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Blasenkrebs (engl. bladder carcinoma)

Der Blasenkrebs oder das Harnblasenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der sich in der Harnblase bildet. Er entsteht meist aus dem so genannten Urothel. Es handelt sich dabei um einen mehrschichtigen, geschlossenen Zellverband, der die Blase von innen her auskleidet („Blaseninnenhaut“). Selten hat der Blasenkrebs seinen Ursprung in anderen Zelltypen, wie zum Beispiel beim Adeno- oder Plattenepithelkarzinom. Je nachdem wie der Tumor wächst, unterscheidet man in papilläre („warzenartige“), oberflächliche und infiltrierende Karzinome. Dreiviertel der Patienten mit Blasenkrebs haben ein relativ unkompliziert zu behandelndes papilläres oder oberflächliches Harnblasenkarzinom. Bei den anderen Erkrankten handelt es sich um Karzinome in einem weiter fortgeschrittenen Stadium. Sie können bereits in den Blasenmuskel, das umbebende Fett- und Bindegewebe oder in die Nachbarorgane (Gebärmutter, Prostata) hineingewachsen sein.

Der Blasenkrebs macht ungefähr 3% aller bösartigen Tumore aus. Männer sind dreimal häufiger als Frauen von dieser Krebsart betroffen. Seinen Altersgipfel hat diese Tumorart nach dem 60. Lebensjahr.

Was sind mögliche Ursachen des Blasenkrebses?

Die genaue Ursache für Blasenkrebs ist nicht bekannt, jedoch können einige Risikofaktoren mit dem Harnblasenkarzinom in Zusammenhang gebracht werden. Als Blasenkarzinogene werden aromatische Amine (Benzidin, Phenacetin, Cyclophosphamid) angesehen. Es handelt sich dabei um chemische Substanzen, welche die Entstehung von Blasenkrebs fördern. Diese Stoffe werden industriell zur Herstellung von Azofarbstoffen verwendet. Sie können auch in Kosmetika, im Zigarettenrauch oder in Arzneimitteln enthalten sein. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben daher Zigarettenraucher, Maler, LKW-Fahrer, Metallarbeiter, Arbeiter in der Leder-, Gummi- und Textilindustrie sowie Personen, die Industriefarbstoffen ausgesetzt sind. Weitere Faktoren, welche die Entstehung des Harnblasenkarzinoms begünstigen, sind chronische Harnblasenentzündungen. In tropischen Gebieten ist die Bilharziose, eine parasitäre Infektionskrankheit, einer der wichtigsten Risikofaktoren.

Was sind die Symptome bei Blasenkrebs?

Im Frühstadium ist die Erkrankung häufig symptomlos. Das Früh- und Hauptsymptom bei Blasenkrebs ist Blut im Urin, wobei keine Schmerzen auftreten (= schmerzlose Hämaturie). Erst später treten Harnwegsinfektionen, Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen auf. Sie entstehen beispielsweise, wenn der Harnleiter oder die Harnröhre durch den Tumor verlegt sind. Der Harnstau und die Entzündung in den betroffenen Nieren verursachen Schmerzen, die in den Rücken und in die Seitenflanken ausstrahlen. Begleitend sind auch eine ständig erhöhte Temperatur und eine Anämie (= Blutarmut) zu beobachten.

Wie erfolgt die Diagnose des Blasenkarzinoms?

Der Verdacht auf ein Blasenkarzinom folgt aus der Krankengeschichte und einer Tast- oder Ultraschalluntersuchung. Letztendliche Gewissheit gibt die so genannte Zystoskopie (Spiegelung der Harnblase). Dabei können Gewebeproben entnommen werden und mikroskopisch untersucht werden. Bei weit fortgeschrittenen Karzinomen finden sich Tochtergeschwülste in den umgebenden Lymphknoten und - bei einer Ausbreitung über das Blut - in der Leber, Lunge und im Skelett. Um die Ausdehnung des Tumors genau einschätzen zu können, werden weitere Untersuchungen durchgeführt: Röntgendarstellung der Harnwege, eventuell auch Computertomogramm (CT) oder Magnetresonanztomographie sowie ein Skelettszintigramm.

Wie erfolgt die Behandlung des Blasenkarzinoms?

Die Therapie des Blasenkrebses ist abhängig vom Stadium, der Art (papillomatös wachsend, infiltrierend in den Muskel) und dem Ort des Auftretens.

Bei Dreiviertel der Harnblasenkarzinome handelt es sich um papilläre oder oberflächliche bösartige Tumore, das heißt der Krebs hat sich noch nicht über die innerste Schicht der Blasenwand hinaus ausgebreitet. In diesem Fall wird der Tumor mit einer transurethralen Resektion (TUR) meist erfolgreich behandelt. Dabei wird ein Schlauch in die Blase eingeführt und der Tumor entfernt oder verätzt. Bei manchen Tumorarten schließt sich an die transurethrale Resektion eine lokale Chemotherapie der Blase oder eine Strahlentherapie an. Bei größeren, tieferen Tumoren ist die Standardtherapie eine vollständige Entfernung der Blase (radikale Zystektomie) mit anschließender Harnableitung. Fernmetastasen im Skelett, Lunge oder Leber wird mit einer systemischen Chemotherapie begegnet.

Da Harnblasenkrebs sehr häufig (50-70%) erneut auftritt, sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt wichtig.


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