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ADHS (engl. attention deficit hyperactivity disorder)

ADHS ist die Abkürzung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich dabei um eine Verhaltensstörung, die sich in ausgeprägten Konzentrationsstörungen sowie rastlosem, impulsivem und störendem Verhalten äußert. Zusätzlich können auch erhöhte Reizbarkeit und Aggressivität auftreten. Um die Diagnose ADHS zu stellen, müssen die Symptome mindestens seit einem halben Jahr vorliegen und erstmals schon vor dem 7. Lebensjahr beobachtet worden sein. Die Verhaltensstörung muss deutliche Beeinträchtigungen für das Leben der Betroffenen mit sich bringen.

3-5% der Schulkinder sind betroffen. Bei Jungen kommt die Erkrankung häufiger vor als bei Mädchen.

Woran erkennt man Kinder mit ADHS?

Bei ADHS gibt es drei Kernsymptome:

1. Aufmerksamkeitsstörungen
Die Kinder verfügen nur über eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Es fällt ihnen oft schwer, eine begonnene Aufgabe oder ein Spiel zu Ende zu führen. Sie können sich nur kurz konzentrieren und lassen sich leicht ablenken.

2. Hyperaktivität oder motorische Unruhe
Hyperaktive Kinder haben oft Schwierigkeiten, still zu sitzen, sie müssen ständig in Bewegung sein, sind zapplig und unruhig („Zappelphilipp“). Dies macht sich vor allem in der Schule (-> langes ruhiges Sitzen) und bei den Hausaufgaben bemerkbar.

3. Impulsivität
Kinder mit ADHS platzen mit ihren Antworten einfach heraus. Es fällt ihnen schwer, Gedanken oder Ideen, die ihnen gerade in den Kopf kommen, zurückzuhalten oder ihr Verhalten zu steuern. Sie haben auch Probleme damit, sich an Regeln zu halten; es fällt ihnen auch schwer, gehorsam zu sein oder sich an eigene gute Vorsätze zu halten; in der Gruppe sind sie oft der Störenfried.

Bei ADHS können die drei Hauptsymptome in verschiedenen Aufprägungen vorkommen. Bei der häufigsten Erscheinungsform sind alle drei Kernsymptome gleichstark ausgeprägt. Beim unaufmerksamen Typ treten Hyperaktivität und Impulsivität in den Hindergrund, beim hyperaktiv-impulsiven Typ die Aufmerksamkeitsstörung.

Mit diesen Hauptsymptomen sind manchmal noch andere Schwierigkeiten verbunden: hyperaktive Kinder haben manchmal Lern- und Leistungsstörungen – trotz oft überdurchschnittlicher Intelligenz -, werden aus der Gruppe der Gleichaltrigen ausgeschlossen (Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen). Manchmal wirken sie auch bedrückt und traurig (emotionale Labilität) und können sich aggressiv verhalten. Einige Kinder reagieren leicht sehr erregt auf sehr geringe Enttäuschungen.

Was sind die Ursachen von ADHS?

ADHS kommt heutzutage nicht häufiger vor als früher, nur tritt sie verstärkter und offensichtlicher zu Tage. Dies wird darauf zurückgeführt, dass es eine ständige Reizüberflutung durch Fernsehen, Computer und Handys gibt. Für die Erkrankung sind mehrere Faktoren verantwortlich. Dabei ist vermutlich eine genetische Veranlagung ursächlich für ADHS, die psychosozialen Bedingungen scheinen den Schweregrad der Erkrankung zu beeinflussen. Die genetische Veranlagung scheint eine Störung im Gehirnstoffwechsel – besonders im Dopaminstoffwechsel – und andere cerebrale (= das Gehirn betreffende) Störungen hervorzurufen. Die biologische Reifung von Gehirnfunktionen, die für die Steuerung von Aufmerksamkeit und motorischer Aktivität verantwortlich sind, ist gestört. Die Aufmerksamkeitsstörung erklärt man sich beispielsweise mit einer "Filterschwäche“ des Gehirns bei der Verarbeitung von Informationen. Die Ausblendung unwichtiger Reize funktioniert bei diesen Kindern nicht gut.

Wie sieht die Behandlung der Erkrankung aus?

Die Behandlung beinhaltet:
  • Beratung der Eltern und von Kindergarten und Schule;
  • Psychotherapie mit dem Kind;
  • medikamentöse Behandlung.
Die Beratung umfasst die Aufklärung und Informationsvermittlung zu AHDS und pädagogische Hilfestellungen für Eltern, Kindergärtner/innen und Lehrer/innen. Dies können im konkreten Fall beispielsweise Hilfen für die Hausaufgabensituation sein: (fester Platz für die Hausaufgaben mit wenig Ablenkungsmöglichkeiten, Pausen beim Lernen einhalten, Sachen für den nächsten Tag vorbereiten, usw). Wichtig ist es auch immer dem Bewegungsdrang der Kinder nachzukommen, damit sie ihre Energien loswerden können.

Die Psychotherapie beinhaltet verhaltenstherapeutische Trainingsprogramme in Einzel- oder Gruppensitzungen zur Steigerung der Selbststeuerungsfähigkeit, der Impulskontrolle und der Aufmerksamkeitsleistung des Kindes. Die Eltern werden in die Behandlungsprogramme häufig miteinbezogen.

Zur medikamentösen Behandlung bei ADHS werden hauptsächlich Stimulantien eingesetzt, die auf den Dopaminstoffwechsel im Gehirn wirken. Dies sind Methylphenidat (Ritalin und Medikinet) und Amphetaminderivate. Die Medikamente heilen die Erkrankung wahrscheinlich nicht, sondern versetzten die Kinder in eine bessere Ausgangslage, um ihre alterstypischen Entwicklungsanforderungen bewältigen zu können. Erfahrungen mit bestimmten Stimulantien (zum Beispiel Ritalin) liegen bereits seit 60 Jahren vor, die Gefahr abhängig zu werden besteht nicht. Nebenwirkungen der Medikamente sind für gewöhnlich auf die Einstellungsphase begrenzt und kurzzeitig. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Appetitminderung und Einschlafstörungen. Letztere können durch die frühzeitige Gabe vermindert werden.

Was ist die Prognose bei ADHS?

Im jungen Erwachsenenalter kommt es zu einer Abschwächung der Symptome.


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