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Entzündung der Gallenwege – Cholangitis

Die Cholangitis ist eine Entzündung der intra- und extrahepatischen (innerhalb und außerhalb der Leber gelegenen) Gallenwege. Die häufigste Ursache der Entzündung sind Gallensteine. Unterschieden wird bei einer Cholangitis auch nach dem zeitlichen Verlauf in akut, chronisch oder chronisch rezidivierend (= immer wieder auftretend).

Anatomische Voraussetzungen

Die Gallengänge bilden ein weit verzweigtes System schmaler Kanälchen. In ihnen wird die Gallenflüssigkeit von der Leber (= Bildungsort der Galle) in die Gallenblase und den Dünndarm transportiert. Die Gallengänge der Leber vereinigen sich zum Lebergallengang (Ductus hepaticus). Er mündet - wie der Gallenblasengang (Ductus cysticus) - in den Hauptgallengang (Ductus choledochus).

Was sind die Ursachen der Cholangitis?

In bis zu 90% der Fälle sind Gallensteine die Ursache der Entzündung. Die Blockade des Hauptgallengangs begünstigt die Besiedelung durch Keime. Eine teilweiser oder vollständiger Verschluss der Gallengänge kann auch hervorgerufen werden durch: Bauchspeicheldrüsenentzündungen, angeborene Gallengangsanomalien und Tumoren.

Häufig auftretende Keime, welche die Entzündung verursachen, sind Escherichia coli, Klebsiella, Pseudomonas und Enterokokken und Proteus. Für wiederkehrende eitrige Entzündungen sind häufig so genannte Anaerobier (Bakterien, die ohne Sauerstoff wachsen) verantwortlich. Die Infektion steigt sehr häufig in die intrahepatischen (= in der Leber gelegenen) Gallengänge auf.

Welche Symptome sind charakteristisch?

In 70% der Erkrankungsfälle sind folgende Leitsymptome zu beobachten: rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Fieber mit Schüttelfrost und Gelbsucht (Ikterus). Diese drei Symptome werden als Charcot-Trias bezeichnet. Weitere Krankheitszeichen können Erbrechen, Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls sein. Die Leber ist meist vergrößert und druckempfindlich. In schweren Fällen kann es zu einer Blutvergiftung kommen, da der hohe Druck in den Gallengängen das Übertreten der Keime in die Blutbahn begünstigt. Die Folge kann ein septischer Schock sein.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Bei der Blutuntersuchung zeigen sich unter anderem erhöhte Leukozyten (Entzündungszeichen) sowie erhöhte Bilirubin- und Leberwerte. Eine Sonographie gibt Aufschluss über die entzündlichen Veränderungen der Gallengänge. Abszesse oder Gasbildung können erkannt werden. Eine Computertomographie ist sinnvoll bei einem Verschluss, der durch Tumoren verursacht wird. Auch für therapeutische Zwecke wird die ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) verwendet. Es handelt sich um ein Röntgenverfahren, bei dem ein Endoskop in den Zwölffingerdarm eingeführt wird. Durch dieses wird Röntgenkontrastmittel in den Hauptgallengang gespritzt, um die genaue Verschlussstelle der Gallengänge zu lokalisieren.

Wie erfolgt die Therapie?

Eine Antibiotikatherapie beseitigt die akute Infektion. Um einer Sepsis (= Blutvergiftung) vorzubeugen und den Galleabfluss zu gewährleisten, müssen die auslösenden Blockaden - beispielsweise Gallensteine - beseitigt werden. Eine Methode ist die endoskopische Papillotomie. Dabei wird bei einer Endoskopie, zum Beispiel im Rahmen einer ERCP, die Mündung des Gallengangs elektrisch erweitert (Papillotomie) und der Stein mit einem speziellen Instrument herausgezogen. Begleitende Allgemeinmaßnahmen sind Schmerzbehandlung, Nahrungskarenz und intravenöse Ernährung.

Neben der oben beschriebenen akuten Entzündung der Gallengänge stellt die sklerosierende Cholangitis eine weitere Erkrankungsform dar. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Leber, bei der die Gallenwege durch chronische Entzündungen vernarben (sklerosieren). Die Folge ist eine Leberzirrhose. In diesem Fall kann nur eine Lebertransplantation Heilung bringen.


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