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Blähungen (engl. flatulence)

Blähungen - oder medizinisch ausgedrückt Flatulenzen - sind durch übermäßige Gasproduktion im Verdauungstrakt gekennzeichnet. Begleitet werden Blähungen durch einen vermehrten Abgang von Winden. Flatulenzen können zu einem Völlegefühl führen.

Wie entstehen die Blähungen?

Die Ursache für die gesteigerte Gasproduktion im Dickdarm ist häufig auf den Verzehr von blähenden, ballaststoffreichen Lebensmitteln zurückzuführen. Zu ihnen zählen: Bohnen, Kohl, Linsen oder Zwiebeln. Sie werden durch die Darmbakterien nur unvollständig abgebaut. So entstehen übermäßig viele Darmgase: Wasserstoff, Methan und Kohlendioxid.

In einem höheren Maße werden Darmgase auch bei bestimmten Erkrankungen gebildet. Dies ist beispielsweise der Fall bei Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten), Milchzuckerintoleranz oder bei Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse. Auch eine Fehlbesiedelung des Darms, beispielsweise nach Antibiotika-Therapien kann zu Blähungen führen.

Weitere Ursachen von zuviel Luft im Magen oder Darm können das Luftschlucken während des Essens (häufig bei Säuglingen) oder das Trinken von stark kohlensäurehaltigen Getränken sein.

Auch rascher Verzehr von Nahrung, Unruhe oder Stress, Verstopfungen (Obstipation), sowie das Essen von ungewohnt vielen Eiern führen bei vielen Menschen zu Flatulenzen.

Wie können die geschluckte Luft und die Verdauungsgase ausgeschieden werden?

Mögliche Ausscheidungswege sind:
  • Aufstoßen,
  • Ablassen von Winden,
  • Abatmen: Die eingeatmete Luft oder die durch Verdauungsprozesse entstandenen Gase können über die Darmwand ins Blut aufgenommen werden und schließlich über die Lunge abgeatmet werden.
  • Abbau von Gasen durch die Darmbakterien.
Wie machen sich Blähungen bemerkbar?

Oft bewirken Blähungen häufiges Aufstoßen oder den Abgang von mehr als 5 bis 20 Winden pro Tag. Die Gase können auch zu einer Auftreibung des Bauches führen. Im Extremfall kommt es zu einem Zwerchfellhochstand. Drückt die Blähung nach oben auf das Zwerchfell, kann es zu Herzbeklemmungen kommen. Dies nennt man das Roemheld-Syndrom.

Mögliche Folgen der Blähungen können Schlafstörungen, Schwitzen, Hitzewallungen, Appetitmangel, Übelkeit, Mundgeruch, belegte Zunge und Leibschmerzen sein. Bei Säuglingen sind die Blähungen für die Dreimonatskoliken mitverantwortlich.

Was kann eine Linderung der Blähungen bewirken? Wie können die Blähungen behandelt werden?
  • Auf blähende Speisen (Bohnen, Kohl, Linsen, Kraut oder Zwiebeln) und kohlensäurehaltige Getränke sollte verzichtet werden.
  • Das Essen sollte langsam erfolgen und die Speisen gründlich gekaut werden.
  • Beim Trinken sollte man darauf achten, dass keine Luft mitgeschluckt wird.
  • Wandern, Laufen und Sport wirken sich günstig auf die Verdauung aus.
  • Fenchel-, Kamillen- oder Melissen-Tee gelten als hilfreich bei Blähungen.
  • Blähende Speisen sollten mit Kümmel, Koriander, Zimt oder Anis gewürzt werden.
  • Die für Blähungen angebotenen Präparate sollten vor ihrer Anwendung mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Was ist bei Blähungen von Säuglingen zu beachten?

Blähungen und Aufstoßen bei Säuglingen lassen sich kaum ganz vermeiden. Jedoch können folgende Tipps hilfreich sein:
  • Vermeiden Sie hastiges Trinken bei ihrem Kind. Dabei schluckt das Kind zu viel Luft mit. Dazu sollte der Sauger die richtige Lochgröße haben. Die Milch aus der Flasche sollte nur leicht tropfen. Stillkinder können in einer eher aufrechten Position gestillt werden. Ihre Mütter sollten bei ihrer eigenen Ernährung darauf achten, dass sie keine blähenden Speisen (siehe oben) essen.
  • Damit das Kind nicht Heißhunger entwickelt und sehr hastig trinkt, sollte immer bei den ersten Anzeichen von Hunger gefüttert werden. Hilfreich ist auch die Fütterung von vielen kleinen Mahlzeiten.
  • Das so genannte Bäuerchen darf nicht vernachlässigt werden, damit sich nicht zu viel Luft im Magen ansammelt.
  • Nach dem Essen sollte der Säugling auf die rechte Seite gelegt werden. Die Säuglinge können in dieser Position aufstoßen, ohne dass sie Essensreste miterbrechen.
  • Auch schon für Säuglinge gibt es unbedenkliche Präparate, die ein Zusammenfallen der Milch und damit ein schnelles Entgasen der Milch bewirken. Sie können der Flasche zugesetzt werden oder dem Säugling nach dem Trinken verabreicht werden.


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