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Embolie (engl. embolism)

Unter einer Embolie versteht man den plötzlichen Verschluss eines Blutgefäßes. Ursache des Gefäßverschlusses ist ein so genannter Embolus. Ein Embolus ist ein im Blutplasma nicht lösliches Gebilde, das über die Blutbahn verschleppt wird. Gelangt der Embolus in Blutgefäßabschnitte, die einen kleineren Durchmesser haben als er selbst, so blockiert er das Gefäß. Der Embolus kann aus verschiedensten “Materialien“ bestehen: Es kann sich um ein Blutgerinnsel, Tumorgewebe, Parasiten, Gas (Luft, Stickstoff), Fetttropfen oder Fruchtwasser handeln. Dementsprechend spricht man von einer Thrombembolie (eingeschwemmtes Blutgerinnsel), Tumorembolie (Tumorgewebe verstopft Gefäße), Fettembolie (z.B. nach großen Knochenbrüchen) oder Fruchtwasserembolie (eine Geburtskomplikation).

Mit zunehmendem Lebensalter besteht eine höhere Embolierate. Frauen sind von Embolien häufiger betroffen als Männer. Menschen mit starkem Übergewicht haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Wo im Körper treten Embolien auf?

Für das weitere Verständnis wichtig ist der Unterschied zwischen einem Thrombus und einem Embolus. Ein Thrombus (Blutgerinnsel) führt am Ort seiner Entstehung (z.B. tiefe Beinvene) zu einem Gefäßverschluss. Ein Embolus wird erst mit dem Blut transportiert und führt dann zu einem Verschluss, wenn er in ein „zu enges“ Gefäß geschwemmt wird. Er verursacht seinen Schaden an einer Stelle, die von seinem Entstehungsort entfernt liegt. Ein Thrombus (Blutgerinnsel) an einer Gefäßwand kann sich von dieser ablösen und dann mit dem Blutstrom weiter getragen werden. Er wird also zum Embolus.

Am häufigsten kommt es zu so genannten arteriellen Embolien. Der Embolus stammt aus der linken Herzhälfte oder den großen Arterien und gelangt in den Körperkreislauf. Hier kann er Arterien verstopfen. Am häufigsten geschieht dies im Gehirn und es kommt zu einem Schlaganfall oder der Thrombus verschließt Arterien in den Extremitäten (-> Beinembolie). Auch können Gefäße in den Nieren, der Milz oder dem Darm betroffen sein. Bei einer venösen Embolie ist der Ursprungsort des Embolus am häufigsten eine Beinvene. Von dort gelangt das Gerinnsel über die rechte Herzhälfte in die Lungenschlagader und verstopft Lungengefäße. Eine Lungenembolie ist die Folge. Eine Sonderform der Embolie ist die so genannte paradoxe Embolie. Hier ist der Ursprungsort des Embolus eine Vene, aber eine Arterie wird blockiert. Dies ist nur möglich, wenn eine offene Verbindung zwischen den beiden Herzvorhöfen besteht.

Die häufigsten Embolien sind Thrombembolien nach einer Thrombose der tiefen Beinvenen mit der Folge einer Lungenembolie und Thrombembolien in den arteriellen Gefäßen des Gehirns (= Schlaganfall).

Was sind Risikofaktoren für das Entstehen einer Embolie?

Besonders gefährdet sind Personen, die eine Herzerkrankung (insbesondere Vorhoffflimmern mit der Bildung von Vorhofthromben) haben. Weitere Risikofaktoren sind alle Umstände, die zu Gefäßwandveränderungen führen. Hier zu nennen sind die Arteriosklerose mit ihren Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Tabakkonsum, Übergewicht und Zuckerkrankheit, sowie Venenerkrankungen, wie Krampfadern oder Venenentzündungen.

Welche Symptome können bei einer Embolie auftreten?

Die Symptome sind vom Ort des Auftretens abhängig. Häufigstes Merkmal des Embolus ist plötzlich auftretender Schmerz. Bei einer Lungenembolie kommt es plötzlich zu Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall und einem Kreislaufschock, eventuell mit Todesfolge. Arterielle Embolien im Gehirn (Schlaganfall) führen zur Bewusstlosigkeit und Lähmungen. Allgemein kann gesagt werden, dass die Embolien an inneren Organen (Herz, Niere, Milz, Darm) zu Schmerzen führen und zu einem teilweisen oder völligen Funktionsverlust des Organs.

Eine Embolie, die beispielsweise in den Extremitäten (Arme + Beine) auftritt, ist charakterisiert durch Schmerzen und Taubheitsgefühl. Aufgrund der mangelnden Durchblutung wird die Extremität kalt und blass. Ein Anschwellen des Körperteils ist möglich. In der Folge können sich Geschwüre oder ein Gangrän (abgestorbenes Gewebe) entwickeln.

Wie wird die Thrombose behandelt?

Eine Thrombose erfordert eine Notfallbehandlung in einem Krankenhaus. Dort wird medikamentös versucht den Thrombus aufzulösen. Dies geschieht durch so genannte Thrombolytika, wie beispielsweise Streptokinase. Vorbeugend werden Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer), wie Heparin, intravenös verabreicht, um die Bildung neuer Blutgerinnsel zu vermeiden. In manchen Fällen wird der Embolus operativ entfernt. Die Patienten müssen nach den Embolien - je nach Ursache - verschiedene Medikamente über einen längeren Zeitraum (eventuell lebenslang) zu sich nehmen. Kurzfristig nach der Embolie wird meist Heparin verabreicht. Langfristig, besonders bei kardialen oder vaskulären Erkrankungen, müssen orale Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmer (Acetylsalicylsäure) eingenommen werden. Sind Thrombosen der unteren Extremitäten immer wieder die Auslöser der Embolien und lassen sich diese Thromben nicht beseitigen, so wird in die untere Hohlvene ein so genannter Cava-Schirm eingesetzt. Er stellt eine Art Sieb dar.

Was können die Folgen/Komplikationen einer Embolie sein?

Je nach Ort des Auftretens sind die Folgen unterschiedlich. Eine Lungenembolie oder ein Herzinfarkt können zum Tode führen. Embolien der Extremitäten gehen häufig mit Funktionseinschränkungen einher oder es kann sogar zum Verlust der Gliedmaßen kommen. Durch einen Schlaganfall kann der Betroffene zu einem Pflegefall werden.


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