Gesundheit Lexikon
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Typ-1-Diabetes

Diese Form des Diabetes betrifft meist Personen unter 25 Jahren und wird daher auch juveniler oder jugendlicher Diabetes genannt. Häufig beginnt die Erkrankung nach Infektionen, dann aber schlagartig und mit einer heftigen Symptomatik. Dieser Diabetestyp wird daher oft sehr schnell erkannt. Die Ursache für die völlige Entgleisung des Kohlenhydratstoffwechsels ist ein absoluter Insulinmangel, der auf die Zerstörung der insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Beta-Zellen) zurückzuführen ist. Bei dem Typ 1 A sind autoimmunologische Prozesse für die Zerstörung verantwortlich.

Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigene Strukturen (hier: die Beta-Zellen) und zerstört sie. Häufig sind daher so genannte Autoantikörper, wie ICA gegen Inselzellen und IAA gegen Insulin, nachweisbar. Dieser Prozess kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Erst wenn 80% aller Beta-Zellen zerstört sind, bricht der Diabetes mit voller Symptomatik aus. Die Betroffenen müssen ab sofort ihr Leben lang Insulin spritzen. Daher nennt man die Typ-1-Diabetes auch insulinpflichtige Diabetes.

Beim so genannten Typ 1 B besteht auch ein absoluter Insulinmangel mit nachfolgender Insulinpflichtigkeit. Die Entstehung der Krankheit ist jedoch nicht bekannt (= idiopathisch vermittelter Diabetes) und tritt unabhängig von anderen Erkrankungen auf.

Bei der Entstehung des Typ-1-Diabetes scheint eine gewisse genetische Veranlagung im Zusammenhang mit Virusinfektionen eine Rolle zu spielen. Wie das Immunsystem strukturiert ist, ist erblich bedingt. Bei diesem Diabetestyp sind unter anderem Merkmale auf der Zelloberfläche wichtig, die so genannten HLA-Faktoren. Mit ihrer Hilfe kann das Immunsystem unter anderem zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen unterscheiden. Bei über 95% aller Typ-1- Diabetiker konnten die HLA-Faktoren DR3 und DR4 nachgewiesen werden. Sie stellen ein erhöhtes Risiko dar, an Typ-1-Diabetes zu erkranken, aber nicht jeder, der diese Merkmale trägt, bekommt Diabetes.

90 Prozent der Träger entwickeln keinen Diabetes vom Typ 1. Deshalb gibt es noch andere Faktoren, welche die fehlgeleitete Immunreaktion auslösen. Im Verdacht stehen so genannte diabetogene Viren, die Infektionen wie, Röteln, Mumps oder Grippe hervorrufen. Auch Coxsackie-Viren, die beispielsweise Hirnhautentzündungen auslösen, gehören dazu. Die Viren ähneln in ihrer Eiweißstruktur einem Enzym (GAD - Glutamatdecarboxylase), das auch in den Beta-Zellen enthalten ist. Bei einer Infektion bekämpft das Immunsystem dann fälschlicherweise die Beta-Zellen. Doch bekommt nicht jeder, der eine solche Infektion durchmacht, Diabetes. Es müssen noch weitere Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen.


Diabetes Übersicht

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