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Depression

Eine Depression ist eine psychische Störung, deren Hauptsymptome gedrückte Stimmung, eingeschränkter Antrieb, Interessenlosigkeit, Freudlosigkeit und ein gestörtes Selbstwertgefühl sind. Eine Depression beeinträchtigt das Denken, das Fühlen, das Verhalten und die körperliche Gesundheit. Die Ursachen für eine Depression können vielfältig sein. Dazu zählen Vererbung, Krankheit, Drogen, bestimmte Medikamente, Alkohol, andere psychische Störungen, biochemische Ursachen. Damit ist hauptsächlich eine gestörte Regulation von Neurotransmittern im Gehirn gemeint. Außerdem nimmt man an, dass ein Verlust oder ein schweres Trauma in der Kindheit anfällig für Depressionen machen.

Die Depression wird als die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung angesehen. Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland mehr als 10% der Menschen im Laufe ihres Lebens eine behandlungsbedürftige Depression durchmachen. Frauen sind von der Erkrankung etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr.

Was sind die Symptome einer Depression?

Neben den oben erwähnten Hauptmerkmalen treten bei den depressiven Menschen das Gefühl der Minderwertigkeit, Schuldgefühle, Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Konzentrationsstörungen, verringerte Entscheidungsfähigkeit, sinnloses Gedankenkreisen, Reizbarkeit, Angstzustände, reduziertes Gefühlsleben und verringertes sexuelles Interesse auf. Die Erkrankten zeigen vor allem bei einer akuten Depression völlige Ummotiviertheit. Einfachste alltägliche Aktivitäten wie Aufstehen - Einkaufen oder Abwaschen - stellen ein Problem dar. Häufig sind Depressionen auch mit körperlichen Symptomen - wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Verspannungen, Schmerzempfinden in allen Körperregionen und verlangsamten Bewegungen - verbunden. Es kann auch eine erhöhte Infektanfälligkeit festgestellt werden. Je nach Schwere der Depression sind die Betroffenen suizidgefährdet.

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Wer stellt die Diagnose?

Die Diagnose stellen meist ein Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut. 80% der Betroffenen können durch einen geeigneten Arzt geheilt werden. Häufig ist die Depression mit anderen Krankheiten verbunden und wird daher von den behandelnden Ärzten nicht direkt diagnostiziert. Depressionen bleiben auch oft unbehandelt, da die Betroffenen aus Scham nicht den Arzt aufsuchen.

Welche Formen von Depressionen gibt es?

Es wird unterschieden in:

1. Endogene Depressionen: Dies ist eine Bezeichnung für Depressionen, die von innen heraus entstanden sind und bei denen weder erkennbare körperliche Krankheiten noch äußere Ursachen Gründe für die Depression sind. Für diese Art der Depression werden genetische Ursachen angenommen.

2. Neurotische Depression oder Erschöpfungsdepression: Ihre Ursache liegt in länger andauernden belastenden Erfahrungen in der Lebensgeschichte.

3. Reaktive Depression: Sie tritt als Reaktion auf ein kurz zurückliegendes belastendes Ereignis auf.

4. Bipolare affektive Störung: Hier wechseln sich Depression und Manie in unterschiedlich langen Phasen ab. Eine Manie ist gekennzeichnet durch unkontrollierte Hyperaktivität, gehobene Stimmung und mangelnde Kritikfähigkeit.

5. Sonderformen von Depressionen sind beispielsweise:
  • die Winterdepression, die durch mangelndes Sonnenlicht begünstigt wird.
  • die Wochenbettdepression, die bei circa 10% der Frauen nach einer Geburt auftritt. Hier sind hormonelle Schwankungen ursächlich.
  • die anaklitische Depression. Sie tritt bei Babys und Kleinkindern auf, die allein gelassen oder vernachlässigt wurden. Die Kinder weinen, jammern, schreien anhaltend und klammern sich an.
6. Depressionen können auch organisch bedingt entstehen, zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Einteilung der Depressionen erfolgt nach leicht, mittelgradig und schwer.

Was sind die Ursachen einer Depression?

Die genauen Ursachen, die zu einer Depression führen, sind noch nicht bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren (genetische Veranlagung, entwicklungsgeschichtliche Erlebnisse und aktuelle Ereignisse) für das Zustande kommen der Erkrankung ursächlich sind. Als gesichert gilt, dass die Konzentrationen von Serotonin und Noradrenalin (= Neurotransmitter im Gehirn) bei depressiven Personen aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Die Reizbarkeit der Synapsen ist verändert.

Folgende mögliche Gründe für das Entstehen einer Depression sind möglich:
  • Psychische Ursachen: Erniedrigung, Entwertung und Verlust in engen Beziehungen sind ein hoher Risikofaktor für die Depressionsentstehung. Ebenso gilt (lang anhaltender) Stress als Auslöser. So werden bei Depressiven häufig erhöhte Mengen des Stresshormons Kortisol im Urin oder Blut nachgewiesen.
  • Physische Ursachen: Hormonstörungen (bsp. Antibabypille), Umstellung der Sexualhormone nach der Schwangerschaft oder in der Pubertät, Schilddrüsenfunktionsstörungen und Nebennierenerkrankungen können zu einer Depression führen. Auch bestimmte Medikamente (beispielsweise Betablocker) und virale Erkrankungen können die Erkrankung hervorrufen. Die Depressionen verschwinden, wenn die Grunderkrankung erfolgreich behandelt wird.
  • Genetische Ursachen: Vermutet wird, dass mehrere Gene für die Erkrankungsanfälligkeit ursächlich sind.
Wie erfolgt die Behandlung der Depression?

Die Depressionen können durch eine Psychotherapie, physikalische Maßnahmen und durch Medikamente, die so genannten Antidepressiva behandelt werden. Die modernen Antidepressiva greifen in den Serotoninstoffwechsel im Gehirn ein. Häufig wird eine psychotherapeutische und eine medikamentöse Behandlung kombiniert. Auch eine Reihe alternativer Therapien können die Symptome einer (leichten) Depression lindern. Unter den Heilkräutern eignen sich besonders das Johanniskraut und Stärkungsmittel, wie Eisenkraut, Hafer und Rosmarin. Die Lichttherapie ist bei der so genannten Winterdepression hilfreich. Auch mit der Ernährung kann ein gewisser Einfluss auf die Krankheit genommen werden. Das Essen sollte viel Obst, Gemüse und Olivenöl, jedoch wenig Fleisch oder Nüsse enthalten. Proteine sollten möglichst aus Fisch stammen. Durch diese Ernährung ist die Aminosäure Tryptophan besser verfügbar. Aus ihr wird der Neurotransmitter Serotonin aufgebaut. Depressionen beruhen häufig auf einem Mangel an Serotonin im Gehirn. Auch hochdosierte Omega-3-Fettsäuren (vor allem im Fisch enthalten) beeinflussen die Erkrankung positiv. Der genaue biochemische Zusammenhang ist noch nicht bekannt.


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