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Fazialislähmung

Bei einer Fazialislähmung oder Fazialisparese kommt es vor allem zu Lähmungserscheinungen im Gesicht. Es sind die Gesichtsmuskeln betroffen, die vom Nervus facialis (mimischen Gesichtsnerv oder VII. Hirnnerv) versorgt werden. Ist ein bestimmter Teil des Nervus facialis, der so genannte Nervus intermedius, geschädigt, so kann dies auch Auswirkungen auf die Tränen- und Speichelsekretion haben. Eine Beeinträchtigung des Geschmack- und Gehörsinns sind ebenso möglich. Die Lähmung tritt innerhalb weniger Stunden auf und bildet sich oft innerhalb mehrerer Wochen oder Monate zurück. In den meisten Fällen ist nur eine Gesichtshälfte betroffen.

Man unterscheidet eine periphere und zentrale Lähmung.

Was sind die Ursachen einer peripheren Fazialislähmung?

Es gibt viele verschiedene Ursachen, die zu einer Schädigung des Nervus facialis führen:
  • Idiopathische (ohne erkennbare Ursache entstandene) Lähmung oder Bell-Lähmung: Es kommt vermutlich im Fazialiskanal des Schläfenbeins zu einer reversiblen Nervenschädigung.
  • Infektionen: Virusinfekte, zum Beispiel mit Herpesviren oder eine bakterielle Infektion nach einem Zeckenbiss mit Borrelien (Lyme-Borreliose) können die Lähmungserscheinungen hervorrufen. Ebenso dafür verantwortlich sind chronische oder akute Mittelohrentzündungen.
  • Mechanische Schäden: Im Bereich der Kiefermuskeln (Masseterbereich) liegt der Nerv direkt unter der Haut und kann durch Druck von außen (beispielsweise langes Liegen unter Alkoholeinfluss) geschädigt werden. Oberkieferfrakturen, ein Bruch des Schläfenknochens oder der Schädelbasis können ebenfalls zu den Lähmungserscheinungen führen.
Risikofaktoren stellen hoher Blutdruck und Diabetes dar. Auch extreme Stresssituationen begünstigen die Erkrankung.

Was sind die Symptome der peripheren Fazialislähmung?

Bei der peripheren Lähmung fällt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte völlig aus: Die Stirn kann nicht gerunzelt werden, der Lidschluss fehlt und der Mundwinkel hängt herab, Speichel rinnt eventuell ständig aus dem Mundwinkel. Der Patient kann ein gesteigertes Hörempfinden haben. Bei mechanischen Schäden bleiben meist der Lidschluss und die Ohrmotorik erhalten. Ist der Nervus intermedius mit betroffen, kommt es zusätzlich noch zur Störung der Tränen- und Speichelsekretion und zu Geschmacksstörungen im Bereich der vorderen zwei Drittel der Zunge.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Lähmungserscheinungen des Gesichts sind offenkundig. Um das Ausmaß der Lähmung festzustellen, wird der Erkrankte aufgefordert seine mimische Gesichtsmuskulatur bewusst zu bewegen (Stirn runzeln, Nase rümpfen, Wangen aufblasen, Mund spitzen, Zähne zeigen). Eine Geschmacksprüfung wird durchgeführt. Die Diagnose kann mit einer Elektroneurografie abgesichert werden.

Wie erfolgt die Behandlung der Fazialisparese?

Die medikamentöse Behandlung mit Kortisonpräparaten kann abschwellend und entzündungshemmend wirken. Sind Viren die Ursache der Erkrankung, so werden Virostatika verabreicht, bei bakteriellen Infekten kommen Antibiotika zum Einsatz. Verfahren der Physiotherapie sind die wichtigsten Behandlungsmethoden. Chirurgische Maßnahmen werden nur, nach längerer, erfolgloser, konservativer Therapie in Erwägung gezogen.

Was sind mögliche Folgen und Komplikationen der Fazialisparese?

Einige Restsymptome können längere Zeit bestehen bleiben. Dazu zählen unwillkürliche Zuckungen der Gesichtsmuskeln oder Krokodilstränen. So wird eine Tränensekretion genannt, die einsetzt, wenn der Erkrankte mit dem Essen beginnt.

Was sind die Ursachen einer zentralen Fazialislähmung?

Die Ursachen einer zentralen Fazialislähmung sind Erkrankungen im Gehirn. Dazu zählen ein Schlaganfall, Blutungen oder ein Hirntumor. Das zuständige Zentrum im Gehirn ist geschädigt, nicht der Nerv selbst.

Wie unterscheidet sich diese Fazialislähmung von der peripheren Lähmung?

Bei der zentralen Fazialisparese sind die Stirnäste des Nervus facialis (Rami frontales) nicht mit betroffen. Die Stirn kann meist gerunzelt werden, der Lidschlussreflex ist zu beobachten. Fast immer kommt es zu Lähmungserscheinungen im Arm und der Hand der betroffenen Seite.


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