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Angina pectoris - Brustenge, Herzenge

Angina pectoris oder Stenokardie ist eine Bezeichnung für eine anfallsartig auftretende, schmerzhafte Enge in der Brust. Auslöser dieser heftigen Brustschmerzen sind Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, die meist auf einer Verengung (= Stenose) der Herzkranzgefäße beruhen. Wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, so wird er geschädigt und die Schmerzen entstehen. Eine Angina pectoris ist prinzipiell als Vorbotin eines Herzinfarkts zu sehen.

Welche weiteren Symptome treten bei der Angina pectoris auf?

Die plötzlich einsetzenden Schmerzen halten Sekunden bis Minuten an. Sie lassen sich meist hinter dem Brustbein in Form eines Druckgefühls, als Brennen oder Reißen lokalisieren. Die Schmerzen können in folgende Körperbereiche ausstrahlen:
  • den linken Arm bis zum Mittel-, Ring- und kleinen Finger, selten in den rechten Arm-Schulter-Bereich,
  • die Hals-Unterkiefer-Region,
  • den Rücken, zwischen die Schulterblätter.
Häufig besteht ein gürtelförmiges Engegefühl um den Brustkorb, welches von Atemnot oder einem Erstickungsanfall begleitet ist. Manche Patienten verspüren Todesangst. Häufig sprechen die Betroffenen auch von Empfindungen wie Kälte und Schwitzen.

Typischerweise treten die Beschwerden bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens infolge von körperlichen Anstrengungen oder Stress auf. Auch seelische Belastungen, üppiges Essen, Kälte oder ein Wetterumschwung können die Auslöser für eine Angina pectoris sein.

Was können Ursachen der Angina pectoris sein?

Prinzipiell kommt es zu einem Missverhältnis von Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf des Herzmuskels. Dies ist der Fall bei:
  • Engstellen in den Herzkranzgefäßen (koronarer Herzkrankheit),
  • Krämpfen der Koronararterien (siehe Prinzmetal-Angina),
  • sonstige Durchblutungsstörungen des Herzens, deren Gründe eine Aortenstenose (Verengung der Aortenklappe), niedriger oder zu hoher Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen sein können.
Welche Formen der Angina pectoris werden unterschieden?

1. Stumme Angina pectoris

Bei dieser Form nimmt der Betroffene kaum Schmerzen wahr. Er bemerkt nur einen plötzlichen Leistungsabfall oder ein leichtes Druckgefühl im Brustbereich. In Folge der fehlenden Symptomatik wird die den Beschwerden zu Grunde liegende koronare Herzkrankheit nicht erkannt und nicht ausreichend behandelt. Gehäuft tritt diese Form der Angina pectoris bei älteren Menschen und Diabetikern auf. Bei regelmäßigen Check-ups kann sie erkannt und dann behandelt werden.

2. Stabile Angina pectoris

Bei einer stabilen Angina pectoris ist der Schmerzcharakter der Anfälle immer gleich. Typischerweise ist körperliche Belastung der Auslöser der Herzenge. Die Beschwerden lassen bei Ruhe nach und können durch die Einnahme von Nitro-Medikamenten rasch gemildert werden.

3. Instabile Angina pectoris

Die instabile Angina pectoris zeichnet sich durch neu auftretende, sich ändernde oder zunehmende Beschwerden aus. Sie tritt sowohl bei leichter körperlicher Belastung, als auch in Ruhe auf. Diese Form der Angina pectoris wird als potentielle Vorstufe eines Herzinfarktes angesehen. Der Erkrankte muss sofort ärztlich versorgt und in einem Krankenhaus behandelt werden.

4. Prinzmetal-Angina

Diese seltene Form der Angina pectoris beruht auf Spasmen (Krämpfen) der Koronararterien (= Herzkranzgefäße). Sie tritt auch nachts oder in Ruhe auf. Die Anfalldauer ist häufig länger, als bei anderen Angina pectoris Formen.

