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Eierstockskrebs

Der Eierstockskrebs oder Ovarialkarzinom ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des Eierstocks (Ovar).

An den Eierstöcken gibt es eine Vielzahl von gutartigen (benignen) und bösartigen Tumoren. Der Eierstock ist aus verschiedenen Geweben (Oberflächenepithel, stützendes Bindegewebe -> Stroma und Keimzellen) aufgebaut. Sie alle können Ausgangspunkt eines Tumors sein. Zudem werden die Eierstöcke auch oft von Tochtergeschwülsten (Metastasen) anderer Karzinome (Gebärmutter-, Magen-, Darm- und Brustkrebs) befallen.

Unter den Eierstockstumoren kommt das Ovarialkarzinom häufig vor, gehört aber bei der Betrachtung aller Krebsarten, zu den eher seltenen Krebserkrankungen der Frau. (Ein Vergleich: In Deutschland erkrankt jede 66. Frau an Ovarialkrebs, jedoch jede 8. – 10. Frau an Brustkrebs). Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt beim Ovarialkarzinom bei 65 Jahren. Bei der Hälfte aller Fälle sind beide Eierstöcke betroffen.

Welche Risikofaktoren begünstigen das Ovarialkarzinom?

Die genauen Ursachen des Eierstockkrebses sind noch unbekannt. Die Entstehung hängt vermutlich mit dem monatlich wiederkehrenden Eisprung der Frau zusammen. So haben kinderlose Frauen und Spätgebärende ein 2,5fach höheres Risiko an Eierstockskrebs zu erkranken. Die langfristige Einnahme von hormonalen Verhütungsmitteln ("Pille") und häufige Schwangerschaften senken das Erkrankungsrisiko. Der Eisprung wird dadurch unterdrückt.

5 – 10 Prozent der Eierstockskrebse sind vermutlich genetisch bedingt. Dafür spricht, dass diese Krebsart familiär gehäuft auftritt. Verantwortlich gemacht werden die beiden Gene BRCA-1 und BRCA-2, die auch bei der Entstehung des Brustkrebses eine Rolle spielen sollen.

Welche Symptome treten beim Ovarialkarzinom auf?

Die Symptome sind oft unspezifisch. Die Patientinnen haben Druckgefühle im Unterbauch, oft verbunden mit Verstopfung und Übelkeit und allgemeiner Leistungsminderung. In schon fortgeschrittenem Stadium kommt es aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Aszites) zu einer unerklärlichen Zunahme des Bauchumfangs. Eine Gewichtsabnahme ist möglich. Ein Viertel der Frauen berichten auch über menstruationsähnliche Blutungen, die auch nach den Wechseljahren auftreten.

Das Heimtückische dieser Krebserkrankung ist, dass aufgrund der unklaren Frühsymptome, der Krebs nur durch Zufall in einem frühen Stadium erkannt wird. Meist hat er schon Metastasen in den Lymphknoten, dem Bauchfell oder in anderen Organen gebildet.

Wie wird der Eierstockskrebs erkannt?

Bei einem Verdacht auf Eierstockskrebs wird der behandelnde Gynäkologe die Eierstöcke abtasten und einen Ultraschall über die Vagina und die Bauchdecke durchführen. Aufschlüsse über die Ausbreitung des Tumors erhält man anhand einer Kernspin- und Computertomographie, sowie einer Skelettszintigraphie. Eine gesicherte Diagnose kann jedoch nur durch die mikroskopische Beurteilung des chirurgisch entfernten Tumorgewebes erfolgen.

Um den Verlauf der Erkrankung zu beurteilen, werden aus dem Blut spezifische Zellproteine (Tumormarker) bestimmt. Bei Eierstockskrebs ist das beispielsweise „CA 125“.

Wie wird der Eierstockskrebs behandelt?

Die Behandlung erfolgt durch die Operation (chirurgische Entfernung des Tumors) und die Chemotherapie. Je weiter fortgeschritten die Erkrankung ist, umso häufiger kommt die Chemotherapie zum Einsatz (6 Zyklen im Abstand von drei Wochen). Bestrahlungen sind nur selten zweckmäßig.

Nach einer vollständigen Entfernung der Eierstöcke ist es oft sinnvoll, die Hormone, die der Körper nun nicht mehr selbst bilden kann, als Medikament einzunehmen. Die Libido bleibt so erhalten.

Was ist die Prognose bei Eierstockskrebs?

Die Prognose hängt vom Stadium, der Krankheitsausbreitung, dem Tumortyp und des nach der Operation eventuell noch vorhanden Tumorrestes ab. Beschränkt sich der Tumor auf den Eierstock und hat noch keine Metastasen gebildet (sehr frühes Stadium), so liegt die 5-Jahres-Überlebensrate zwischen 70 und 90 Prozent. Hat sich die Erkrankung bereits im Becken ausgebreitet, so wird ein Wert von 45 bis 57 Prozent angegeben. Sind bereits Tochtergeschwulste in den Lymphknoten und dem Bauchfell vorhanden, sinkt die Überlebensrate auf 17 bis 24 Prozent, bei Fernmetastasen beträgt sie nur mehr 5 bis 12 Prozent.

Wie kann vorgebeugt werden?

Eine vaginale Ultraschalluntersuchung und die Bestimmung des Tumormarkers CA 125 sollte jährlich bei Frauen, die die Wechseljahre hinter sich haben, erfolgen. Diese Maßnahmen werden jedoch noch nicht allgemein empfohlen. Sprechen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt auf diese Vorsorgeuntersuchungen an, wenn Ihnen eine familiäre Belastung bekannt ist!


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