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Adipositas (engl. obesity)

Adipositas oder Fettleibigkeit ist eine über den Normalzustand hinausgehende Zunahme des Körperfetts. Fettleibigkeit drückt sich durch starkes Übergewicht aus. Die Ursachen der Adipositas sind vielfältig, der Hauptgrund ist jedoch Überernährung. Dem Körper wird mit der Nahrung mehr Energie zugeführt, als er verbraucht. Das überschüssige Fett speichert er.

Die Fettleibigkeit, die auf eine übermäßige Nahrungsaufnahme zurückzuführen ist, gilt laut WHO als eine der am meisten unterschätzten und vernachlässigten Gesundheitsstörung unserer Zeit. Es wird angenommen, dass 5% aller Gesundheitskosten in westlichen Industrienationen auf Adipositas und den mit ihr verbundenen Folgeerkrankungen zurückzuführen ist.

Die Fettleibigkeit betrifft alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Sie stellt auch kein ausschließliches Problem der Industrieländer dar. Es ist weltweit ein Anstieg der Erkrankung zu beobachten. Im Jahre 1995 waren weltweit 200 Millionen Erwachsene adipös. Im Jahre 2000 stieg die Anzahl der Betroffenen bereits auf 300 Millionen, davon 115 Millionen in Entwicklungsländern.

Was ist der Body-Mass-Index (BMI)?

Der Body-Mass-Index (Körpermasseindex; BMI) ist eine Zahl, mit der abschätzt wird, ob ein Mensch im Verhältnis zur Körpergröße normalgewichtig ist. Er berechnet sich nach folgender Formel: BMI = Gewicht in Kilogramm, geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Ein 1,80 großer Mann, der 100 kg wiegt, hat einen BMI von 30,9 (100 geteilt durch 1,82). Bei Männern gilt ein BMI von 20 – 24, bei Frauen ein BMI von 19 -24 als normal. Ein höherer BMI deutet auf leichtes Übergewicht hin. Bei einem BMI über 30 spricht man von Adipositas. Laut Studien aus dem Jahre 1999 weist in Deutschland nur noch ein Drittel bis die Hälfte der Bevölkerung einen medizinisch gewünschten BMI bis 24,9 auf.

Was sind mögliche Ursachen der Fettleibigkeit?

Faktoren, welche die Fettleibigkeit begünstigen sind:
  • falsches Essverhalten: Die übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten und Fetten bewirkt, dass die Fette nicht mehr abgebaut werden, sondern in den Fettzellen gespeichert werden. Je höher das Ausmaß der Adipositas, umso höher ist auch die Größe der Fettzellen und ihr Gehalt an Fett. In Ländern mit übermäßigem Nahrungsangebot, nehmen die Menschen häufig mehr Nahrung zu sich, als sie zur Deckung ihres Energiebedarfs bräuchten. Schuld am Übergewicht ist auch die Nahrungszusammensetzung (übermäßig viele Fette und Kohlenhydrate bei niedrigem Ballaststoffanteil). Ebenso begünstigt hastiges, schnelles Essen die Gewichtszunahme. Durch die Dehnung des Magens bei der Nahrungsaufnahme werden Nervenimpulse an das Gehirn weitergeleitet, die das Sättigungsgefühl hervorrufen. Wird zu hastig gegessen, stellt sich das Sättigungsgefühl erst ein, wenn bereits zu viel Nahrung aufgenommen wurde.
  • Bewegungsmangel: In der modernen Gesellschaft werden Laufen und körperliche Arbeit durch Autofahren und sitzende Tätigkeiten ersetzt. Auch bei den modernen Freizeitaktivitäten (Fernsehen, Computerspielen) besteht nur ein geringer Energieverbrauch. Der reduzierte Kalorienbedarf begünstigt daher die Entstehung von Übergewicht und Fettleibigkeit.
  • Erbanlagen: Für genetische Ursachen bei der Entstehung von Fettleibigkeit und Übergewicht spricht die Tatsache, dass Übergewicht in bestimmten Familien gehäuft vorkommt. Natürlich kann dafür auch ursächlich sein, dass falsches Essverhalten anerzogen und weitergegeben wird. Für die genetische Disposition spricht, dass der Grundumsatz jedes Menschen individuell verschieden ist. Mit Grundumsatz meint man die Energiemenge, die der Körper im Ruhezustand benötigt.
  • Psychische Einflüsse: Stress, Ängste, Kummer oder Langeweile können die Ursachen für ein gestörtes Essverhalten sein. Hierunter fallen beispielsweise die Frustesser.
  • Medikamente: Vor allem Kortikoide, Antidepressiva und Neuroleptika, die Pille und Antidiabetika können den Appetit steigern. Eine Gewichtszunahme ist die Folge.
  • Hormonelle Veränderungen: Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), das so genannte Cushing-Syndrom oder eine Leptinresistenz können die Adipositas begünstigen.
Was sind die Folgen der Adipositas?

Übergewicht und Adipositas stellen ein Risiko für die Ausbildung verschiedenster Erkrankungen dar. Mit einer verkürzten Lebenserwartung ist zu rechnen. Adipositas birgt ein erhöhtes Risiko für Krebs im Bereich des Darms, der Prostata, der Eierstöcke, der Gebärmutter, der Brust und der Niere. Außerdem begünstigt sie typische Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit), Gallenerkrankungen und Gicht. Durch die dauernde Überbelastung der Gelenke treten Abnutzungserserscheinungen (Arthrose) mit Gelenkschmerzen auf. Die erhöhten Blutfettwerte vergrößern das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und koronare Herzkrankheit (Angina pectoris). Fettleibigkeit behindert auch die normale Atmung. Kurzatmigkeit und chronischer Sauerstoffmangel sind beispielsweise die Folge.

Wie erfolgt die Behandlung der Adipositas?

Eine medizinische Behandlung muss auf jeden Fall ab einem BMI von 30 kg/m² erfolgen. Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 ist das Übergewicht behandlungsbedürftig, wenn zusätzliche Erkrankungen bestehen, die durch das Übergewicht verschlimmert werden, oder wenn der Erkrankte aufgrund seines Übergewichts unter hohem psychischen Druck leidet.

Die Hauptpfeiler, auf denen die Behandlung des Übergewichts beruht, sind die Ernährungsumstellung mit Reduktionsdiät, erhöhte körperliche Aktivität (beispielsweise Ausdauersportarten, wie Aquajogging, Walken, Schwimmen oder Radfahren) und eine Veränderung des Ernährungsverhaltens (Verhaltenstherapie). Es sollte auf eine ausgewogene Mischkost, die fettarm und ballaststoffarm ist, geachtet werden. Die aufgenommenen Getränke dürfen ebenso keine/wenige leere Kalorien enthalten. Die genaue Beratung kann beispielsweise durch einen Arzt, eine Diätassistentin oder im Rahmen einer Abnehmkur erfolgen. Um eine dauerhafte Gewichtsreduktion nach einer Gewichtsabnahme zu gewährleisten, sind langfristige Maßnahmen nötig. Dazu gehören beispielsweise Selbsthilfegruppen und Spezialkliniken.

Rezeptpflichtige Appetitzügler können bei der beginnenden Gewichtsabnahme helfen, sind jedoch nicht für den Dauergebrauch bestimmt. Operative Maßnahmen, wie eine Verkleinerung des Magens oder eine Verkürzung des Dünndarms, sind drastische Maßnahmen, die erhebliche Risiken mit sich bringen. Sie werden als ultima ratio angesehen.

Weitere detaillierte Informationen zur Gewichtsreduktion finden sich im Gesundheitsportal "Abnehmen“.


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