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation nach Jacobson zurückgegriffen werden.

Als gute Selbsthilfemaßnahme zum Kreislauf- und Muskeltraining hat sich die regelmäßige Durchführung von Ausdauersportarten bewährt. Dabei sollte man ruhige und langdauernde sportliche Aktivitäten bevorzugen. Empfehlenswerte Sportarten sind Radfahren, Schwimmen, Wandern, Langlauf, Walking und Joggen.


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