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Farbenblindheit

Die Farbenblindheit ist eine sehr seltene Krankheit der Netzhaut, die vererbt wird. Im medizinischen Sprachgebrauch wird sie auch Achromatopsie oder Achromasie genannt. Die Betroffenen können keine Farben erkennen, sondern nur Helligkeitswerte unterscheiden. Es lässt sich mit dem Dämmerungs- und Dunkelsehen vergleichen. Alles erscheint unscharf grau in grau. Bei den Betroffenen sind Abstufungen von völliger bis teilweiser Farbenblindheit möglich. Eine Variante der Farbenblindheit ist die Blau-Monochromasie, bei der im Blaubereich eine Farbrestsichtigkeit besteht.

Die Farbenblindheit darf nicht mit der häufiger auftretenden „Rot/Grünblindheit“ verwechselt werden. Die Rot/Grünsehschwäche ist medizinisch korrekt ausgedrückt eine Farbfehlsichtigkeit und stellt ein anderes Krankheitsbild dar.

Was sind die Gründe für die Farbenblindheit?

Die Farbenblindheit wird autosomal (= nicht auf einem Geschlechtchromosom liegend) rezessiv vererbt, das heißt die Erkrankung kommt nur zum Ausbruch, wenn beide Elternteile das defekte Gen vererben. Eine Häufung von Erkrankungen kommt daher innerhalb großer familiärer Sippen vor, bei denen immer wieder untereinander geheiratet wird.

Normalsichtige haben zwei verschiedene Arten von Sinneszellen in der Netzhaut, nämlich die Stäbchen und die Zapfen. Die Stäbchen sind dabei für das Schwarz-Weiß-Sehen und damit für das Dämmerungssehen verantwortlich. Bei den Zapfen werden drei Typen unterschieden, die Blau-, Rot- und Grünzapfen. Sie sind für das Farbsehen bei hellem Licht nötig. Bei Farbenblinden, medizinisch auch Achromaten genannt, besteht eine Funktionsstörung der Zapfen, nur Stäbchen bestehen in der Netzhaut.

Welche Krankheitssymptome sind charakteristisch für die Farbenblindheit?

Die Betroffenen zeigen in der Regel vier charakteristische Symptome:
  • Vollständige oder partielle Farbenblindheit: Die Stäbchen können nämlich keine Farbinformationen verarbeiten.
  • Augenzittern (Nystagmus): Im gelben Fleck, dem Ort des schärfsten Sehens mitten in der Netzhaut, existieren keine Stäbchen. Schnelle Augenbewegungen gleichen dies aus.
  • Lichtüberempfindlichkeit (Photophobie): Die Aktivität der Stäbchen ist auf das Dämmerungssehen ausgelegt, nicht für den Tag.
  • Stark eingeschränkte Sehschärfe (Visus): Die Stäbchen sind in geringerer Dichte im zentralen Gesichtsfeld vorhanden.
Gibt es eine Behandlung der Farbenblindheit?

Derzeit gibt es keine Therapie für die Achromatopsie. Mit stark getönten Kontaktlinsen oder Brillengläsern sehen die Betroffenen bei Tageslicht deutlich besser.


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