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Cholesterin

Cholesterin, auch als Cholesterol bezeichnet, gehört von seiner chemischen Struktur her zu den Steroiden. Sie werden den Lipiden (Fetten) zugeordnet werden. Der Name "Cholesterin“ leitet sich vom griechischen „chole“ (Galle) und „stereos“ (fest) ab, da die Substanz bereits im 18. Jahrhundert in Gallensteinen gefunden wurde. Cholesterin kann nur mit Nahrungsmitteln aufgenommen werden, die tierischer Herkunft sind (Kalbshirn, Eigelb, Ei, Butter, tierische Innereien). Im Pflanzenreich kommt es nicht vor, wohl aber chemisch ähnliche Substanzen.

Welche Bedeutung hat Cholesterin im menschlichen Körper?

Für Menschen und Tiere ist Cholesterin lebenswichtig.

Cholesterin ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Zellmembranen. Es erhöht ihre Stabilität und ist an der Ein- und Ausschleusung von Signalstoffen beteiligt. Auch für die Zellteilung und das Zellwachstum ist Cholesterin notwendig. Essentiell ist es daher auch in der Embryonalentwicklung.

Cholesterin ist eine Vorstufe für die Synthese von Gallensäuren, Sexualhormonen (Testosteron, Östradiol), Cortison und Vitamin D.

Wie funktioniert der Cholesterinstoffwechsel?

Menschen haben zwei „Cholesterinquellen“. Der geringere Teil wird mit der Nahrung aufgenommen (0,1 bis 0,3 bis maximal 0,5 Gramm pro Tag). Der überwiegende Teil (1 bis 2 Gramm pro Tag) wird im Körper selbst gebildet.

Die Bildung des Cholesterinmoleküls erfolgt über aktivierte Essigsäurereste (Acetylcoenzym A) in vielen komplizierten Zwischenschritten. Die Cholesterinbiosynthese findet hauptsächlich in der Leber statt. Jedoch kann jede Körperzelle die Substanz synthetisieren. So wird Cholesterin im Gehirn vollständig selbst produziert, da es die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann. Die Synthese des Cholesterins wird durch das Enzym HMG-CoA-Reduktase reguliert. Bei hoher Konzentration von Cholesterin im Blut oder vermehrter Aufnahme des Nahrungsfetts mit dem Essen wird die HMG-CoA-Reduktase gehemmt und die endogene Cholesterinbildung gedrosselt. Aktiviert wird das Enzym durch Insulin, dessen Konzentration hoch ist, wenn viel Zucker (Glucose) im Blut vorhanden ist. Damit gibt es auch genug Energie um das Cholesterin zu bilden. Ausgeschieden wird Cholesterin mit der Galle in den Darm. Ein geringer Teil wird als Abbauprodukt steroidaler Hormone über den Urin ausgeschieden, der geringste Teil über die Haut abgegeben.

Was sagen die Cholesterinwerte im Blut aus?

Cholesterin ist im Blut nicht löslich und wird daher an eine Fett und Eiweißkomponente gebunden, es liegt als Lipoprotein vor. Bei der Bestimmung von Cholesterin aus dem Blut sind drei Werte von Bedeutung. Zum einem wird das Gesamtcholesterin ermittelt, dass einen Richtwert von 200 mg / dl nicht überschreiten sollte. Aufwendiger und für gezielte Aussagen wichtig, ist die zusätzliche Bestimmung von LDL (Low Density Lipoproteien) und HDL (High Density Lipoprotein). Das HDL-Cholesterin (auch oft als „gutes“ Lipoprotein bezeichnet) enthält wenig Triglyceride und wenig Cholesterin. Es kann abgelagertes Cholesterin aufnehmen und transportiert es von den Gefäßen zur Leber zurück. Es wird als ein Schutzfaktor gegen die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und damit gegen einen Herzinfarkt angesehen. Sein Normalwert sollte zwischen 35 und 90 mg / dl liegen.

Das LDL (oft auch als „schlechtes“ Lipoprotein bezeichnet) enthält wenig Triglyceride und viel Cholesterin. Es transportiert Cholesterin zu den außerhalb der Leber befindlichen Geweben und reguliert deren Biosynthese. Es steht im Verdacht gefäßschädigend zu sein. Sein Wert sollte zwischen 120 und 155 mg / dl sein.

Welche Auswirkungen kann ein zu hoher Cholesterinspiegel haben?

Ein dauerhaft zu hoher Cholesterinspiegel wird als Risikofaktor für einen Herzinfarkt und andere Durchblutungsstörungen angesehen. Der Cholesterinspiegel kann bei verschiedenen Erkrankungen erhöht sein. Dazu zählen die Schilddrüsenüberfunktion, bösartige Tumore, Leberschäden, genetisch bedingte Hypercholesterinämie sowie schlecht eingestellter Diabetes. Bei ihnen sind die Cholesterinwerte -unabhängig von der Nahrungsaufnahme - zu hoch.

Wie erfolgt die Behandlung?

Ist der Cholesterinspiegel dauerhaft erhöht, so sollte der Patient zunächst seine Lebensweise umstellen. Körperliche Bewegung und ausgewogene Ernährung stehen dabei im Vordergrund. Bei einem schlecht eingestellten Diabetes, einem Nieren- oder Leberleiden normalisiert sich der Cholesterinspiegel allein schon durch die richtige Behandlung der Grunderkrankung.

Erst wenn die Nahrungsumstellung und die Bewegungstherapie keine Besserung der zu hohen Cholesterinwerte bringen, wird mit Medikamenten therapiert. Präparate mit Cholestyramin fördern die vermehrte Ausscheidung von Gallensäuren im Darm. Die Rückresorption von Cholesterin wird unterbunden. Diese Arzneien führen aber häufig zu Verdauungsstörungen. Andere Arzneimitteln hemmen direkt ein Enzym, dass der Körper zur Synthese des Cholesterins braucht. Wegen möglicher Leberschäden müssen bei der Behandlung mit diesen Medikamenten Laborkontrollen durchgeführt werden.


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