Verhalten bei einem akuten Angina-Pectoris-Anfall?
  • Fordern Sie den Betroffenen auf, sich auszuruhen. Er soll alle Tätigkeiten einstellen und sich hinsetzen oder hinlegen.
  • Verabreichen Sie dem Patienten seine Notfallmedikamente (Nitrospray oder Zerbeißkapsel), wenn er welche hat.
  • Verständigen Sie umgehend den Rettungsdienst und fahren Sie den Patienten nicht selbst in die Klinik, da die Gefahr eines Herzstillstandes besteht. Überwachen Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ständig Atmung, Puls, Bewusstsein und Hautfarbe. Bereiten Sie sich auf eine Herz-Lungen-Wiederbelebung vor.
Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?

1. Medikamente:

Die Behandlung der Angina pectoris mit Medikamenten hat zwei Ziele. Zum einen sollen akute Anfälle unterbrochen oder ihnen kurzfristig vorgebeugt werden, des Weiteren sollen erneute Anfälle verhindert werden. Die Anfälle unterbricht man mit Nitroglycerin. Der Wirkstoff wird als Spray inhaliert oder man zerbeißt eine Kapsel mit dem Medikament. Mit den Präparaten kann man dem Anfall auch für circa 20 bis 30 Minuten vorbeugen. Langfristig versucht man den Angina-Pectoris-Anfall mit Betablockern, länger wirkenden Nitraten, Kalziumantagonisten und Acetylsalicylsäure (Thrombozytenaggregationshemmer -> beugt Herzinfarkt vor) zu verhindern.

2. Selbsthilfemaßnahmen 3. Operative Methoden

Bringen die Selbsthilfemaßnahmen und die Medikamente nicht ausreichend Besserung, so kann eine Bypass-Operation oder eine Angioplastie hilfreich sein. Durch medizinische Untersuchungen (EKG, Belastungs-EKG, Koronarangiographie, usw.) kann genau der Bereich am Herzen lokalisiert werden, der nicht ausreichend durchblutet wird. Je nach Schädigung entscheidet man sich für eine der beiden Methoden.

3a. Bypassoperation

Bei der Bypassoperation werden die verengten Gefäße mit Venen aus dem Unterschenkel oder durch Brustarterien überbrückt. Das Blut kann wieder ungehindert fließen. Aber auch diese "neuen Herzgefäße" können wieder verschließen.

Die Bypassoperation dauert mehrere Stunden und der Patient muss für einige Tage auf der Intensivstation bleiben. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert etwa zwei Wochen.

Nach dem Eingriff sind etwa 80% der Patienten weitestgehend ohne Beschwerden. Etwa 1 bis 3 von 100 Personen sterben auf Grund der Operation. Sind große Bereiche des Herzmuskels von einer Sauerstoffunterversorgung bedroht, so ist die Operation eindeutig lebensverlängernd.

3b. Aufweitung der Herzkranzgefäße (Angioplastie oder Dilatation)

Diese Methoden sind für Patienten ideal, bei denen nur einzelne Gefäße verengt sind, die eine günstige Lage aufweisen. Die Angioplastie (auch: Ballondilatation oder PTCA) wird bei Bewusstsein durchgeführt. Die Operateure betäuben zunächst einen Bereich an der Leiste oder Ellenbeuge, von dem aus ein spezieller Katheter in das Herz geschoben wird. Ist der Katheter an der verengten Stelle positioniert, so wird ein integrierter Ballon (Ballonkatheter) aufgeblasen und dehnt die verengte Stelle. Der Eingriff dauert ungefähr 45 Minuten. In 80% der Fälle kann die Durchblutung des Herzmuskels somit gesteigert werden. Eine erneute Gefäßverengung tritt bei etwa jedem Fünften ein.

Bei einer Dilatation werden mit verschiedenen Methoden (bsp. Laser, Ultraschall, rotierendes Mikromesser) die verengten Arterien freigeräumt. Dann werden so genannte Stents (= röhrenförmige Gefäßprothesen) eingeschoben. In etwa 90% der Fälle ist diese Operationsform erfolgreich. Neuerliche Gefäßverengungen - bei etwa 30 bis 50 Prozent aller Fälle - können sich jedoch auch hier bilden.


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