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Eisenmangel

Eine Unterversorgung mit Eisen ist in den Industrieländern eine der häufigsten Mineralstoffdefizite. „Blutarmut“ (Eisenmangelanämie) ist weltweit die am meisten vorkommende Eisenmangelkrankheit (20 Prozent der Bevölkerung). Ein schwerer Eisenmangel tritt in unserem Breiten sehr selten auf. Leichte bis mittlere Ausprägungen der Erkrankung finden sich dagegen öfter. In den Industrieländern hat circa jedes 3. Kind und jede 10. Frau Eisenmangel.

Warum ist Eisen so wichtig für unseren Körper?

Das am weitesten verbreitete Spurenelement in unserem Körper ist das Eisen. Eisen hat einige zentrale Aufgaben im menschlichen Körper.

Dazu zählen:
  • Sauerstofftransport als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin);
  • Energiegewinnung in den Mitochondrien (den „Kraftwerken“ der Zellen);
  • Sauerstoffspeicher in den Muskeln (Myoglobin);
  • Immunabwehr und Produktion von Hormonen und Transmitterstoffen.

Was sind Gründe für einen Eisenmangel?

Schwere oder ständige geringe Blutungen können zu Eisenmangel führen. Das ist beispielsweise der Fall bei: starken Regelblutungen, Geschwüren oder Krebs im Magen-Darm-Bereich, Hämorrhoiden oder Bandwürmern. Auch Medikamente wie Acetylsalicylsäure (-> Aspirin), Rheumamittel, Bluthochdruckmittel, Sexualhormone, Krebsmittel und Cortison können Blutungen bewirken, die zur Eisenmangelanämie führen. Eisenmangel kann auch die Folge einseitiger Ernährung sein. Eisenarme Ernährung ist bei kleinen Kindern problematisch. Diäten mit einer Nährstoffzufuhr von unter 1200 kcal pro Tag können eine ausreichende Eisenversorgung nicht gewährleisten. Kritisch wird es, wenn die Diäten über einen längeren Zeitraum eingehalten werden. Nach einigen Operationen des Magen-Darm-Trakts kann Eisen nur unzureichend aufgenommen werden.

Wie äußert sich der Eisenmangel?

Symptome für die Erkrankung sind leichte Ermüdbarkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Nervosität, Reizbarkeit, Wetterfühligkeit und Konzentrationsstörungen. Die Haut kann spröde, rau und blass sein, das Haar ist brüchig, an den Fingernägeln entstehen Rillen, in den Mundwinkeln bilden sich Risse. Die Thermoregulation ist häufig gestört (ständig kalte Finger und Hände). Weiterhin kommt es zu Atemnot, Herzklopfen und allgemeiner Abwehrschwäche mit gesteigerter Infekthäufigkeit.

Welche Blutwerte geben Aufschluss über den Eisenmangel?

Eisen ist ein Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobins). 71% des Körpereisens ist in diesem Protein gespeichert. Die roten Blutkörperchen bestehen hauptsächlich aus Hämoglobin. Der Eiweißstoff Transferrin transportiert das Eisen im Blut. Das im Körper gespeicherte Eisen ist ebenfalls an einen Eiweißstoff gebunden. Er heißt Ferritin. 10 – 15% des Eisens sind dort gespeichert. Ein weiterer Teil (10 – 12%) des Körpereisens befindet sich im Myoglobin (Sauerstoffspeicher im Muskelgewebe).

Um eine Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen) oder einen Eisenmangel festzustellen, werden mehrere Blutwerte herangezogen: Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Normwerte betragen für Frauen 4,2 bis 5,4 T/l, für Männer 4,6 bis 6,4 T/l, Kinder liegen etwas unter den Werten von Erwachsenen.

Der Hämatokritwert gibt den prozentualen Anteil der festen Blutbestandteile (z.B. rote Blutkörperchen) am Gesamtblutvolumen an. (Normwerte: Frauen 37 bis 47 Prozent; Männer 40 bis 54 Prozent). Es kann auch wichtig sein, den Anteil des Hämoglobins an den vorhandenen roten Blutkörperchen zu ermitteln (Normwerte: Frauen 120 bis 160 g/l; Männer 140 bis 180 g/l). Das Eisentransportprotein Transferrin wird dem Körper als Transportmittel besonders bei Blutmangel zur Verfügung gestellt. Ebenso ist das Speichereisen Ferritin zu ermitteln.

Nur eine kombinierte Überprüfung der Eisen-, Transferrin- und der Ferritinwerte sagen etwas Verlässliches über den Eisenmangel aus. Sind die Eisen- und Ferritinwerte niedrig, der Transferringehalt aber hoch, so kann davon ausgegangen werden, dass die Eisenzufuhr über längere Zeit niedriger war, als nötig gewesen wäre. Sind alle Werte niedrig, deutet dies auf eine chronische Entzündung oder einen Tumor hin.

Wie wird der Eisenmangel behandelt?

Die Behandlung verfolgt zwei Ziele. Die Ursache des Eisenmangels muss beseitigt werden. Die Eisendepots müssen wieder aufgefüllt werden. Dazu stehen eine Reihe von Eisenpräparaten zur Verfügung. Nach zwei Monaten Therapie ist der Eisengehalt des Blutes wieder normal. Bis alle Eisenspeicher aufgefüllt sind, dauert es bis zu sechs Monate.

Wissenswertes zum „Thema Eisen“

Der Mineralstoff Eisen muss über die Nahrung aufgenommen werden. Der menschliche Körper kann ihn nicht selbst bilden. Das Eisen im Körper befindet sich aber stets in einem Kreislauf. So ist der Eisenumsatz vor allem von der Erneuerungsrate der roten Blutkörperchen abhängig. Ein großer Teil des Bedarfs wird durch den Abbau von überalterten Erythrozyten abgedeckt. Insgesamt geht pro Tag nur ein Milligramm Eisen verloren (über den Darm, Niere, Haut und Menstruationsblut), das über die Nahrung ersetzt werden muss. Eine gemischte Tageskost enthält 6 bis 20 Milligramm Eisen. Der Körper kann aber nur ca. 10 Prozent (0,6 – 2 Milligramm) verwenden. Dabei ist Eisen aus tierischer Nahrung besser verfügbar (bis zu 20%) als aus pflanzlicher Quelle (3 bis 8%). Die Resorption kann beispielsweise durch Vitamin C oder Fruchtsäuren gesteigert werden. Bei Eisenmangel steigert sich die Eisenaufnahme auf 40%. Unter Berücksichtigung der verminderten Resorption und der natürlichen Ausscheidung des Eisens empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, eine Eisenaufnahme von 15 Milligramm für menstruierende Frauen und von 10 Milligramm für Männer. Schwangere haben sogar einen Bedarf von 30 Milligramm pro Tag. Die Ursache von Blutarmut (zu wenig rote Blutkörperchen) muss nicht immer Eisenmangel sein. Auch ein Defizit an Folsäure, die bei der Bildung der Erythrozyten beteiligt ist, kann dazu führen.


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