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Brustkrebs (engl. breast carcinoma)

Der Brustkrebs oder das Mammakarzinom ist die gefährlichste Erkrankung der weiblichen Brust. Diese Krebsform ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. In den Industrieländern erkrankt etwa jede 10. Frau. Der Brustkrebs gehört neben Lungenkrebs zu den häufigsten tödlich verlaufenden Krebserkrankungen bei Frauen. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr. Auch Männer können Brustkrebs bekommen. Diese Erkrankungen machen jedoch nur ungefähr 1% aller Fälle aus.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren?

90-95% aller bösartigen Tumoren treten ohne genau bekannte Ursache auf. Die anderen sind genetisch bedingt. Diese Formen treten auch bei jüngeren Frauen auf. Es handelt sich um Mutationen in den Tumorsuppressorgenen BRCA-1 und BRCA-2. Als Risikofaktoren für die Erkrankung gelten unter anderen: eine frühe Menarche (1. Regelblutung), spätes Einsetzen der Wechseljahre, späte Geburt des 1. Kindes und Kinderlosigkeit. Auch Faktoren, die stärker unter dem persönlichen Einfluss stehen, gehören dazu: Übergewicht, mangelnde Bewegung, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung, sowie Rauchen und starker Alkoholkonsum. Eine familiäre Häufung ist zu beobachten.

Wo ist der Tumor am häufigsten lokalisiert?

Am häufigsten bildet sich der Tumor fast immer in den Zellwänden der kleinen Milchgänge. Dies sind Kanäle, die sich von der Brustwarze ausgehend in immer kleinere Kanäle verzweigen. Am häufigsten entsteht das Mammakarzinom im oberen äußeren Quadranten bis einschließlich dem bis zur Achselhöhle reichenden Gewebe oder im Gewebe direkt unter der Brustwarze.

Zunächst wachsen die Tumorzellen nur in den Milchgängen, breiten sich aber später durch die Wände der Milchgänge hindurch auf das umliegende Binde- und Fettgewebe aus. Anschließend gelangen die Krebszellen in die Lymphgefäße und die Lymphknoten der Achselhöhle und über dem Schlüsselbein. Zudem können die entarteten Zellen in die Blutgefäße und so in die Lunge, Leber, Knochen und den ganzen Körper gelangen.

Was sind die Symptome der Erkrankung?

Das häufigste Zeichen für Brustkrebs ist ein einseitiger, schmerzloser Knoten in der Brust, der sich nicht verschieben lässt. Häufig fühlt er sich derb und höckerig an. Weitere mögliche Symptome sind runzelige Haut über dem Knoten, eine eingezogene Brustwarze oder Sekretion aus ihr. Hinzu können Knoten in der Achseln kommen. Auch Veränderungen in der Größe oder Form der Brust können verdächtig sein.

Wie lässt sich der Brustkrebs diagnostizieren?

Die meisten Erkrankungen werden von den Frauen selbst erkannt. Daher ist die regelmäßige Selbstuntersuchung nach der Menstruation so wichtig (genaue Anleitungen dazu gibt es beispielsweise beim Gynäkologen). Die Tastuntersuchung durch den Gynäkologen ist Bestandteil der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Bei Verdacht auf ein Mammakarzinom oder in bestimmten Fällen auch prophylaktisch wird eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust veranlasst – die Mammografie. Mit Hilfe dieser Methode lassen sich kleinste, noch nicht tastbare Veränderungen der Brustdrüse erkennen, bösartige und gutartige Tumoren werden unterschieden. Zusätzliche Klarheit kann eine Ultraschalluntersuchung der Brust bringen.

Für eine verlässliche Diagnose muss von jedem verdächtigen Gewebe eine Probe zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden. Dazu sind eine Saugbiopsie (Entnahme von Zellen mit einer feinen Nadel), eine Stanzbiopsie mit einer Biopsienadel oder eine komplette Entfernung des Knotens nötig. Ein Pathologe kann dann Informationen über das wahrscheinliche Verhalten des Tumors liefern. Bestätigt sich die Diagnose Krebs, schließen sich noch weitere Untersuchungen an, um die Ausbreitung des Tumors festzustellen (Computertomografie, Röntgenuntersuchung, Skelettszintigrafie). Das Tumorgewebe wird auch auf die Hormonempfindlichkeit (Hormonrezeptorstatus) und auf HER2 untersucht (Bestandteil der Krebszelloberfläche, der Wachstumssignale an die Tumorzellen sendet). Dies ist für die spätere Therapie notwendig.

Wovon ist der Verlauf der Erkrankung abhängig?

Der Verlauf der Erkrankung ist vom Tumorstadium (v.a. vom Lymphknotenbefall) und von der Art des Tumors abhängig. Generell gilt, je früher der Tumor entdeckt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten. Wird ein Tumor erkannt, wenn sich die Krebszellen noch in den Wänden der Milchgänge befinden, liegt die Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit bei über 90%. Nach Ausbreitung in die Lymphknoten oder nach Bildung von Metastasen sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate.

Wie erfolgt die Behandlung?

Die Therapie besteht essentiell in einer operativen Entfernung des Tumors. Dabei wird heutzutage immer ein brusterhaltendes Vorgehen (BET = brusterhaltende Therapie) angestrebt. Zu der operativen Entfernung des Tumors gehört auch eine Untersuchung (Herausnehmen und feingewebliche Beurteilung) der angrenzenden Lymphknoten. Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie sind heutzutage weitere Bestandteile der Behandlungskonzepte. Sie werden der individuellen Krankheitssituation der Patientin angepasst. Zu den neueren Methoden, die gerade getestet werden, gehören Antikörper und Medikamente, welche die Signale an die Krebszellen blockieren.

Welche Nachsorge sollte erfolgen?

Regelmäßige Nachuntersuchungen sind sehr wichtig, da die meisten Lokalrezidive (erneute Krebstumore in der Brust) und Fernmetastasen in den ersten drei Jahren nach der operativen Entfernung des Tumors auftreten. In festgelegten Abständen werden daher Kontrollen (Röntgen des Thorax, Knochenszintigrafie, Mammografie und gynäkologische Untersuchung, Bestimmung der Tumormarker) durchgeführt.

Für eine einheitliche Qualität bei der Behandlung und Nachsorge bieten die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen seit 2003 Disease-Management-Programme (DMP) an. Informationen über teilnehmende Ärzte und angeschlossene Krankenhäuser sind bei jeder gesetzlichen Krankenkasse möglich.


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